Von warm bis heiß

WMF Skyline vario: Test des Wasserkochers mit Wahlfreiheit

Fünf verschiedene Heizstufen von 60 bis 100° C lassen sich am Wasserkocher WMF Skyline vario wählen. eKitchen-Autor Gerald Sinschek testet das schicke Gerät.

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Wasserkocher mit Temperaturvorwahl

Der Wasserkocher WMF Skyline vario bietet neben einem eleganten Äußeren reichlich Funktionen für anspruchsvolle Teefreunde.

Der Wasserkocher „Skyline vario” von WMF blitzt und blinkt derart beeindruckend, wenn man ihn aus der Verpackung nimmt, dass mir auf den ersten Blick Ungemach schwant. Der Apparat muss bestimmt andauernd gewienert werden. Bei näherem Hinsehen fällt auf: Sowohl der Druckknopf zum Öffnen des Deckels als auch eine kleine Fläche zum Verschließen am Deckel selbst sind aus Kunststoff gefertigt. Ich muss den Edelstahl also nicht zwingend berühren und mit Fingerabdrücken verunstalten. Die Ausgussöffnung ist so dünn und leicht nach außen umgewalzt, dass beim Ausgießen kein Wasser heruntertropft. Um Kalkränder muss ich mir also auch keine Sorgen machen.

Was kann der Wasserkocher?

Mit bis zu 3.000 Watt Leistung bringt der Apparat Wasser zum Kochen, das klingt vielversprechend. Fünf verschiedene Stufen von 60° bis 100°C lassen sich an dem 360°-Sockel mit Aufwickel-Vorrichtung für das mit 70 Zentimeter Länge gut bemessene Kabel vorwählen. Außerdem finden sich hier noch ein separater Start/Stopp-Schalter sowie ein kleiner Knopf für die Warmhaltefunktion „keep warm“. Die soll das erwärmte Wasser bis zu 20 Minuten im gewählten Temperaturbereich halten. Beide Schalter leuchten bei Betrieb blau, der jeweilige Status wird eindeutig angezeigt. Der Kocher selbst fasst bis zu 1,6 Liter Wasser. Ist die vorgewählte Temperatur erreicht, meldet ein nicht zu lauter Piepton das Ende des Kochvorgangs. Im Inneren des Kochers hat WMF zwei kleine blaue mit Kunststoff ummantelte LEDs montiert. Das sieht nett aus, hat aber über den optischen Effekt hinaus keine Funktion. Wer lieber vollständig auf Kunststoffe im Inneren eines Wasserkochers verzichtet, muss sich nach anderen Modellen umsehen. Ein feines und gut abschließendes, herausnehmbares Metallsieb komplettiert die Ausstattung.

Galerie: Test Wasserkocher WMF „Skyline vario“

Der Praxis-Test

Nach dem Auspacken fällt als Erstes auf, dass Kocher und Basis nahezu geruchsneutral sind. Das ist bei vielen anderen Geräten nicht der Fall. Trennmittel oder Kunststoffausdünstungen können einem manchmal regelrecht den Atem rauben. Auch beim ersten Erhitzen gibt sich der Apparat nasenfreundlich, obwohl jeder Kocher vor dem Einsatz wenigstens einmal gründlich mit Spülmittel gereinigt oder sogar mit Zitronenwasser ausgekocht werden sollte.
Wasser marsch! Die Skalierung der Wasserstandsanzeige auf dem recht großen und leicht bläulich eingefärbten Kunststoff-Fenster ist für meinen Geschmack zu sehr hinter dem Handgriff versteckt und lässt sich nicht besonders gut ablesen. Auch dürfte die Beschriftung etwas größer sein. Wie schnell heizt er denn nun auf und wie laut wird der Skyline vario dabei? Mit knapp 20°C zeigt das Thermometer die Wasserhahn-Temperatur an, bis zum automatischen Ausschalten mit Piepton vergehen bei Wahlstufe 100°C 4:12 Minuten. Das ist recht flott. Dabei entwickelt das Gerät nur eine mäßige Lautstärke, die am frühen Morgen vor der ersten Tasse Tee noch nicht nervtötend ist. Außer am Griff darf man den Kocher aber nicht anfassen: Er wird sehr heiß! Bis auf 60°C braucht das Gerät lediglich 2:24 Minuten.
Ein externes Messgerät zeigt bei der 100°C-Einstellung in zwei Versuchen 96 bis 98°C tatsächliche Temperatur, bei der 60°C-Einstellung sind es lediglich 53°C bis 54,9°C. Hier ist das Feintuning überarbeitungsbedürftig. Gleiches gilt für die Warmhaltefunktion – sie ist bei höheren Temperaturen präziser als am unteren Ende der Skala.

Fazit

Schick sieht er aus und mit Features wie Warmhaltefunktion, Temperaturwahl, feinem Sieb und der Kabelaufwicklung erfüllt er alle Ansprüche. Die Bedienung ist einfach, das Handbuch kann im Karton bleiben. Wer grundsätzlich Kunststoffen im Kochbereich skeptisch gegenüber steht, sollte aber zu einem anderen Gerät greifen. Die Deckelöffnung ist sehr klein, das erschwert eine eventuell erforderliche manuelle Innenreinigung. Außerdem ist der WMF Skyline Vario schlecht isoliert und erreicht nicht ganz die vorgegebene Temperatur. Für 109,99 Euro muss der Hersteller hier nachbessern.

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