Brandheiß

Smarter iKettle 3.0: Test des wohl schlausten Wasserkochers der Welt

Die vernetzte Küche ist einer der großen Trends – ob es wirklich einen smarten Wasserkocher braucht, erfahren Sie im Test des Smarter iKettle.

Datum:
smarter iKettle 3.0

Der Wasserkocher Smarter iKettle ist kompatibel mit Android und iOS.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der dritte Smarter iKettle hinterlässt gemischte Gefühle. Das Gerät sieht hochwertig aus und fühlt sich robust an. Die Installation ist einfach und die smarten Funktionen gehen in großen Teilen gut von der Hand. Umso mehr ärgern Patzer in der Handhabung: die starke Hitzeentwicklung verwundert bei so einem Gerät genau so sehr, wie fehlende, grundlegende Informationen zum Füllstand – besonders, da die App hier patzt. Bei einem Premium-Kocher darf man einen höheren Komfort erwarten. Diese teils unangenehmen Fehler verhindern eine bessere Bewertung. Die Frage, ob die Welt einen Smarter iKettle der dritten Generation braucht, beantwortet jeder für sich selbst. Wer seinen Wasserkocher auf das Grad genau per Sprachsteuerung kontrollieren möchte, kommt aber wahrscheinlich nicht um dieses Gerät herum.

Pro

  • Einfache Einrichtung
  • Modernes Design
  • Große Kontrolle
  • Solider Funktionsumfang

Kontra

  • Hitzeentwicklung am Gerät
  • Keine analogen Informationen zum Füllstand
  • App nicht ohne Probleme
  • Mittelmäßige Geschwindigkeit

Smarter iKettle 3.0

Sie lieben Tee. Am liebsten wollen Sie Ihren geliebten Kräuteraufguss bereits trinken, wenn Sie morgens im Büro ankommen? Wäre da nicht diese lästige Warterei auf den Wasserkocher. Wenn Ihnen fünf Minuten zu viel sind, hat das Londoner Unternehmen Smarter die Lösung: die inzwischen dritte Generation des ersten smarten Wasserkochers der Welt ist da. In unserem Test erfahren Sie, wie schlau das Gerät wirklich ist – und wie sehr der Wasserkocher den Alltag erleichtert. Dabei stehen die Handhabung der App und die Leistung als reiner Wasserkocher auf dem Prüfstand. Im Test stand nur die englische Sprache zur Verfügung, entsprechende Begrifflichkeiten (z.B. innerhalb der App) haben wir zum besseren Verständnis im Text übersetzt.

Smarter iKettle 3.0: Aufbau und Installation

Smarter iKettle Button

So muss es sein: ein runder Knopf startet und stoppt das Gerät. Ohne App.

Die Einrichtung dieses Geräts ist vergleichsweise leicht. Wer nur Wasser kochen möchte muss nur zwei Schritte befolgen.
  1. Gerät anschließen
  2. Den einzigen Knopf am iKettle drücken
Wer also nur einen attraktiven Wasserkocher kaufen möchte und auf die smarten Funktionen verzichtet kriegt einen simplen Wasserkocher. Das Kabel ist mit etwas über einer halben Armlänge nicht sehr lang, der iKettle steht also ohne Verlängerungskabel zwangsweise in der Nähe einer Steckdose. Wer sich das Gerät wegen seiner smarten Leistungsfähigkeit anschafft, hat es aber auch nicht viel schwerer: Mit der Smarter-App aus den jeweiligen App-Stores (iOS und Android) erstellen Sie ein Benutzerkonto und wählen Ihr Gerät aus. Zum Verbinden mit dem iKettle flimmert das Handy-Display in einer bestimmten Frequenz – ein Sensor an der Basis des Wasserkochers entnimmt dem Smartphone so Daten zum Log-In in das WLAN-Netzwerk und verbindet sich automatisch. Ungewohnt aber im Test problemlos.

So gut funktioniert die Smarter-App mit dem iKettle 3.0

Smarter iKettle 3.0 App

Für alle Funktionen Pflicht: Um die Smarter App kommt man für den vollen Umfang des iKettle nicht herum.

In Gruppen (z.B. Home oder Office) einsortiert, sind die Geräte für verschiedene Benutzer der Smartphone-App verfügbar. Die Zuordnung ist einfach und nahezu selbsterklärend. Einmal eingerichtet, hat der Nutzer alle Optionen, die er von einer solchen App bei einem Wasserkocher erwarten darf. Die Temperatur lässt sich auf das Grad genau einstellen. Eine Anzeige verrät außerdem den aktuellen Stand, so dass stets abrufbar ist, wie weit das Gerät sich bereits aufgeheizt hat. Hier eine Übersicht der smarten Funktionen per Smartphone:
  • Anzeige der aktuellen Wassertemperatur
  • Gradgenaue Einstellung der gewünschten Wassertemperatur (bis 100 °C)
  • Start/Stop des Heizvorgangs
  • Anzeige des aktuellen Füllstands
  • Aktivierung per GPS in einem festgelegten Zeitrahmen (z.B. beim Heimkommen nach der Arbeit)
  • Wecker
  • Formula-Modus (Kochen und auf eine gewünschte Temperatur herunterkühlen)
Die meisten versprochenen Funktionen erfüllt das Gerät tadellos. Hier und da hapert es allerdings: Die Anzeige des Füllstands enttäuscht. Von Vornherein sind nur folgende Optionen möglich: Anzeige in amerikanischen Cups (je 0,23 Liter) oder grobe Angaben wie niedrig, halbvoll oder voll. Allerdings erweist sich selbst das als problematisch: Trotz mehrfachen Versuchen der Rekalibrierung zeigte das Gerät im Test nie die korrekte Menge Wasser an. Auch die Aktivierung per GPS ist nicht sehr zuverlässig: der iKettle reagierte spät auf mein Erscheinen im Büro. Allerdings lässt sich der Vorgang auch manuell starten, wenn man nicht im selben WLAN-Netzwerk ist, wie der Smarter iKettle der dritten Generation. Ein Feature, das den Vorgängern noch fehlte.

