Royal-rotes Retro-Gerät

KitchenAid Artisan 5KMT4205: Toaster-Trumm im Test

Der KitchenAid Artisan 5KMT4205 ist ein Gigant unter den Toastern. Und mit einem Preis von knapp 400 Euro auch einer der teuersten. Der Praxis-Test von eKitchen-Autor Gerald Sinschek zeigt, was das Gerät drauf hat.

Datum:
Toaster KitchenAid Artisan 5KMT4205

Ein Monument: Der Toaster Artisan 5KMT4205 von KitchenAid ist einfach riesig.

Der KitchenAid Artisan 5KMT4205 sieht nicht nur mächtig aus, auch sein Gewicht spricht für sich: Stolze 8,5 kg wiegt der rote Riese. Die weitere Ausstattung ist ebenfalls gespickt mit Superlativen: Vier extrabreite Slots befeuert der Toaster mit insgesamt üppigen 2.500 Watt. Automatisch zentriert er dabei bis zu 2,8 Zentimeter dicke Brotscheiben sowie Brötchen- oder Bagelhälften und fährt sie von selbst herunter und hoch, einen schnöden Hebel sucht man an diesem Luxus-Apparat vergebens. Mit einer im Lieferumfang enthaltenen Sandwichzange lassen sich auch zwei gefüllte Toastscheiben rösten, auf diese Funktion bin ich besonders gespannt. Vielleicht kann in Zukunft mein großer Sandwichtoaster mit Wechselplatten im Schrank bleiben?

Getrennt zu steuernde Röstkammern

Je zwei der Schlitze des KitchenAid lassen sich unabhängig voneinander mit verschiedenen Temperaturen oder Programmen nutzen. An jeder Seite des Toasters befindet sich eine Krümellade, das im Geräteboden aufwickelbare Kabel ist mit rund einem Meter ausreichend lang ausgefallen. Auf der Vorderseite finden sich zwei Schieberegler für die Röstgrade von 1-7 und je vier Tasten pro Slotpaar. Die sind belegt mit den Funktionen Sandwich/gefrorenes Brot/Unterbrechen des Röstvorgangs/Brötchen rösten. Ist der Toast fertig, ertönt ein sanftes, aber gut hörbares „Ping”, das sich allerdings nicht abschalten lässt. Wird eine Scheibe nach dem Ende des Röstvorgangs nicht aus dem Schacht genommen, fährt sie wieder herunter und geht in den maximal dreiminütigen Warmhaltezyklus über.

Galerie: Details vom KitchenAid Artisan 5KMT4205

Praxis-Test: So toastet das KitchenAid-Modell

Zuerst die Pflicht, dann die Kür: Die Standard-Toastfunktion überprüfe ich mit je zwei großen und kleinen Scheiben Weißbrot. Es macht „Ping” und die Scheiben versinken langsam im Toaster. Dabei blinkt die gewählte Stufe und zeigt den Betrieb an. Der Balken aus blinkenden Lichtern wird im Laufe der Zeit kürzer und signalisiert so die Restdauer der Röstzeit. Ein weiteres Ping macht auf den fertigen Toast aufmerksam. Ergebnis: Auf Stufe vier erziele ich von beiden Seiten gleichmäßig gut gebräunte Brotscheiben.
Praktisch: In die sehr breiten Slots lassen sich auch Semmel-Hälften versenken. Der nur als Zubehör erhältliche Brötchenaufsatz (29 Euro) ist also nur dann erforderlich, wenn man Schrippen gern im Stück röstet. Bei Stufe 3 ½ gibt es ein sehr gutes Ergebnis: An der Außenseite glühen die Heizdrähte bei diesem Programm nur im Randbereich, damit die teils gewölbte Fläche nicht verbrennt. Innen an der Schnittseite glühen alle Drähte. Mit dem Resultat bin ich sehr zufrieden. Innen sind die Hälften schön kross, außen warm, aber nicht verbrannt.
Jetzt muss der Mega-Toaster anhand von je zwei großen und zwei kleinen gefrorenen Toastscheiben zeigen, ob er diese Disziplin mit seinem Spezialprogramm erledigt: Stufe zwei genügt dafür nicht, Stufe vier ist besser. Die großen Scheiben sind aber im Gegensatz zu den kleinen Toasts ungleichmäßig gebräunt. Die erste kleine Schwäche des Geräts.

Schwächen bei Sandwiches

Zum Schluss des Test-Marathons, bei dem sich schon eine Menge mehr oder minder gerösteter Toastscheiben in der Küche stapeln, die Krönung: Belegt mit einer eher dünnen Scheibe Bratenaufschnitt und dünn gehobeltem Käse klemme ich ein Sandwich aus kleinen Toasts in die mitgelieferte Zange. Rein in den Toaster damit! Auf Stufe fünf gelingt die Bräunung außen gut, innen aber ist weder der Käse geschmolzen, noch ist die Füllung warm. Der gleiche Versuch auf Stufe sechs: Außen lassen sich die Toastscheiben nun als partiell verkokelt bezeichnen, innen ist der Käse wieder nicht komplett geschmolzen und allerhöchstens lauwarm – das funktioniert nicht wie erhofft. Mein alter Sandwichtoaster hat seine Daseinsberechtigung also doch noch nicht verwirkt.

Fazit

Technische Gimmicks wie die Hebe- und Absenkautomatik des Röstgutes sind cool, keine Frage – die Arbeit mit dem Artisan ist ein anderes Erlebnis als mit 08/15-Röstautomaten aus dem Discounter. Alle Standard-Toastfunktionen erledigt der Apparat nahezu perfekt. Die Zusatzfeatures funktionieren zum Teil aber nicht zufriedenstellend. Wer trotzdem knapp 400 Euro für einen Toaster ausgeben möchte, erhält einen Eyecatcher, an dem man sich schon allein optisch immer wieder erfreuen kann.
Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

Kommentare

Die Technik der Kommentarfunktion „DISQUS“ wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.