Klein aber fein

Darum wird Gemüse im Supermarkt immer kleiner

Cocktailtomaten, Minigurken, Snackpaprika, Babymöhren – winziges Gemüse und Miniobst wohin das Auge reicht. Wie kann es sein, dass man im Supermarkt immer öfter Gemüse im Babyformat findet?

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Cocktailtomaten

Cocktailtomaten eignen sich sehr gut als gesunder Snack zwischendurch.

Angefangen hat alles mit Cocktailtomaten. Kleine, rote Kugeln, die mit einem Happs im Mund landen. Dann kamen kleine Bananen, kleine Möhrchen, kleine Gurken und kleine Paprika. Alles schrumpft! Und das hat nichts damit zu tun, dass man in Deutschland kein normalgroßes Gemüse mehr anbauen kann. Hierbei handelt es sich einfach um einen Trend, der laut Marktexperte Michael Koch, von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn, mit den Mini-Tomaten begann.

Wir wollen kleines Gemüse!

Gerade bei den kleinen Cocktailtomaten kann man diesen Trend gut beobachten. Während es sich 2012 lediglich bei 31 Prozent der für den privaten Haushalt gekauften Tomaten um Cocktailtomaten handelte, waren es zuletzt sogar 40 Prozent. Einer der Gründe dafür ist der allgemeine Wunsch nach einer gesünderen Ernährung. Kleines Gemüse eignet sich beispielsweise hervorragen als Snack bei der Arbeit. Auch Kindern können Eltern das „Babygemüse” einfach mit in die Brotdose schmuggeln. Ohne großen Aufwand bekommt man so seine fünf Portionen Obst und Gemüse sehr viel einfacher zusammen. Man könnte das Gemüse natürlich auch in kleine Portionen schneiden, fertig gekauft ist es aber einfacher und bequemer.

Beliebt in Städten und kleinen Haushalten

Die Nachfrage an Gemüse in Snackgröße ist in Städten höher als in ländlichen Gebieten. Man könnte meinen, dass gerade kleine Familien gerne zu Babypaprika & Co. greifen. Beobachtungen zeigen jedoch, dass besonders alleinstehende Senioren das kleine Gemüse kaufen. Das könnte auch an der kleinen Packungsgröße liegen. Man kann so zu verschiedenem Gemüse greifen, ohne dass zu viel übrig bleibt es schlussendlich im Müll landet – ein häufiges Problem in kleinen Haushalten. Das macht auch klein gezüchtete Wassermelonen, Brokkoli und Blumenkohl attraktiver für Konsumenten.

Klein aber teuer

Im Schnitt ist kleines Gemüse teurer als die normalgroßen Verwandten. Während Verbraucher im vergangenen Jahr durchschnittlich 2,25 Euro pro Kilogramm große Rispentomaten bezahlten, kosteten Cocktailtomaten pro Kilogramm 4,65 Euro. Bei Bananen sieht das ganz ähnlich aus. Ein Kilogramm normale Bananen kostet durchschnittlich 1,32 Euro, während die kleinen Portionen oft dreimal so viel kosten. Doch der teurere Preis scheint es den meisten Konsumenten Wert zu sein – besonders, wenn sie sich dadurch gesünder ernähren.
Sabine Stanek

von

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