Fisch zu Weihnachten

Karpfen blau – Ein Traditionsgericht

Neben Kartoffelsalat und Würstchen, Weihnachtsgans und Fondue gilt der blaugekochte Fisch zu den Traditionsgerichten in der deutschen Küche. Wir verraten, wie die Speise funktioniert und welche Geschichte dahinter steckt.

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Karpfen blau an Weihnachten

Vor allem Forelle und Karpfen sind beliebte Traditionsgerichte an den Weihnachtsfeiertagen.

In Mittel- und Osteuropa gehört der Weihnachtskarpfen zu den traditionellen Weihnachtsgerichten. Dieses Brauchtum stammt noch aus der Zeit, als die Adventszeit zugleich zur Fastenzeit erklärt wurde. Einen Tag vor Beendigung selbiger sollte am Heiligabend ein besonderes Fastengericht serviert werden. Die Wahl fehlte auf den Karpfen, der zugleich nahrhaft, kostengünstig aber auch gesund ist. Heute gibt es viele Arten, einen solchen Fisch zuzubereiten. Eine besonders beliebte Variation ist das Blaukochen.

Warum ein Karpfen zu Weihnachten?

Für das Christentum steht mit dem sogenannten Weihnachtskarpfen viel in Verbindung. Sämtliche Bestandteile des Karpfens waren für den gläubigen Christen mit einer besonderen Bedeutung verbunden. Die Schuppen des Karpfens sollten nach der Zubereitung mit sich herumgetragen werden und sollten dem Aberglauben zufolge für viel Geld im kommenden Jahr sorgen. Im Kopf des Fisches sollten sich die Marterwerkzeuge Christi befinden, aus den Kopfknochen ließ sich angeblich eine taubenähnliche Gestalt zusammensetzen, die als Sinnbild für den Heiligen Geist stehen sollte und seinen Träger gegen Hexen schützen sollte. Über den Augen des Karpfens sollten sich mondförmige Steine befinden, die dem Finder Glück bescheren sollten. Ein weiterer Brauch besagte, dass die Gräten des Fisches nach dem Verzehr im Garten vergraben werden sollten und dort das Gedeihen der Pflanzen im Frühjahr fördern sollten.
Karpfen blau

Beim Blaukochen erhält der Karpfen seine bläuliche Färbung - daher auch der Name.

Blaukochen – Wie geht das?

Der Begriff Blaukochen stammt ausschließlich aus der Fischküche und ist in erster Linie irreführend. Aufgrund seiner empfindlichen Konsistenz sollte Fisch niemals gekocht werden. Das bedeutet, dass das Wasser, in dem der Fisch zubereitet wird, niemals auf 100 Grad Celsius erhitzt werden sollte. Stattdessen beschreibt der Vorgang des Blaukochens eine Methode, um den Fisch zu pochieren. Beim Pochieren wird der Fisch schonend in einem Sud gegart. Seinen Namen hat das Blaukochen von der bläulichen Farbe, den der Fisch durch diese Form des Garprozesses annimmt. Merke: Zum Blaukochen eignen sich nur Speisefischsorten, deren Haut von einer klaren Schleimschicht überzogen ist. Bevor man den Fisch auf diese Weise zubereitet, sollte man darauf achten, ihn möglichst selten zu berühren. Die Schleimschicht bleibt somit intakt und die blaue Färbung bleibt gleichmäßig. Um die Blaufärbung zu intensivieren, wird dem Sud zusätzlich Essig beigegeben.

Karpfen Blau einfach selbst gemacht

Bevor man sich dem Fisch widmet, wird zunächst ein Sud hergestellt, in dem der Karpfen später kochen wird. Dazu eignet sich fast jedes Gemüse wie Lauch, Karotten, Sellerie und diverse Kräuter. Je nach Geschmack kommen die einzelnen Gemüse- und Kräutersorten kleingeschnitten in einen Topf und werden mit einem Lorbeerblatt sowie Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Das ganze eine halbe Stunde köcheln lassen. Anschließend den Karpfen mit heißem, aufgekochtem Essig übergießen, bis sich die Haut blau färbt und in den Sud geben. Dabei unbedingt aufpassen, dass die Schleimschicht auf der Haut nicht beschädigt wird. Den Fisch im Sud nun zugedeckt zwischen 15 und 20 Minuten mitköcheln lassen. Anschließend den Fisch aus dem Topf nehmen und auf einer Platte anrichten. Als Beilage eignen sich Salzkartoffeln und Sahnemeerrettich. Guten Appetit!

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