Thermomix vs. Hochleistungsmixer

Vergleichstest: Wie gut mixt der Thermomix TM5 Smoothies?

Der Thermomix ist ein Multitalent und kann natürlich auch Smoothies. Kritiker schwören aber auf hochdrehende Hochleistungsmixer. Eine Studie soll klären, wie sich der Thermi schlägt.

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Thermomix Smoothie

Eine Studie soll klären, ob der Thermomix Smoothies so gut zubereitet wie ein Hochleistungsmixer.

Natürlich zerkleinert der Thermomix TM5 Obst und Gemüse. Unerschrockene Nutzer haben sogar schon mit gefrorenen Zitronen experimentiert und auch Avocadokerne geben sich demnach dem Messer geschlagen. Ungeachtet dessen verweisen Kritiker auf die Drehzal von „nur“ 10.200 Umdrehungen pro Minute (U/min) und behaupten, dass richtige Smoothies nur mit einem Hochleistungsmixer (HLM) mit über 20.000 Umdrehungen zubereitet werden können. Erst dann würden die Zellstrukturen von Blattgrün aufgebrochen und das enthaltene Chlorophyll für die Aufnahme im Körper freigesetzt. Auf der IFA 2016 stand HLM neben HLM, 20.000 bis zu 45.000 U/min. Kann der Thermomix da mithalten? Vorwerk gab hierzu eine Studie in Auftrag.

Grün heißt gesund

Ein Green Smoothie enthält eine größere Menge grüner Pflanzenteile, die ihre grüne Farbe durch das Farbpigment Chlorophyll erhalten. Mit Hilfe dieses Pigmentes können Pflanzen Photosynthese betreiben. Als Bestandteil in der Ernährung schreibt man dem Chlorophyll positive Wirkungen auf den menschlichen Körper zu: blutbildend, entzündungshemmend, basenbildend, entgiftend und antikanzerogen. Das unabhängige Institut „IGV FOODTECH Prozesstechnik“ hat im Auftrag von Vorwerk International eine wissenschaftliche Vergleichsuntersuchung durchgeführt. Getestet wurde am Beispiel von Babyspinat, einer beliebten Zutat für Green Smoothies.

Galerie: Smoothie-Rezepte für den Thermomix

Der Laborversuch

Im Rahmen der Untersuchung wurden drei Schritte durchgeführt. Im ersten Schritt zerkleinerte man den Spinat mit Laborgeräten. Anschließend führte man eine 3-fache Aceton-Extraktion durch, um den Chlorophyllgehalt zu bestimmen. Das Ergebnis stellt den 100-Prozentigen Zellaufschluss dar und wird als Referenzwert genutzt.
Im zweiten Schritt zerkleinerte man 100 g Spinat mit 400 g Wasser mit dem Thermomix TM5 für 2 Minuten auf Stufe 10. Auch nach diesem Versuch wurde eine 3-fache Aceton-Extraktion durchgeführt. Der dritte Schritt ist vom Ablauf her derselbe wie der vorherige, jedoch verwendete man anstelle des Thermomix TM5 einen Hochleistungsmixer mit mehr als 20.000 Umdrehungen pro Minute.

Das Ergebnis

Im Zuge der Untersuchung machte man mit einem Lichtmikroskop Aufnahmen von den Zellen und Spaltöffnungen der Spinatblätter nach der Zerkleinerung. Das Entscheidende sind die Chloroplasten. Die Bilder zeigten keinen erkennbaren Unterschied zwischen den Zerkleinerungsergebnissen des Thermomix TM5 und des Hochleistungsmixers.

Prozentualer Zellaufschluss

Referenzwert

Thermomix TM 5

Hochleistungsmixer

100 %

96,0 %

97,7 %

Anhand des prozentualen Zellaufschlusses (ideal = 100 %) wird deutlich, dass der Thermomix TM5 (96,0 %) die Zellen des Spinats annährend so gut aufbricht wie ein Hochleistungsmixer (97,7 %). Bei der Wärmeentwicklung gab es einen Unterschied zugunsten des Thermomix. Bei beiden Geräten stellte man nach einer 2-minütigen Mixzeit eine Temperaturerhöhung im Mixgut fest. Die Temperaturerhöhung betrug beim Thermomix TM5 10,5 °C und beim Hochleistungsmixer 16,8 °C. Kein Wunder, höhere Drehzahl bedeutet mehr Reibung und höhere Wärmeentwicklung. Laut Vorwerk macht sich das geschmacklich negativ bemerkbar und kann sich auch auf temperaturlabile Substanzen wie Enzyme und Vitamine auswirken.

Fazit

Klar, die Studie wurde von Vorwerk beauftragt. Da mag es kaum verwundern, dass der Thermomix gut abschneidet. Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass es durchaus noch Hochleistungsmixer gibt, die viel höher drehen. Allerdings zeigen die Messungen des Institus, dass der Thermomix immerhin 96 % beim Zellaufschluss erreicht. Viel mehr geht nicht. Obendrein bietet die geringere Drehzahl Vorteile bei der unerwünschten Wärmeentwicklung. Zusammengefasst lässt sich sagen: Wer einen Thermomix hat, braucht nicht auch noch einen Hochleistungsmixer. Umgekehrt gilt: Wem es ausschließlich um Smoothies geht, kommt auch deutlich günstiger zum Ziel als mit dem Thermomix.

Galerie: Leckere Thermomix-Rezepte

Küchenmaschinen

Michael Huch

von

Redakteur und Content Manager, interessiert sich für Technik und mag Dinge, die den Alltag erleichtern. Egal ob unterwegs, im Garten oder der Küche.

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