Verkantes Super-Food

Amarant: So vielseitig ist das Andengewächs

Obwohl Amarant schon seit Tausenden von Jahren als Nutzpflanze angebaut wird, läuft es weitgehend unter dem Radar. Dabei ist Amarant so gesund wie kaum ein anderes Getreide.

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Amarant: So gesund ist das Andengewächs

Amarant ist sehr gesund und lecker.

Eigentlich trifft Getreide auf Amarant gar nicht zu. Im Gegensatz zu anderen Getreidesorten zählt Amarant nicht zu den Süßgräsern, sondern zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Da es aber wie Getreide aussieht und auch so verarbeitet wird, fällt es wie Quinoa unter den Begriff Pseudogetreide. Kultiviert wurde Amarant schon von der Coxcatlán-Kultur, welche vor 9.000 Jahren in Mexiko lebte. Bei den Azteken, Inka und Maya war Amarant eines der Hauptnahrungsmittel und noch heute ist das Gewächs in der Andenregion als Kiwicha bekannt und beliebt.

Glutenfrei

Jeder fünfzehnte Mensch in Deutschland leidet unter einer Glutenunverträglichkeit und muss daher auf Produkte, welche aus herkömmlichen Getreide hergestellt werden, verzichten. Gut, dass es mittlerweile Alternativen wie Mandelmehl oder Kaffeemehl gibt. Allerdings haben diese Mehlsorten einen Nachteil: Sie werden nur selten im Supermarkt angeboten. Die Folge ist, dass man meist zu einem alternativen Supermarkt muss. Zwar ist auch Amarant nicht überall zu bekommen, allerdings bieten auch immer mehr Drogeriemärkte das Mehl der Andenpflanze an.

Galerie: Glutenfreies Gebäck und Mehl-Alternativen

Noch besser ist es, wenn Sie das Fuchschwanzgewächs im eigenen Garten anbauen. Amarant ist anspruchslos und benötigt nur ausreichend Licht zum Wachsen. Bodenbeschaffenheit, Bodenqualität und Nährstoffgehalt? Das alles interessiert die Nutzpflanze wenig. Die Aussaat beginnt Mitte April, geerntet wird zwischen September und Oktober. Selbst die Blätter der Pflanze sind, wie Spinat, zum Verzehr geeignet. Es empfiehlt sich, jüngere Blätter zu nutzen, da reifere Blätter manchmal bitter sind. Um an die kostbaren Samen zu kommen, müssen Sie die Blütenstände abschneiden und trocknen. Die Samen fallen dann von alleine heraus.
Amarant: So gesund ist das Andengewächs

Amarant ist nicht nur gesund, sondern sieht auch noch toll aus.

Powergewächs Amarant

Amarant kann nicht nur leicht angebaut werden, sondern hat auch noch viele andere Vorteile zu normalem Getreide. So ist der Kohlenhydrate-Anteil bei Amarant wesentlich niedriger und eignet sich daher gut zum Abnehmen. Die bestehenden Kohlenhydrate lassen sich vom Körper leicht verarbeiten und gelangen schnell in den Kreislauf. Zudem ist der Ballaststoff-Anteil von Amarant außergewöhnlich hoch. Eiweiß ist nicht nur in Mengen, sondern auch in sehr guter Qualität vorhanden. Zwischen 15 und 17 % der Samen bestehen aus Proteinen. Das macht das Pseudogetreide auch für Sportler sehr attraktiv.
Außergewöhnlich ist auch der hohe Anteil an Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Diese essentiellen Fettsäuren können vom Körper nicht selbst hergestellt werden und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Insgesamt bestehen 70 % aller Fettsäuren von Amarant aus ungesättigten Fettsäuren. Ungesättigte Fettsäuren landen heutzutage leider viel zu wenig auf unseren Tellern, dabei sind sie unabdingbar für eine gesunde Ernährung. Sie beugen Herzinfarkten, Krebs und Asthma vor und senken den Cholesterinspiegel.
Amarant: So gesund ist das Andengewächs

Müsliriegel aus Amarant können gekauft oder selbst gemacht werden.

Vitalstoff-Lieferant Amarant

Der Anteil der Vitalstoffe ist bei Amarant so hoch, wie bei keiner anderen Getreideart. Eisen, Magnesium und Calcium sind auf so hohem Niveau, dass sich die Nutzpflanze gerade für Schwangere – welche häufig unter dem Mangel leiden – empfiehlt. Konzentriert enthalten ist auch der Stoff Lysin. Diese Aminosäure ist essentiell wichtig für den Aufbau von Kollagen, essentiell für gesunde Haut und Knochen.
In der Küche gibt es viele Einsatzmöglichkeiten für Amarant. So können Sie die Blätter wie Spinat oder in einem Salat zubereiten. Die kleinen Kügelchen kochen Sie so: Waschen Sie die Samen gründlich unter heißem Wasser ab. Anschließend lassen Sie das Amarant mit der doppelten Menge Wasser (ähnlich wie bei Reis) in einem Topf kurz aufkochen und dann circa 25 Minuten bei kleiner Hitze köcheln. Zuletzt quellen die Kügelchen noch fünf bis zehn Minuten.
Amarant bietet durch seinen leicht nussigen Geschmack die Grundlage für zahlreiche Gerichte. Es eignet sich als Beilage zu Gemüsegerichten, Aufläufen und Pfannengerichten, zu Müslis, Salaten und Süßspeisen. Ein verkantes Multitalent.
Alexander Scherb

von

Technik, Lifestyle und Natur sind meine Leidenschaften. Am besten in Kombination.

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