Küchenkult im Kreuzfeuer

Thermomix-Verbrennungen: Millionenstrafe für Vertreiber

Thermomix-Verbrennungen: In Australien muss die Vertriebsfirma von Thermomix nun eine empfindliche Geldstrafe zahlen. Sie soll den Küchenliebling trotz Sicherheitsbedenken verkauft haben.

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Thermomix-Verbrennungen

Verbrennungen durch den Thermomix? Zum Glück nicht mit offenem Feuer.

Viele schwören auf den Multikönner. Doch die Thermomix hat nun einen empfindlichen Schlag hinnehmen müssen. In Australien wurde der Vertreiber der Geräte zu einer saftigen Geldstrafe verdonnert. Der Vorwurf: Verstoß gegen das Verbraucherschutzgesetz. Anlass waren Beschwerden über Verbrennungen bei Kunden.

Thermomix-Verbrennungen wurden ignoriert

Nachdem 2014 mehrere Fälle von Verbrennungen durch den Thermomix bekannt wurden, soll die Vertriebsfirma, die Thermomix in Australia (TiA), dennoch keine Sicherheitsbedenken geäußert haben. Im Gegenteil: In einer Pressemitteilung 2014 versicherte die TiA, dass das nunmehr veraltete Modell noch immer sicher sei. 105.000 Maschinen wurden für je rund 1.300 Euro nach Australien ausgeliefert. Das Verletzungsrisiko aufgrund eines defekten Versiegelungrings am Deckel war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon länger bekannt, so australische Medien.

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Thermomix muss für Verbrennungen nun Strafe zahlen

Der Bundesgerichtshof in Melbourne urteilte nun, dass TiA die Thermomix-Maschinen trotz Kenntnis des Defekts verkauft habe und nicht nur Sicherheitsbedenken verschwiegen, sondern auch Rückerstattungen verweigert habe. 4,6 Millionen australische Dollar muss die Vertriebsfirma nun Strafe zahlen. Das entspricht etwa 2,8 Millionen Euro. Der „FAZ” teilte ein Sprecher von Vowerk mit, man habe im September 2014 im Rahmen des kontinuierlichen Qualitätsmanagement einige, wenige Dichtungsringe im Deckel von TM31-Modellen entdeckt, die nicht einwandfrei funktionieren würden. Man habe daher vorsorglich einen Warnhinweis veröffentlicht und allen Kunden der speziellen Produktionscharge einen kosten Austausch der Geräte angeboten. TiA habe dann den Austausch vorgenommen. Thermomix-Hersteller Vorwerk war im Gerichtsverfahren zwar nicht beteiligt, dennoch hinterlässt das Urteil einen kleinen schwarzen Fleck auf der weißen Weste des so beliebten Küchenklassikers.