Unnützes Wissen

Spargel und Urin: Darum riecht es beim Pullern

Jedes Jahr die gleiche Frage: Warum riecht es beim kleinen Toilettengang komisch, nachdem man Spargel gespeist hat? Das ist die Antwort.

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Spargel Urin Geruch

Jetzt riecht’s! Nach dem Spargelgenuss kommt es beim Pinkeln gern zu einer ungewollten Geruchsentwicklung.

Es ist eines der großen Alltagsrätsel im Frühling: Wieso nur riecht es nach dem genussvollen Verspeisen von Spargel beim Pullern etwas streng nach diesem – sonst eigentlich sehr appetitlichen – Gemüse? Denn spätestens beim Toilettengang hat man als Spargelkonsument ein zweites Mal etwas von diesen Stangen. Die Lösung des Rätsels liegt natürlich in den chemischen Bestandteilen: In Spargel befindet sich ein großer Teil der sogenannten Asparagusinsäure. Dieser Stoff ist für den merkwürdigen Geruch verantwortlich. Ein Enzym zersetzt diese Säure in schwefelhaltige Stoffe – und die riechen dann entsprechend. Sie wissen nicht, wovon wir sprechen? Das ist nicht verwunderlich, denn die Chance, dass Sie den markanten Geruch noch niemals wahrgenommen haben, ist gar nicht so klein. Auch hier spielen chemische Prozesse eine wichtige Rolle. Übrigens: Der Geruch ist vollkommen harmlos, Ängste vor Krankheiten oder so bestätigen sich hier nicht.

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Darum kennen Sie das Phänomen Spargel-Urin nicht

Seit Ende 19. Jahrhunderts wurde an den Gründen des mysteriösen Spargel-Urins geforscht. Denn viele Menschen zeigen sich noch heute irritiert: Einige behaupten, ihr Urin würde nach den Spargelessen nicht merkwürdig riechen. Andere haben den Geruch angeblich noch nie wahrgenommen. Und beide Gruppen dürfen Recht behalten. Denn tatsächlich gibt es Menschen, deren Urin eben nicht anders riecht, nachdem sie Spargel genascht haben. Hier fehlt es schlichtweg am oben beschriebenen Enzym. Es gibt aber auch jene Menschen, die einfach nichts riechen, selbst wenn der Geruch vorhanden ist. Der Fachbegriff lautet spezifische Anosomie, das bedeutet so viel wie selektives Nichtriechen. Ein mutiertes Gen sorgt dafür, dass die Geruchsstoffe einfach nicht vom Gehirn verarbeitet werden.