ARD deckt auf

Wieso Sie von diesem Obst und Gemüse die Finger lassen sollten

Obst und Gemüse in deutschen Supermärkten kommt zu einem Großteil aus dem Mittelmeerraum. Die ARD zeigt in einer Reportage, warum man auf die Lebensmittel aus Südeuropa verzichten sollte.

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Gemüse

Auf Gemüse und Obst aus Südeuropa sollten Sie lieber verzichten.

Europas dreckige Ernte – so heißt die Doku der ARD, die sich mit dem Anbau und der Ernte von Obst und Gemüse in Südspanien und Italien beschäftigt. Die Reportage deckt schlechte Arbeitsbedingungen auf, unter denen vor allem Immigranten in Südeuropa leiden. Slums, Arbeiterstrich und Hungerlöhne gehören zum Alltag der Menschen, die auf den Plantagen schuften. Ein guter Grund sich beim Einkauf auf regionale Produkte zu konzentrieren und das Obst und Gemüse aus den betroffenen Ländern in den Regalen liegen zu lassen. Ob es sich um Bio-Obst und -gemüse handelt, ist dabei egal.

Darum sollte man auf Obst und Gemüse aus Spanien und Italien verzichten

In Almería, einer Provinz in Andalusien, Südspanien, steht die größte Anbaufläche aus Gewächshäusern der Welt. Auf 400 Quadratkilometern arbeiten über 130.000 Menschen. Wie die Reportage der ARD zeigt, befinden sich drum herum diverse Slums in denen Flüchtlinge in selbst gebauten Zelten wohnen, und auf einem Arbeiterstrich darauf warten, dass mögliche Arbeitgeber sie mit ihrem Transporter aufsammeln und für Feldarbeiten engagieren. Dort arbeiten sie dann oft unter menschenunwürdigen Bedingungen und erhalten einen Hungerlohn, der 50 Prozent unter den tariflich vereinbarten Löhnen liegt. Für einige gibt es nicht einmal Schutzkleidung, wenn sie mit Pestiziden und anderen Chemikalien arbeiten. Im Süden Italiens sieht das oft sehr ähnlich aus. Die Unternehmen profitieren währenddessen von EU-Subventionen.
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Absatzmarkt Deutschland

Deutschland ist für viele südeuropäischen Agrar-Genossenschaften, wie beispielsweise Agroiris, der größte und wichtigste Absatzmarkt. Die Produkte verkaufen sie an Kunden wie Lidl, Rewe, Kaufland und Edeka. Das günstige Obst wird also nicht nur in Discountern verkauft. Experten empfehlen, dass man immer einen Blick auf die Herkunft der Lebensmittel werfen sollte, wenn man beim Kauf auf faire Bedingungen achten möchte. Man kann jedoch auch da nicht immer erkennen, ob Sozialstandards wirklich berücksichtigt wurden. Label wie Pro Planet helfen da ein. Auf der sichersten Seite sind Sie, wenn Sie regionale Produkte von Anbietern kaufen, die Sie kennen. Wenn die Möglichkeit besteht, kann man das ein oder andere vielleicht sogar selbst anbauen.
Sabine Stanek

von

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