Schadstoffe im Wasserkocher

Ist mein Wasserkocher BPA-frei? Wichtige Hinweise

Bisphenol A greift in den Hormonhaushalt des Menschen ein und beeinflusst die Fortpflanzung. BPA gilt in diesem Bereich als „besorgniserregend“. Sind Wasserkocher BPA-frei?

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Wasserkocher BPA-frei

BPA im Wasserkocher? Achten Sie auf die Kennzeichnung.

Ist Ihr Wasserkocher BPA-frei? Diese Frage stellen sich manche Menschen, wenn sie ein neues Gerät kaufen möchten. Die Stiftung Warentest hat in der Januarausgabe 2013 Wasserkocher verschiedener Hersteller, Bauarten, Materialien und Preiskategorien unter die Lupe genommen. Geprüft wurden nicht nur der Stromverbrauch, die Verarbeitung, Handhabung und Sicherheit, sondern auch die freigesetzten Schadstoffe. Die Tester untersuchten die Geräte selbst auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Weichmacher (Phthalate). Das gekochte Wasser ließen sie 24 Stunden stehen und analysierten die Mengen an Schadstoffen wie Blei, Kupfer, Nickel und Bisphenol A. Das Testergebnis lautete: „Bis auf sehr geringe Mengen Bisphenol A, die laut europäischer Lebensmittelbehörde EFSA kein Risiko bedeuten, haben wir keine Schadstoffe gefunden.“ Wasserkocher, auf die dies zutraf, wurden allerdings nur mit „befriedigend“ bewertet.

Was ist Bisphenol A und warum sollte ein Wasserkocher BPA-frei sein?

BPA ist die Abkürzung für Bisphenol A. BPA ist eine Ausgangssubstanz bei der Herstellung des Kunststoffs Polycarbonat und von Epoxidharzen. Und diese stecken wiederum in vielen Alltagsgegenständen, zum Beispiel Schnullern, Plastikgeschirr, der Innenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen (die Hauptbelastungsquelle), Behältern und Flaschen für Lebensmittel und Getränke oder Thermopapier (z.B. Kassenbons, Parktickets, Fahrkarten). Ab Januar 2020 ist der Einsatz von BPA in Thermopapieren verboten, schon seit Juni 2011 gilt in der EU ein Einsatzverbot von Bisphenol A in Babyfläschchen.

Wie wirkt BPA bei Menschen?

Bisphenol A gehört zu den hormonell aktiven Schadstoffen, die schon in geringen Mengen den menschlichen Hormonhaushalt durcheinander bringen und in die Reproduktion eingreifen. Beim Kontakt mit dem Lebensmittel löst sich BPA aus dem Produkt und der Mensch nimmt die Substanz auf. Forscher diskutieren Frühreife, eine verminderte Spermienanzahl oder Verhaltensstörungen als mögliche Folgen. Ab 1. März 2018 gilt für BPA eine neue Einstufung, nämlich als „besonders besorgniserregender Stoff“ in der Kategorie „reproduktionstoxisch“, das heißt im Bereich der Fortpflanzung.

Label für „Wasserkocher BPA-frei“

Manche Hersteller werben übrigens mit dem Angabe „Wasserkocher BPA-frei“ für ihr Produkt. Erkennbar sind die Modelle am kleinen grünen Label „BPA FREE“. Das bedeutet, dass sich aus diesem Wasserkocher kein BPA lösen und in das gekochte Wasser übergehen dürfte. Meist handelt es sich um Wasserkocher ohne Kunststoff, die aus Glas oder Edelstahl gefertigt sind.

Wasserkocher BPA-frei

Ingrid Müller

von

Eine gesunde Ernährung, richtig Kochen und gut essen lässt nicht nur die Kilos purzeln, sondern sorgt auch für mehr Wohlgefühl.