Gefährliches Kochen und Mobbing?

45 Verletzte: Thermomix als Sicherheitsrisiko?

Der Thermomix von Vorwerk sorgt in Australien für Aufregung. Nach Beschwerden von 45 Nutzern, die sich beim Kochen verletzt haben wollen, wirft die Verbraucherschutzorganisation Choice dem Hersteller miserablen Kundenservice und Mobbing vor.

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Thermomix TM5

Mit dem neuen Modell TM5 (hier im Foto), gibt es kaum Probleme. Beim Vorgänger TM31 sieht es laut Verbraucherschutzorganisation Choice anders aus.

Nachdem in Australien ein Thermomix TM31 geradezu explodierte und seine Besitzerin mit Verbrennungen zweiten Grades ins Krankenhaus beförderte, startet die australische Verbraucherschutzorganisation Choice ihre „Thermoburn“-Kampagne. Aus dieser Kampagne resultiert ein umfangreicher Bericht über die negativen Erfahrungen der Thermomix-Verbraucher, den Choice dem zuständigen Verbraucherschutzministerium ACCC (Australian Competition & Consumer Commission) vorlegt.

Verletzungen und schlechter Kundenservice?

87 Beschwerden von Thermomix-Besitzern hat Choicenach eigenen Angaben zwischen dem 29. März und dem 9. Mai 2016 gesammelt, unter denen 45 Personen meldeten, Verletzungen bei der Verwendung ihres Wundergeräts erlitten zu haben. Laut diesen Angaben benötigten 18 Menschen medizinische Versorgung und 9 kamen mit starken Verbrennungen ins Krankenhaus. Schon 2013 hatten Kunden Unfälle an Thermomix Australia gemeldet, doch es dauerte über ein Jahr bis der Hersteller im Oktober 2014 das Modell TM31 zurückrief.
Fehlerhafte Dichtungen sorgten wohl dafür, dass der Deckel während der Zubereitung von Speisen aufsprang und seine Nutzer ernsthaft verbrannte. Denen, die sich beschwert hatten, schickte Thermomix Australia neue Dichtungsringe zu, welche das Problem nach Nutzerangaben allerdings nicht behoben. Choice kritisiert, dass der Hersteller seinen Kunden bei Beschwerden einfache Bedienungsfehler unterstelle und dass die Vorgehensweisen des Kundenservice an Mobbing grenzen. Nur selten einigte sich der Hersteller laut Kundenberichten auf eine Rückerstattung, meist unter der Bedingung, dass der Kunde im Gegenzug einen Geheimhaltungsvertrag unterzeichnet.

Typische Verkaufstaktiken

Mehrere Kunden beklagen außerdem, dass der Verkäufer sie beim Kauf des TM31 auch auf Nachfrage nicht darüber informiert habe, dass nur wenige Monate nach Kauf bereits das neue Modell TM5 auf dem Markt erscheint. Choice sieht hier klassische Verkaufstricks, um veraltete Ware loszuwerden.
Erst nach Veröffentlichung des Berichts nahm Thermomix Australia Stellung zu den Vorwürfen. Darin heißt es: „Die Sicherheit, das Wohlergehen und die Unterstützung unserer Kunden ist unsere oberste Priorität und wird es immer bleiben.“ Auf konkrete Punkte des Berichts ist das Unternehmen laut Choice aber nicht eingegangen.

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Küchenmaschinen

Sabine Stanek

von

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