Der Trend aus den USA

Kaffeemehl: Die glutenfreie Alternative zu Weizen

Immer mehr Konsumenten greifen zu glutenfreien Inhaltsstoffen, um ungesundes Weizenmehl zu ersetzen. Trendsetter aus den USA schwören neuerdings auf Kaffeemehl, besonders in der süßen Dessertküche.

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Kaffee

Bislang wurde hauptsächlich die Kaffeebohne weiterverarbeitet, um daraus Kaffeepulver zu mahlen. Bei der Gewinnung von Kaffeemehl findet auch der Rest Verwendung.

Zugegeben: Der erste Gedanke bei dem Wort „Kaffeemehl“ führt uns wohl alle zum klassischen, gemahlenen Kaffee. Immerhin hat dieser nicht bloß die Konsistenz von dunklem Mehl, sondern sieht auch so aus. Doch ganz so einfach ist es nicht. Bei Kaffeemehl handelt es sich nicht um die Neuentdeckung eines eigentlich altbekannten Lebensmittels, sondern um eine Substanz, die bislang tatsächlich kaum genutzt wurde. Doch was kann Kaffeemehl, was andere Substanzen nicht können? eKitchen klärt auf!

Kaffeemehl ist eigentlich Abfall

Um zu erklären, was Kaffeemehl von klassischem Kaffeepulver unterscheidet, werfen wir einen Blick auf den Aufbau der Kaffeepflanze. Wichtig für die Gewinnung von Kaffee ist die Kaffeekirsche. Die kleinen roten Früchte haben tatsächlich große Ähnlichkeit mit herkömmlichen Kirschen und beinhalten die Kaffeebohne. Wenn man diese zermahlt, erhält man Kaffeepulver. Das Kaffeemehl hingegen wird aus dem getrockneten Fruchtfleisch gewonnen, das die Bohne umschließt. Dazu werden die Bohnen nach Erreichen der an der roten Farbe erkennbaren Reife gepflückt und Fruchtfleisch und Kaffeebohne anschließend voneinander getrennt. Die Bohne wird zu Kaffeepulver verarbeitet, das Fruchtfleisch meist entsorgt. Dass sich Letzteres auch weiterverarbeiten lässt, spielte für die Lebensmittelindustrie bislang kaum eine Rolle. Bis jetzt!
Kaffeekirsche

Die Kaffeekirsche wächst als gelb-orangefarbene Frucht heran und verfärbt sich mit der Zeit immer dunkler. Ist sie knallrot, ist sie reif und kann geerntet werden.

Kaffeemehl wird plötzlich zum Trend

Früher allenfalls noch als Dünger eingesetzt, fand der kulinarische Einsatz von Kaffeemehl in New York seinen Ursprung. Findige Genießer aus der US-amerikanischen Metropole entdeckten die völlige Glutenfreiheit der Zutat und begannen, Kaffeemehl zum Kochen und Backen einzusetzen. Das Gute daran: Obwohl Kaffeemehl aus der Kaffeepflanze gewonnen wird, ist der Geschmack kräftig-fruchtig mit einer leichten Zitrusnote. Das trifft übrigens auch auf die Kaffeekirsche zu. Der Geschmack einer unbehandelten Kaffeekirsche ist süßlich-fruchtig. Erst in der Kaffeebohne steckt der typische Kaffeegeschmack. Verarbeiten lässt sich Kaffeemehl genau so wie normales Mehl. Besonders schmackhaft erweist es sich beim glutenfreien Backen von Kuchen, Keksen und Brot, aber auch als Saucenbinder lässt es sich gut verwenden.

Was macht Kaffeemehl so besonders?

Doch was genau kann Kaffeemehl jetzt eigentlich, dass die New Yorker Trendsetter so sehr davon schwärmen? Kaffeemehl ist nicht nur glutenfrei, sondern besitzt obendrein fünfmal so viele Ballaststoffe wie Vollkornweizenmehl. Der Eisengehalt ist dreimal so hoch wie in frischem Spinat und der Proteingehalt dreimal so hoch wie bei Grünkohl. Vergleicht man Kaffeemehl mit Kokosmehl, so trumpft Kaffeemehl mit 84 Prozent weniger Fett und 42 Prozent mehr Ballaststoffen auf. Darüber hinaus ist Kaffeemehl reich an Kalium. 30 Gramm enthalten so viel Kalium wie zwei Bananen. Es lohnt sich also, Weizenmehl hin und wieder durch Kaffeemehl zu ersetzen. Der bislang wohl größte Haken: Hierzulande ist dieser leckere Geheimtipp noch nicht erhältlich. Wir empfehlen: Augen auf beim nächsten Amerika-Trip!

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