Alexa, heize den Smarter iKettle auf 80 Grad!

Smarter App

Übersichtliches Design: Die Smarter App ist meist leicht verständlich.

Ein weiterer Unterscheidungsfaktor: der Smarter iKettle 3.0 unterstützt den IFTTT-Standard. Die Integration mit anderen Smarthome-Systemen ist also kein Problem. Auch ein Amazon Alexa-Skill ist verfügbar. Per Sprachkommando starten und stoppen Sie den Wasserkocher, stellen eine gewünschte Temperatur ein. Das funktioniert auf Anhieb. Wer wirklich keinen Finger krümmen will bis das Wasser kocht, ist hier richtig.

Galerie: Die beliebtesten Wasserkocher aus Glas

Smarter iKettle: Benutzerfreundlichkeit im Check

Smarter Bedienung

Achtung, heiß! Ein Arbeitshandschuh ist zur Bedienung des iKettle nicht notwendig. Eine heiße Außenwand und Spritzwasser sind trotzdem unangenehm.

Die technische Seite hat Smarter also, wie man es bei diesem Firmennamen erwarten darf, zumindest in großen Teilen sauber umgesetzt. Aber wie sieht es mit der Bedienung im Alltag aus? Da macht das Gerät einige Probleme. Zum einen ist kein eindeutiger Füllstand erkennbar. Im Inneren des iKettle ist eine Markierung für den maximalen Füllstand. Wieviel Wasser im Kocher ist? Unklar für den Benutzer. Denn das 1,8 Liter fassende Gadget hat zum Erkennen der eingefüllten Wassermenge keinen Indikator, keine Markierung – nichts. Für die manuelle Einschätzung ist ein Blick durch die Einfüllöffnung notwendig. Das lässt das Design klar und schlicht wirken, praktisch ist es aber nicht. Gerade, da die Anzeige per App nicht zuverlässig funktioniert. Ein weiteres Manko ist die Hitze: Nicht nur das Wasser, sondern auch die Außenwände des Gerätes heizen sich beim Kochen stark auf. Noch viele Minuten nach dem Heizvorgang sollten Sie die Kanne nur am Griff berühren – alles andere ist richtig unangenehm. Sie wollen den Füllstand nach dem Kochen prüfen? Vorsicht – der auffspringende Deckel schleudert noch kochend heiße Wassertropfen umher. Autsch.

Wer ist schneller? Billig-Kocher oder Smarter iKettle 3.0 im Vergleich

Smarter iKettle Inside

Unklar: Die blaue Kante markiert den maximalen Füllstand. Wie viel Wasser gerade im iKettle ist, ist manuell aber nicht ablesbar. Für die 1,8 Liter braucht der iKettle der dritten Generation 5:23 Minuten.

Am Ende soll so ein Gerät aber Wasser zum Kochen bringen. Und das möglichst schnell! Als Konkurrent tritt der dezent verkalkte Büro-Wasserkocher an. Im direkten Vergleich mit Stoppuhr und der gleichen Wassermenge (1,7 Liter) überraschte das Ergebnis. Die alte Büro-Maschine kam auf eine Zeit von 4:32 Minuten. Im besten Versuch kam der Smarter iKettle auf 4:48 Minuten. Verloren. Für eine volle Kanne an der Maximalmarkierung brauchte der schlaue Wasserkocher sogar 5:23 Minuten. Das ist recht lang, aber durchaus vergleichbar mit anderen Geräten. Eigentlich wünscht man sich bei einem Premiummodell mehr – aber immerhin lässt sich der Kochvorgang vorplanen.

Galerie: Die beliebtesten Wasserkocher aus Edelstahl

Smarter iKettle dritte Generation: Preis und Verfügbarkeit

Smarter iKettle Design

Klare Formen: Die limitierte Edition ist schick – mit angepeilten 145,99 Euro aber auch nicht günstig.

Der Smarter iKettele der dritten Generation erscheint in Deutschland voraussichtlich Ende November 2017. Die Standardvariante startet nach aktuellen Angaben bei 129,99 Euro. Im Test kam die limitierte Edition im Stil Weiß/Gold zum Einsatz – die ist mit 145,99 Euro etwas teurer. Wer nicht warten kann, greift bis dahin beim iKettle 2.0 zu. Hier der Praxis-Test des Vorgängers.

Smarter iKettle 3.0

Erik J. Schulze

von

Fast Food und gesunde Ernährung sind nicht miteinander vereinbar? Mit etwas Kreativität und den richtigen Gadgets können auch Freunde der schnellen Küche mit einem guten Gefühl im Bauch zuschlagen.