Die Zukunft des Online-Einkaufs

Brita WLAN-Wasserfilter mit automatischer Nachbestellung

Smarte Technologien halten auch in der Küche Einzug. Brita hat in Zusammenarbeit mit Amazon.com einen Wasserfilter auf den Markt gebracht, der sich selbst nachbestellt. Klingt unscheinbar, stellt aber die Zukunft des Einkaufens dar.

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Smarter Wasserfilter von Brita

Der smarte Wasserfilter von Brita mit WLAN-Bestellfunktion.

Brita Wasserfilter sind nicht nur in Deutschland ein Verkaufsschlager. Sie kommen auch in den USA hervorragend an. Leider gibt es den neuesten, smarten Wasserfilter von Brita nur in den USA zu kaufen. Warum das? Das Mutterland des Internets ist uns in einigen Belangen voraus, auch was die Möglichkeiten angeht, übers Internet Waren zu bestellen. Der Shopping-Gigant Amazon hat zusammen mit Brita eine smarte Lösung ausbaldowert. Schauen wir uns das genauer an. Und lernen dadurch, wie wir auch in Deutschland in sehr absehbarer Zeit über das Internet Waren noch bequemer bestellen können.

Der Brita Wasserfilter, der sich selbst nachbestellt

Brita bietet neuerdings auf Amazon.com einen sogenannten „Infinity Smart Water Pitcher“ an. Dabei handelt es sich zunächst um nichts anderes als einen herkömmlichen Wasserfilter, so wie wir ihn auch in Deutschland erwerben könnten. Moderne Wasserfilter werden bereits seit einiger Zeit mit Verbrauchsanzeigen ausgestattet, sodass der Verbraucher am Gerät ablesen kann, wann er den Wasserfilter austauschen muss.
Der Clou an dem neuen Gerät ist, dass der Verbrauchssensor über WLAN mit einem zurzeit nur in den USA nutzbaren Amazon-Bestellservice gekoppelt werden kann. Amazon nennt es „Dash Replenishment“. Frei übersetzt heißt das „automatisches Nachbestellen auf Knopfdruck“. Der Shopping-Riese hat seit 2015 einige uns hierzulande noch unbekannte Services in den USA eingeführt, die es in sich haben und die bisherige Art, Waren zu bestellen, weitaus bequemer lösen!

Die Zukunft des Online-Einkaufs: Wie funktioniert das neue Amazon-Bestellsystem?

Das Amazon-System besteht aus mehreren Komponenten:
Die halb-automatisierte Variante ist ein „Dash-Button“, der an der Ware direkt oder beliebig in der Wohnung platziert werden kann. Sobald der Kunde merkt, dass die Ware (z.B. Seife, Käse, Schokolade, Papiertücher) bald alle ist, drückt er auf den Knopf und löst damit eine Bestellung bei Amazon aus. Zur Sicherheit bekommt er einen Hinweis auf sein Handy und kann innerhalb einer halben Stunde die Bestellung stornieren. Eine Randbemerkung dazu: Als Amazon just zum 1. April 2015 das Produkt erstmalig der Öffentlichkeit vorstellte, dachten natürlich alle an einen Aprilscherz. Amazon landete so einen perfekten Aufmerksamkeits-Aufschlag. Dash-Buttons gibt es mittlerweile für eine ganze Reihe von Produkten und es werden immer mehr. Sie können wie jedes andere Produkt auch über Amazon bestellt werden und kosten um die 5 US-Dollar je Stück.
Amazon Dash Button

Der Bestellknopf ist mit diversen Logos von Markenherstellern versehen.

Eine frühere und immer noch von Amazon für einen ausgewählten Testkundenkreis angebotene Variante des Dash-Buttons ist auf das Einscannen des Barcodes für Frischwaren („Amazon Fresh“) ausgerichtet. Der Nutzer kann alternativ in das eingebaute Mikrofon sprechen, um seine Bestellliste aufzunehmen, die anschließend in Text umgewandelt wird.
Amazon Fresh Dash

Der Amazon Dash für den Lieferservice von Lebensmitteln, die man bei Amazon ordern kann. Das Gerät kann nicht käuflich erworben werden.

