Ich dreh’ durch!

Der Fleischwolf Kenwood MG 510 im Test

Gehacktes ist ein empfindliches Lebensmittel und verdirbt leicht. Doch wer es selber frisch zubereitet, ist auf der sicheren Seite. eKitchen-Autor Gerald Sinschek hat den elektrischen Fleischwolf Kenwood MG 510 ausprobiert.

Datum:
Fleischwolf Kenwood auf Arbeitsplatte

Der stabile Fleischwolf Kenwood MG 510 macht Hackfleisch aus Rind und Schwein.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der Fleischwolf Kenwood MG 510 macht seine Sache gut. Der Motor geht bei passend geschnittenen Fleischstücken nicht in die Knie und das Sternmesser produziert durch alle Durchmesser der Lochscheiben ordentliches Hack in kurzer Zeit. Montage und Reinigung laufen eindeutig und schnell ab. Zwar ist der Apparat recht laut, was aber wegen der kurzen Betriebszeiten kein echtes Manko ist. Nicht alle Teile, die mit dem Fleisch oder anderen Lebensmitteln in Berührung kommen, sind aus Edelstahl gefertigt, hier zeigt sich der günstige Verkaufspreis. Das mitgelieferte Zubehör ist funktionell. Da der Kenwood MG 510 momentan im Netz für gut die Hälfte der UVP zu haben ist, machen Sie mit diesem Einsteigergerät nichts falsch.

Pro

  • Umfangreiche Ausstattung
  • Starker Motor
  • Schnelle Verarbeitung
  • Gut zu reinigen

Kontra

  • Etwas laut
  • Vorratsschale verdreht sich ungewollt
  • Nicht alle Teile aus Edelstahl

Kenwood MG 510 Pro 1600

Gerade bei Gehacktem hat man manchmal ein ungutes Gefühl beim Kauf: Ist das wirklich frisch zubereitet? Wurde die Hygiene bei der Herstellung peinlich genau beachtet? Und was ist da eigentlich drin? Man weiß es leider meistens nicht so genau. Für die absolute Gewissheit und uneingeschränkten Genuss hilft da nur: selber wolfen! Omis antikes Handgerät erfordert zu viel Kraft und Schweiß, aber mit einem elektrischen Fleischwolf wie dem Kenwood MG 510 (UVP 199,99 Euro) soll alles easy funktionieren!

Die Ausstattung des Kenwood MG 510

Nach dem Auspacken machen Gerät und Zubehör einen robusten Eindruck: Gut fünf Kilo bringt der maximal 1600 Watt leistende Fleischwolf auf die Waage. Das Gehäuse ist mit gebürstetem Metall verkleidet und sieht schick aus. Mit dem Verriegelungsknebel, dem Ein-/Aus-Schalter und einem Umkehrschalter ist der Fleischwolf übersichtlich zu bedienen. Üppige 120 Zentimeter misst das Kabel. Schnecke, Schneckengehäuse und Ringmutter dürfen nicht in den Geschirrspüler, sind also (bis auf den Schneckenkern) definitiv nicht aus Edelstahl, sondern wohl aus beschichtetem Aluminium gefertigt. Das Messer sowie die drei verschiedenen Lochscheiben mit 3/4,5/8 Millimeter sind aus Stahl.
Als Aufsätze für das Schneckengehäuse hat Kenwood zwei verschiedene Wursttüllen sowie spezielle „Kebbe“-Einsätze beigelegt. Damit lassen sich nicht nur köstliche Bratwürste, sondern auch gefüllte Teigtaschen herstellen. Das Frischfleisch wird aus einer aufsteckbaren Metallschale mit einem Kunststoffstopfer in das Schneckengehäuse gedrückt, das fertige Hack fällt in eine transparente Plastikschale. Die Wursttüllen lassen sich in dem Stopfer verstauen. Neben dem Lieferumfang hat der Hersteller zudem weiteres Zubehör wie einen Würfelschneider, eine Trommelraffel, eine Getreidemühle und einen Spritzgebäck- und Reibevorsatz im Programm.

Galerie: Der Fleischwolf Kenwood MG 510 im Test

So hackt der Wolf

Zwei Versuche starten wir mit dem Gerät: Für eine Bolognese-Sauce soll uns der Apparat reichlich Gehacktes halb-und-halb zubereiten, außerdem eine gut gewürzte Mischung aus schierem Fett, magerem Schwein und ebensolchem Rind für Thüringer Bratwürste.
Der Zusammenbau ist nahezu intuitiv, ohne Gewalt lassen sich die Teile nur auf eine Art und Weise verschrauben. Fürs Hack wähle ich die Scheibe mit dem größten Lochdurchmesser aus dem Sortiment. Nachdem ich das Fleisch gründlich pariert, also möglichst alle Sehnen und Silberhäutchen entfernt habe, schneide ich es in etwa 2,5 Zentimeter große Würfel und Streifen. So soll sich das Fleisch möglichst von alleine durch den Gehäuseschacht zur Schnecke vorarbeiten. Nach dem Druck auf den Powerknopf ertönt ein ordentlicher Lärm. Zum Glück soll das Prozedere für rund zwei Kilogramm Fleisch nur eine Minute dauern. Nach etwa der halben Zeit quillt das Hack nur noch widerwillig aus der Lochscheibe hervor. Bevor der Apparat schlapp macht, demontiere ich den Schneckenaufsatz und stelle fest, dass sich am Messer und in der Lochscheibe Sehnen und Häutchen festgesetzt haben und die Arbeit blockieren. Nach Reinigung und Zusammenbau ist der Rest des Fleisches schnell durchgedreht. Die sich verdrehende Vorratsschale stört mich etwas, ansonsten bin ich mit dem Resultat zufrieden, die Konsistenz ist einwandfrei. Scharf angebraten schmeckt das Hack richtig gut.
Thüringer Bartwurst steht jetzt auf dem Plan: Hierfür setze ich zuerst die grobe Lochscheibe ein und gebe das Hack anschließend durch die feinste Scheibe. Dann tausche ich die Scheibe gegen eine spezielle Grundplatte und die mit Naturdarm präparierte große Tülle und starte das Wursten. Das klappt gut und sowohl die rohe als auch die gebrühte Thüringer schmecken vom Grill und aus der Pfanne sehr gut!

Kenwood MG 510 Pro 1600

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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