Nicht zu kalt oder zu warm

Erst die richtige Weintemperatur sorgt für optimalen Geschmack

Mit der Temperatur von Wein verhält es sich in etwa so wie mit der Kerntemperatur von Fleisch: Erst wer mal kräftig daneben gelegen hat, schmeckt, was er da angerichtet hat.

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Schweren Rotwein sollten Sie bei einer Temperatur zwischen 16 und 18 Grad genießen.

Dass Weißwein kalt und Rotwein warm getrunken wird, hat jeder schon mal gehört. Eigentlich ist es ganz einfach: Je leichter ein Wein, desto kühler muss er sein. Schweren Wein trinkt man dagegen wärmer. Die Schwere meint dabei die Fülle, die der Wein im Mund erzeugt.
Vergleichen Sie nur einmal einen einfachen Müller-Thurgau (leichter Weißwein) mit einem australischen Shiraz (schwerer Rotwein). Auch wenn es unter Weingenießern zu individuellen Abweichungen kommt, wissen Kenner aus Erfahrung, bei welcher Weintemperatur welche Sorte am besten schmeckt.

Trinktemperatur Weißwein

Weißwein muss frisch schmecken! Niedrige Temperaturen reduzieren das Geschmacksempfinden und lassen dadurch auch einen Weißwein mit einem hohen Säuregehalt nicht sauer, sondern erfrischend schmecken.
DierichtigeWeintemperatur

Weißwein trinkt man kühl: Je nach Sorte zwischen 8 und maximal 14 Grad.

  • 8–10 Grad: junge und leichte Weißweine – Rebsorten wie Pino Grigio, Grüner Veltiner oder Riesling gehören in diese Kategorie. Auch Sekt wird bei dieser Temperatur getrunken. Um eine solche Temperatur zu erreichen, stellen Sie die Flasche ca. 3 bis 5 Stunden in den Kühlschrank.
  • 12–14 Grad: kräftige Weißweine – am bekanntesten ist hier der Chardonnay. Roséweine werden zwar aus roten Trauben hergestellt, aber wie ein weißer verarbeitet. Daher gilt eine Trinktemperatur von 12 bis 14 Grad auch für den Rosé. Für diese Temperatur sollte die Flasche ca. 2 bis 3 Stunden im Kühlschrank stehen.

Trinktemperatur Rotwein

Das Aroma des Rotweins entfaltet sich besser bei höheren Temperaturen. Insbesondere Rotweine mit vielen Gerbstoffen, den Taninen, wie Cabernet Sauvignon sind kalt kaum zu genießen: Sie würden bitter schmecken. Zu warm dürfen Sie Rotweine allerdings auch nicht kredenzen.
Die alte Faustregel von der „Zimmertemperatur” ist heutzutage nicht mehr haltbar, da sie aus einer Zeit stammt, in der Wohnungen und Häuser im Schnitt einige Grad kühler waren. Ist der Rotwein zu warm, überdeckt der aufsteigende Alkohol die Geschmacksnuancen des Weins.
DierichtigeWeintemperatur

Dass die Zimmertemperatur mit der Trinktemperatur übereinstimmt, ist ein Irrglaube. Rotwein sollte ein paar Grad kühler sein.

  • 14 Grad: leichte Rotweine – zu dieser Gruppe gehören etwa der Merlot oder der Valpolicella. Um 14 Grad zu erreichen, lassen sich diese Rotweine durchaus für ca. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, wenn man sie etwa eine Stunde vor dem Trinken herausnimmt.
  • 16–18 Grad: kräftige Rotweine – Cabernet-Sauvignon, Chianti oder Bordeaux-Weine mögen diese Temperatur am liebsten. Nur kurz in den Kühlschrank stellen, oder noch besser in einem kühlen Raum lagern – so erreichen Sie eine Temperatur, die einige Grad unter unserer üblichen Zimmertemperatur liegt.

Philipp Weber

von

Freischaffender Journalist aus Hamburg. Mit Vorliebe für gutes Essen und clevere Technik. Tätig unter anderem für eKitchen und den Stern.

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