Der Alleskocher im Praxis-Check

Thermomix TM5: WG-Test der Küchen-Wunderwaffe

In der Küche beschränkt sich eKitchen-Autor Max Wiesmüller auf einfache Aufgaben, aufwendiges Kochen nervt nach der Arbeit. Der folgende Thermomix-TM5-Test soll ihn und seine Mitbewohner vom Lieferdienst-Nutzer zum Koch machen. Mit Erfolg?

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Thermomix TM5

Kochen, dünsten, häckseln, rühren: Gut 1100 Euro veranschlagt Vorwerk für seine neue Küchenmaschine. Ist sie das Geld wert? Der Thermomix TM5 im Praxis-Test!

Der Thermomix ist die eierlegende Wollmilchsau unter den Küchenautomaten. Er soll das Kochen vereinfachen und es all jenen schmackhaft machen, die damit bislang gar nichts anfangen konnten. Er ist Schüssel, Kochtopf, Herd und Lehrer in einem. Exakt 1109 Euro ruft Vorwerk für die neueste Generation auf, ein saftiger Preis. Damit ich mir den leisten möchte, muss er schon einiges auf dem Kasten haben, schließlich bin ich auch bei Smartphones und Tablets ziemlich wählerisch. Also ab mit dem Thermomix TM5 in den Praxis-Test!

Thermomix TM5: Schicker Look, spannende Technik

Herzstück ist das weiße Bedienelement, in dem der Edelstahl-Kochtopf Platz findet. Das sieht echt gut aus! Am Boden des Kochtopfs steckt das Schneidwerk, bei Bedarf steckt man eine Art Schmetterling drauf, der sich zum Rühren eignet. Zudem gibt es ein Varoma: Das Garkörbchen kommt statt des Deckels auf den Thermomix. Strom kommt per Kabel, das sich wie bei einem Staubsauger zusammenrollt, wenn das Gerät nicht in Benutzung ist.

Galerie: So sieht der Küchenautomat aus

Guided Cooking via Touchscreen

Die Bedienung könnte nicht einfacher sein: Der TM5 hat einen Touchscreen, den Digital Natives wie ich den komplizierten Knöpfen vorziehen. Das ist nicht nur Spielerei: Dank Guided Cooking wählt der Nutzer zügig sein Rezept des Tages. Fortan bestimmt der Thermomix, was zu tun ist. Auf dem Farbdisplay sehe ich, welche Zutaten ich benötige, und gebe sie dann gemäß der Anweisung in den Topf. Das Abwiegen erledigt die eingebaute Waage. Auch schneiden muss ich eher selten, außer bei besonders sperrigen Zutaten.

Praxis-Test: Thermomix im WG-Einsatz

Schon nach kurzer Zeit haben auch meine WG-Mitbewohner Interesse am TM5 gefunden. Einer ist Thermomix-Fan in dritter Generation, Mutter und Großmutter besaßen schon die Vorgängermodelle. Wir backen unser eigenes Brot und machen innerhalb von acht Stunden aus Milch Joghurt, der fällt allerdings etwas dünnflüssig aus. Ich bin ein großer Fan der Salat-Funktion: Ich gebe einfach 500 Gramm Rohkost in den Behälter und der Thermomix häckselt das Ganze mit der richtigen Intensität. Sogar das Rezept fürs Dressing hat er parat. Auch aufwendigere Speisen und sogar Kuchenteig sind möglich. Unsere Mitbewohnerin findet Gefallen am Backen. Dank Geling-Garantie sind wir meist mit dem Ergebnis zufrieden. Wer nachjustieren möchte, stellt variabel Temperatur, Rühr-/Schneidintensität und Zeit ein, das ist jedoch selten nötig. Sein Wissen erhält der Küchenautomat durch einen kleinen kreisförmigen Rezept-Chip, der an der Außenhülle andockt.
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Der Thermomix ist zurück – und diesmal sogar mit digitaler Kochanleitung und Geling-Garantie. eKitchen hat den Küchenautomat ausprobiert.

Teure Rezept-Chips und gefährliche Reinigung

Diese Rezept-Chips sind Fluch und Segen: Sechs Chips gibt es bislang, die zwischen 27 und 49 Euro kosten; extrem happig, wie ich finde. Statt Chips nachzukaufen, haben wir uns in der Online-Rezeptwelt angemeldet und laden am PC Rezepte anderer Benutzer herunter, die wir dann nachkochen. Das Reinigen des Schneidwerks ist zwar nicht umständlich, da die Klingen aber extrem scharf sind, muss ich schon sehr aufpassen. Außerdem verfangen sich in den Ritzen häufig Speisereste, die nur schwer abgehen. Die Klingen sind auch der Grund, warum der mitgelieferte Spatel schnell Blessuren davonträgt: Er kommt häufig nach bestimmten Arbeitsschritten zum Einsatz, um damit die Zutaten nach unten zum Messer zu schieben. Nach kürzester Zeit hat er Kratzer und Schrammen, ein neuer kostet immerhin 10 Euro.

Fazit

Der Thermomix hat es echt drauf. Bei uns zu Hause stand er wie selbstverständlich neben dem Herd und wurde bei jeder Mahlzeit eingespannt. Wäre er nicht gar so teuer, würde ich sofort einen kaufen. Für den Moment bleibe ich deshalb bei Stulle und dann und wann mal Lieferdienst.

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Max Wiesmüller

von

COMPUTER BILD-Redakteur. Verantwortlich für die Bereiche Connected Car und eHome.

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