Plastikbecher adieu!

Frankreich verbietet Einweggeschirr

Ein Sieg für die französische Umweltpolitik. Ab 2020 ist Schluss mit dem Verkauf von Besteck und Geschirr aus Plastik. Doch während die Bevölkerung vor Begeisterung klatscht, zaudert die Industrie.

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Plastikbesteck und Geschirr

Das Ende der Kunststoff-Party: In Frankreich ist der Verkauf von Plastikgeschirr und Besteck bald verboten.

Mit gut Zureden ist es oft nicht getan. Wenn nur an die Vernunft appelliert werden würde, gehen die meisten Leute den bequemsten Weg und hoffen, dass ihre Mitmenschen wenigstens achtsam mit der Umwelt umgehen. Sollen doch die anderen mit dem Rad Brötchen holen, ich husch kurz mit dem SUV hin. Ein staatliches Verbot ruft zwar immer die Kritiker auf den Plan, aber es kommt zweifellos Bewegung in die Sache. In Frankreich geht es nach den Plastiktüten bald dem Plastikgeschirr an den Kragen. Im Hinblick auf die UN-Klimakonferenz COP21 2015 in Paris entstand Ende August 2015 ein Umwelt-Fahrplan, den sich der französische Präsident François Hollande scheinbar sehr zu Herzen genommen hat. Bereits drei Regelungen zum Thema Umweltschutz beschloss die französische Regierung allein dieses Jahr.

Keine Crêpes auf Plastiktellern

In Zukunft verbietet Frankreich den Verkauf von jeglichem Einweg-Plastik-Geschirr und Besteck. Als Alternativen sollen biologisch abbaubare Materialien dienen. Teller aus Papier oder Waffelteig und kleine Gabeln aus Holz kennt man bereits. Etwas mehr als drei Jahre hat die Plastikindustrie noch, an Alternativen zu arbeiten.

Schluss mit Verschwendung

„Energy Transition for Green Growth Act“, so heißt die neue Verordnung unter der sich Frankreichs Energiewende-Projekte finden. Anfang des Jahres hieß es aus dem französischen Parlament bereits, dass Supermärkte zukünftig keine Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen. Diese sollen sie stattdessen spenden oder anderweitig verwenden. Ziel sei es die Lebensmittelverschwendung auf nationaler Ebene in den nächsten zehn Jahren zu halbieren.

Plastiktüten? Nicht gegen Geld und gute Worte!

Im Juli 2016 ging Frankreich entschieden und konsequent gegen Plastik-Einkaufstüten vor. Während das deutsche Umweltministerium Anfang des Jahres immerhin beschloss, dass Plastiktüten im Einzelhandel nur noch gegen Entgelt erhältlich sein dürfen, verbot man sie in Frankreich komplett.

Die Industrie mosert

Die europäische Plastikindustrie ist selbstreden wenig erbaut von Frankreichs Plänen. Das Verpackungsunternehmen „Pack2Go“ wies die Europäische Kommission darauf hin, dass die französische Regierung angeblich gegen das europäische Recht verstoße und bat sie darum, gerichtlich dagegen vorzugehen, sonst tue es das Unternehmen selbst.
Sabine Stanek

von

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