Großmutters Lieblinge

Vergessenes Gemüse: Entdecken Sie es neu!

Knackiges Obst zwischendurch und Gemüse zur warmen Mahlzeit gehören auf den täglichen Speiseplan. Doch nicht jedes Gemüse erfreut sich großer Beliebtheit. Wie Sie nahezu vergessenes Gemüse neu beleben können, lesen Sie bei eKitchen.

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Frau erntet Kohlrabi

Bei selbst angebautem Gemüse ist Kohlrabi keine Überraschung. In Haushalten ohne Gemüsebeet gerät er jedoch mehr und mehr in Vergessenheit.

Auch wenn es uns gruselt, der erste Frost wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Trotz aufgedrehter Heizungen und kürzerer Tage, bedeutet dies auch, dass die Ernte beliebter Kohlsorten beginnt. So können Sie bald wieder frischen Grünkohl auftischen und sich am Duft knackigen Rosenkohls erfreuen. Aber auch anderes Gemüse hat jetzt Saison und es verdient, hin und wieder auf Ihrem Tisch zu landen. Wir verraten Ihnen zuerst, welches herzhaft–aromatische Gemüse seinen Weg aus der Vergessenheit in die heimischen Küchen finden sollte.

Die Steckrübe

Zu Großmutters Zeiten fand sie sich noch oft auf den Tellern der Esser. Vor allem auf Bauernhöfen mit Vieh– und Feldwirtschaft kam die Steckrübe doppelt zum Einsatz: als Futtermittel für Kühe und Schweine sowie in die hass–geliebte Steckrübensuppe. Mensch und Tier bekamen so vor allem in Herbst und Winter ausreichend Nährstoffe. Vitamin B1, B2 und C sowie ein hoher Wassergehalt macht sie gesund, nahrhaft und kalorienarm. Vor einem knappen Jahrhundert bis in die 60er gab es kein Steckrübengericht, das es nicht gab. Und heute? Auch wenn Sterneköche sie wieder in ihre Gerichte einbeziehen, sind wir ehrlich: Wir kochen kaum bis gar nicht mit ihr. Schulspeisungen und Kitaküchen hingegen haben die Rübe längst wieder ins Programm aufgenommen und die Variabilität erkannt. Ihr süßlicher Geschmack passt gerade im Herbst lecker zu Kürbissuppen. Auch Steckrüben–Apfelpüree zu Eisbein oder Frikadellen ist einen Versuch wert.
ein Bund frische Schwarzwurzeln

Frisch geerntete Schwarzwurzeln zeigen noch nichts von dem, was mit ihnen mglich ist.

Die Schwarzwurzel

Das Knollengemüse ist auch als Winterspargel bekannt. Für Spargelfans heißt das also, dass sie nicht dem nächsten Spargelstich entgegengefiebern müssen, sondern auch in der kalten Jahreszeit auf ihre Kosten kommen. Mit der Schwarzwurzel verhält es sich wie mit der Steckrübe: Früher viel, heute kaum noch. Im Gemüseregal fällt sie auch nicht auf. Die fingerdicken, erdigen Wurzeln kann man schnell für übriggebliebenen Abfall halten. Wenn Sie sich aber mal trauen und Schwarzwurzeln frisch – nicht im Glas! – kaufen, erleben Sie einen kleinen Gaumenfrühling. Mit Sauce Hollandaise und Katenschinken trösten die Wurzeln über den Winter und schmecken auch noch hervorragend. Ein weiterer Grund, dieses Gemüse nicht zu vergessen, sind seine Inhaltstoffe. Neben Vitamin B, E und C liefert es Eiweiß, Calcium und das Fettstoffwechselanregende Inulin.

Der Kohlrabi

Jetzt sagen Sie: Den kenn ich! Stimmt auch. Aber kaufen Sie ihn auch, wenn er im Gemüseregal ausliegt? Meist sind mit ihm unangenehme Erinnerung aus Zeiten der Schulspeisung verbunden. Bis in die 90er kam Kohlrabi gekocht und im Eintopf sehr häufig auf die Teller der Schulkinder. Immer war er zerkocht und niemals lecker. Nun sind diese Kinder längst erwachsen und vergessen das Gemüse lieber. Das ist ein großer Fehler! In Kohlrabi steckt mehr, als die Pampe der Vergangenheit. Kohlrabi ist ein wunderbarer Snack. In kleine Streifen geschitten kann man ihn toll in Quark dippen. Aber auch überbacken mit Semmelbröseln, frischen Kräutern und Honig ist er ein Gaumenschmaus und liefert dazu jede Menge Vitamin C.

Galerie: So lecker ist vergessenes Gemüse

Der Rharbarber

Dieses fruchtig–saure Gemüse hat im Frühjahr Saison und verblüht oft vor seiner Ernte. Die großen Blätter sind schön grün, aber dass man ihn essen kann, übersehen viele. Sie kennen ihn garantiert in Erdbeer–Rharbarber–Konfitüre oder von Mai bis Mitte Juni vermehrt im Kuchen vom Lieblingsbäcker. Aber wagen Sie sich an eigene, leckere Rezepte! Verabeiten dürfen Sie nur die Stiele, nicht aber die Blätter. Diese enthalten sehr viel Oxalsäure, die zu Vergiftungserscheinungen führt. Aber keine Angst, kochen Sie das Gemüse mit Orangensaft sowie wenig Salz und Pfeffer ein, haben Sie eine herb–fruchtige Vinaigrette. Diese passt geschmacklich und zeitlich sehr gut zu frischem Spargelsalat. MIt dem enthaltenen Phosphor, Eisen und Vitamin C starten Sie dann gestärkt in den Sommer.

Die Gartenmelde

Zu guter Letzt soll auch dieses Gemüse nicht vergessen werden. Gartenmelde ist ein Spinatgemüse und wird genauso zubereitet wie frischer Blattspinat. Vergessen konnte man dieses Gemüse, weil es sich auf den bewirtschafteten Feldern der Bauern vor einigen Jahrzehnten so stark verbreitete, dass es als Unkraut behandelt und vernichtet wurde. Nur wenige rheinländische Bauern bieten noch kultivierte Gartenmelde an. In den Inhaltsstoffen ähnelt die Melde ihrem bekannteren Verwandten. Sie enthält etwas weniger Eisen, mehr Magnesium und weit weniger Vitamin C als „normaler” Spinat. Der Vorteil der vergessenen Melde sind die zarten und milden Blätter.
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Katharina Mittag

von

Als wasch­ech­te mä­kel­bor­ger Diern, die schon als klei­ner Schie­ter mit bei­den Bei­nen im Mist stand und früh­mor­gens die Eier aus Ömings Hüh­ner­stall ge­sam­melt hat, weiß ich gute Küche und die Herkunft der Produkte zu schät­zen. Das heißt: Sel­ber ma­chen geht über sel­ber kau­fen – egal, ob Fleisch oder Ge­mü­se!

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