Schädliches Insektizid

Faules Ei: Smartphone-App erkennt giftige Eier

In immer mehr Bundesländern tauchen mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier auf. Millionen dieser Eier kamen aus den Niederlanden nach Deutschland. Eine App soll helfen, belastete Exemplare zu erkennen.

Datum:
Faules Ei-App

Sicherheit für Verbraucher: Die App „Faules Ei” verrät, ob die Eier mit dem giftigen Fipronil belastet sind.

Millionen Eier sind mit dem giftigen Insektizid Fipronil belastet. Mehr als zwei Millionen Eier kamen über die Niederlande und Belgien nach Deutschland. Tendenz: steigend. Immer mehr Betriebe werden gesperrt und immer weitere belastete Eier werden entdeckt. Inzwischen haben neben Rewe auch Aldi und Lidl den Verkauf verdächtiger Eier aus den Niederlanden gestoppt. Aldi Süd und Aldi Nord nehmen zeitweilig sogar alle Eier aus dem Sortiment, die nicht nachgewiesenermaßen frei von dem Schadstoff sind. Wie viele der möglicherweise belasteten Eier bereits verkauft wurden: unklar.

Faules Ei: App erkennt Herkunft der Eier

Prinzipiell sei es ratsam auf den Verzehr von Eiern aus den Niederlanden vorerst zu verzichten. Jedes Ei ist mit einem Code versehen, der Auskunft über die Herkunft gibt. Ein NL am Anfang des Codes verrät, dass das Ei aus den Niederlanden kommt. Wenn bei deutschen Eiern hinter dem Ländercode (DE) eine 03 steht, sollte man ebenfalls auf Nummer sicher gehen: Diese Eier stammen aus Niedersachsen, hier kam das Insektizid ebenfalls zum Einsatz. Inzwischen sind in über 12 Bundesländern belastete Eier aufgetaucht. Wer sicher gehen möchte, nutzt die kostenlose App „Faules Ei” von der Firma Abelssoft. Anhand des Codes gibt die App entweder Entwarnung oder die Mitteilung, dass das Ei besser nicht auf dem Teller landet.
Faules Ei

So sieht es aus: Die App Faules Ei verrät in deutscher oder englischer Sprache, ob die Eier sicher sind.

* Die App wurde am 3. August 2017 veröffentlicht. Möglicherweise sind die Downloads nicht sofort freigeschaltet. Versuchen Sie es bei Problemen später noch einmal.

Fipronil: Was ist dieser giftige Stoff und wie kommt er in die Eier?

Fipronil kommt eigentlich als Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Oder als Anti-Zecken-Mittel in der Veterinärmedizin. Und eigentlich ist der schädliche Stoff strikt kontrolliert: Nachdem man erkannt hat, dass es nicht nur für Schädlinge, sondern auch für Honigbienen äußert giftig ist, beschloss die Europäische Union den Einsatz stark zu limitieren. Über 100 niederländische Legehennenbetriebe hatten die in der Nutztierhaltung inzwischen verbotene Substanz verwendet. Auch in vier deutschen Betrieben konnte man den Einsatz des Insektizids in Verbindung mit dem Milbenbekämpfungsmittel Dega-16 nachweisen. Die Produzenten sind sofort im Kontrollsystem für Eier gesperrt worden.

Wie schädlich ist Fipronil?

Prinzipiell ist Fipronil sehr giftig. In hoher Konzentration sind schwere Organschäden möglich. Schäden an Leber, Nieren und Schilddrüse sind nicht auszuschließen. Allerdings gehen die Behörden davon aus, dass gesunde Erwachsene beim Verzehr eines der Eier keine Folgen befürchten müssen. Immungeschwächte Menschen, Senioren und insbesondere Kinder sollten aber in jedem Fall vorsichtig sein. Aber keine Sorge, eine eiarme Ernährung macht viel Spaß, auch wenn es gerade keinen Skandal gibt. Probieren Sie doch einmal Aquafaba, oder eine dieser vielseitigen Ei-Alternativen. Es lohnt sich.

Ei-Ersatz

Erik J. Schulze

von

Fast Food und gesunde Ernährung sind nicht miteinander vereinbar? Mit etwas Kreativität und den richtigen Gadgets können auch Freunde der schnellen Küche mit einem guten Gefühl im Bauch zuschlagen.