Ein Trend in der modernen Küche

Besser als der Standard? Kochen im Kupfertopf

Das Kochen im Kupfertopf wird immer beliebter. Insbesondere Spitzenköche schwören darauf und kennen viele Vorteile dieser kostspieligen Möglichkeit, Speisen zuzubereiten. Eignet sich dieser moderne Kochtrend wirklich auch für die heimische Küche?

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kupfertopf

Der Kupfertopf als Kochgerät geriet langezeit in Vergessenheit, dabei lassen sich darin viele leckere Speisen zubereiten.

Früher war das Kochen im Kupfertopf selbstverständlich. Zeitweise waren die hellbraunen Küchengeräte allerdings vollständig aus der modernen Küche verschwunden. Mittlerweile kehrt der Trend zurück und immer mehr (Hobby-)Köche setzen ihr Vertrauen in die Eigenschaften, die Kupfer zu einem für das Kochen prädestinierten Material macht. Auch die Annahme, Kupfer sei für den Körper schädlich, hat sich längst als falsch erwiesen. Lediglich der richtige Umgang mit dem Material will gelernt sein.

Warum im Kupfertopf kochen?

Das Hauptargument für das Kochen im Kupfertopf ist die Wärmeleitfähigkeit. Von allen Materialien, die sich zur Speisezubereitung eignen, ist Kupfer das mit der stärksten Leitfähigkeit. Kupfer nimmt die Hitze auf und gibt diese an das Nahrungsmittel weiter. Dadurch verteilt sich die hohe Temperatur gleichmäßig. So geraten die Speisen auch auf kleiner Flamme. Auch vorm Anbrennen muss man sich bei Kupferpfannen und –Töpfen nicht fürchten. Sogar das Überkochen von Milch wird mit einem Kupfertopf verhindert. Ein weiteres Argument für Kupfer ist die Hygiene. Kupfer wirkt antibakteriell und tötet selbst hartnäckige Keime und Bakterien ab. Bewahrt man etwa Milch in Kupferkannen auf, hält die Milch länger als in herkömmlichen Kannen. Auch vor Umwelteinflüssen ist Kupfer besonders resistent. Zu guter Letzt eignet sich Kupfer als eine Art Katalysator. Es entfernt zuverlässig unangenehme Aromen aus Schwefelwasserstoffen, die bei Alkoholherstellung entstehen. Fuselöle wiederum werden gebunden, was zu einem allgemein runden, angenehmen Aroma beiträgt. Milch gerinnt gleichmäßig, Marmelade lässt sich ohne Gelierzucker einkochen – Kupfer ist ein echter Alleskönner.
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Da der Kupfertopf komplett die Hitze des Herdes annimmt, ist Vorsicht geboten, um sich nicht zu verbrennen.

Der richtige Umgang mit Kupfer

Auch wenn Kupfer viel verzeiht, sind einige Dinge in der Handhabung wichtig, um lange etwas von seinem Kupfergeschirr zu haben. So sollte Kupfergeschirr niemals ohne Inhalt auf offener Flamme abgestellt werden. Es besteht die Gefahr, dass sich Kupfer überhitzt, was unter allen Umständen vermieden werden sollte. Auch wenn Kupfer viel aushält, könnte ein Überhitzen im Extremfall dazu führen, dass der Topf einreißt. Daher sollte auch das Öl bereits in die Pfanne gegeben werden, bevor die Maximaltemperatur erreicht ist. Für den Konsumenten ist der zweite Tipp besonders entscheidend: Verbrennen Sie sich nicht! Durch die hohe Leitfähigkeit ist die Gefahr einer Verbrennung bei Kupfer größer als bei anderen Materialien, da das Geschirr an allen Stellen die Temperatur der Flamme aufweist. Darüber hinaus sollte das Kupfer vor salz- und säurehaltiger Atmosphäre geschützt werden. In Verbindung mit Feuchtigkeit, zu finden etwa bei Saurem Regen, kann grüngefärbtes Kupferacetat ausflocken, was sich für den menschlichen Organismus als schädlich erwiesen hat. Entdeckt man derartige Stellen auf seinem Geschirr, sollten sie vor dem Gebrauch wegpoliert werden. Am besten bewahrt man Kupfer an dunklen, trockenen Orten auf. Übrigens: Kupfer muss nicht glänzen. Wer dennoch auf glanzvolles Geschirr besteht, bei dem hilft nur Polieren. Außerdem bietet sich eine anschließende Versiegelung mit einem Glanzspray an. Erhältlich im Fachhandel.

Ist Kupfer schädlich?

Wie eingangs erwähnt, hat sich die Annahme, Kupfer sei für den menschlichen Organismus ungesund, längst als falsch erwiesen. Trotzdem gibt es in Deutschland nach wie vor Gesetze, die es der Gastronomie verbieten, Kupfer zu benutzen. Dieses Verbot rührt vorzugsweise daher, dass sich in der Industrie die Herstellung von billigen Massenartikeln durchgesetzt hat. Da es sich bei Kupfer um ein sehr komplexes Material handelt, kann bei falscher Handhabe solcher Artikel durchaus ein Gesundheitsrisiko bestehen. Wichtig: Wenn man sich entscheidet, mit Kupfer zu kochen, sollte man die hohen Kosten für echtes Kupfergeschirr nicht scheuen. Auf Nachfrage beim Gesundheitsamt können sich die Konsumenten darüber hinaus selbst überzeugen, dass sich echtes Kupfer in diversen Studien nicht als schädlich erwiesen hat.

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