500 Jahre Reinheitsgebot

Das leckere Dutzend: Eine Bier-Show durch 500 Jahre

Am 23. April 1516 wurde vor 500 Jahren das Reinheitsgebot in Bayern erlassen. Seit 1995 findet zum Gedenken der Tag des deutschen Bieres statt. Wir haben das zum Anlass genommen, eine Art Bier-Schau zu veranstalten, die allerlei Interessantes und Geschichtliches aufzeigen soll.

Datum:
Alter Text zum Bierbrauen

„Der Herr Bürgermeister gibt bekannt, dass am Mittwoch Bier gebraut wird und dass ab Dienstag nicht mehr in den Bach geschissen werden darf“ (aus Vetter’s Alt Heideberger Brauhaus).

Diese Zeiten mit den Herren Bürgermeistern und ihren lieben Bürgern sind schon lange vorbei. Ein gutes Bier soll rein und sauber sein. Die Regel galt auch damals schon, wie wir sehen. Bier war zu allen Zeiten ein willkommener Anlass für geselliges Zusammensein.
Und mal ehrlich, was gibt es Schöneres und Besseres, denn zusammen mit Freunden im Garten zu sitzen, den Grill anzuwerfen, ein Bier zu zischen und sich bis spät in die Nacht zu unterhalten?
Abgesehen von einer kleinen Winzigkeit, dass an dem Tag ausgerechnet der Kältegott eisig waltete. Wir waren nach Stunden dermaßen durchgefroren, sodass uns selbst das eisgekühlte Bier nicht mehr schmeckte. Das tat aber dem wunderschönen Tag des Bieres, so wie wir ihn begangen hatten, keinen Abbruch!
Natürlich deckt man sich vorher mit Grillgut und allerlei Zutaten ein. Diesmal wählten wir im Supermarkt aus einer reichhaltig bestückten Bierecke zwölf Sorten aus, die wir manchmal zufällig nach kurzem Augenschein, manchmal gezielt auswählten.
Schrebergarten und Bier

Das Gruppenfoto unserer 12 Biere aus Deutschland. Einmal lächeln, bitte!

Als wir uns nachher über die Geschichten zu den Biersorten und deren Herkunft schlau machten, staunten wir nicht schlecht, was da alles zum Vorschein kam. Angefangen von dem obigen Spruch im Titelbild, über Anstoß-Sitten (im Mittelalter ging es hin und wieder giftig zu, also stieß man an, sodass die Getränke in die Becher der Gäste schwappten, nur um auf Nummer sicher zu gehen, dass kein Giftmischer zu Gast am Tisch mitsitzt) bis hin zur Herkunft der urgemütlichen Biergärten und warum diese so oft von Kastanienbäumen flaniert werden.
Viel Spaß und Freud bei der Reise durch die deutsche Biergeschichte, die natürlich nur einen winzigen Teil abdeckt.

Galerie: Deutsche Geselligkeit: Mehr als nur ein Bier

Die Bierwelt dreht sich weiter

Es wäre ja beinahe ins Wasser gefallen, als die Meldung zeitig vor dem Tag des deutschen Bieres in den Medien herumging, es sei überall Unkrautvernichter im Bier gefunden worden. Die Meldung war aber schnell vergessen, denn die Mengen waren derart gering, dass heute kein Hahn mehr danach kräht. Spannender hingegen ist der neueste Trend, der aus den USA herüberschwappt. Neuerdings kommen immer mehr Mini-Brautechniken auf den Markt, die es ermöglichen, leckeres Bier ganz individuell zu Hause herzustellen. Was mit dem Craft-Beer-Trend einhergeht. Eine der Wundermaschinen nennt sich Picobrew, die andere Brewie. Sowieso ist der Craft-Beer-Trend den deutschen Brauereien ein echter Dorn im Auge. Kein Wunder, demokratisiert sich doch damit die Herstellung von Bier. Wir haben hierzu die verrücktesten Craft-Beer-Sorten herausgepickt. Es liegen aber auch Biere aus Emmer, Einkorn oder Dinkel voll im Trend, die sich einer stetig ansteigenden Nachfrage erfreuen und sogar angeblich die Sehkraft fördern! Ganz und gar reitet ein Low-Carb-Bier auf der Gesundheitswelle. In der Zwischenzeit – in der sie diesen Artikel lesen – sind wieder weitere Liter Bier verkonsumiert worden. Wir wissen sogar ungefähr, wie viel: Echtzeit-Tracker für den Bierkonsum.
Ob nun 10.000 Jahre Biergeschichte oder 500 Jahre Reinheitsgebot: So richtig langweilig wird es wohl auch die nächsten Jahrhunderte nicht. Solange wir Menschen Geselligkeit, Freundschaft und ein gutes Bier schätzen, soll sich doch das Rad der Bierzeit weiterdrehen.
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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