Die modernste Variante nennt sich, wie bereits erwähnt, Amazon Dash Replenishment und geht einen Schritt weiter. Jegliches Produkt, das mit einem Verbrauchssensor ausgestattet ist, löst direkt via Wifi-Verbindung eine Amazon-Bestellung aus. Der Kunde definiert im Amazon-Account vorab, wie viel nachbestellt werden soll. Natürlich wird er auch hier informiert, dass eine Bestellung ausgelöst wurde. Hierbei kann es sich um einen Drucker handeln, dessen Patrone langsam leer wird, um eine Spülmaschine oder sogar um Hundefutterbehälter, damit die lieben Wuffels nicht verhungern müssen. Mittlerweile sind einige Hersteller bei Amazon USA gelistet, die derartige Produkte mit automatisierter Nachbestellung anbieten. Es handelt sich damit um einen noch jungen Trend, der langsam, aber sicher anzieht.
Und Amazon ist noch einen Schritt weiter gegangen: Mit der Amazon Echo können US-Konsumenten einen Lautsprecher erstehen, der auf das hört, was man ihm sagt. Das sollen mal die Frauen über uns Männer behaupten. Sie können damit Wetternachrichten abfragen, Verkehrsmeldungen, Musik abspielen via Spotify oder Prime Music, Audiobooks vorlesen lassen, das Licht per Sprachkommando ausschalten oder Einkaufslisten ergänzen bzw. einmal vorgenommene Bestellungen nochmals durchgeben. Ok, wir Männer können all das nicht, in der Tat! Vielleicht maximal etwas vorsingen. Aber Einkaufslisten merken? Wie auch immer, das Echo-System ist in den USA ein Riesenerfolg (fast 33.000 Rezensionen schon!) und gibt den Takt im Bereich Smart Home – dem vernetzten Haushalt – an. Nicht etwa Google oder Apple, sondern tatsächlich diese kleine Amazon-Box.
Amazon Echo Box

Amazon hört mit, was Sie im Haushalt sagen: Amazon Echo.

Fazit und Ausblick

Es muss aufgrund der obigen Schilderungen nicht mehr verwundern, warum wir solche Möglichkeiten noch nicht in Deutschland haben. Den sich selbst nachbestellenden Wasserfilter von Brita können wir damit in Deutschland nicht kaufen, da diese Art von Amazon-Services im Moment nur auf dem US-Markt angeboten werden. Oder wird es diese smarte Brita bald bei uns geben? Ein wesentlicher Aspekt, den Amazon dabei verfolgt, ist natürlich die Kundenbindung.
Warum sollte das nicht auch in Deutschland gut ankommen? Doch das alleine wäre es nicht. Es geht um das Vorantasten, wie man Einkaufen via Internet so bequem wie nur möglich gestalten kann. Amazon schreibt sich den Servicegedanken gepaart mit moderner und machbarer Technik nicht umsonst seit Jahren auf die Fahnen. Ganz nebenbei erobert es eine neue Ära, die langsam, aber sicher aufzieht: Die „Smart Home“-Ära. Gerade an dieser Stelle hapert es etwas in Deutschland.
Wir haben den Ruf, Technik gegenüber skeptisch zu sein, wenn es um Neues geht. Wenn wir uns aber erst mal davon überzeugt haben, sind wir Feuer und Flamme. Da der deutsche Markt für Amazon einer der wichtigsten überhaupt ist, dürfen wir gespannt sein, wann Amazon auch hierzulande ähnliche Angebote unterbreitet. Allzu lange wird das nicht auf sich warten lassen.
Robert Basic

von

Seine Passion sind Menschen, sein Antrieb ist die Neugier.

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