Experten warnen

Krebs und Organschäden: Gift in Kräutertees macht uns krank

Kamillen- und Kräutertees gelten als wohltuende Begleiter im Winter und bei Erkältungen. Experten warnen nun: In vielen Produkten wurden extrem schädliche Pflanzengifte nachgewiesen.

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Versteckte Gefahr in Kräuter- und Kamillentees: Gifte in den Heißgetränken können Krebs auslösen.

Wie krank machen uns Kamillen- und Kräutertees? Diese Frage werfen Forscher der Universität Kiel mit einer schockierenden Analyse auf. Das Verbrauchermagazin Markt vom NDR (Ausgabe vom 12. Februar 2018, 20.15 Uhr) präsentiert die Ergebnisse der Studie, die eine schwere Giftbelastung verschiedener Kamillen- und Kräutertees – teils namhafter Hersteller – in Deutschland enthüllt. Mehr als 13 Tee-Produkten aus Discountern und Supermärkten wurden in der Untersuchung analysiert. Erschreckend: In sechs Sorten, also knapp der Hälfte, wurden sogenannte Pyrrolizidinalkaloide nachgewiesen. Die Wissenschaftler zeigen sich besorgt: selbst geringste Mengen könnten Leberschäden und Krebs verursachen.

Kräutertee belastet: Grenzwerte deutlich überschritten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat für einen 70 Kilogramm schweren Erwachsenen eine Höchstaufnahmemenge von 0,49 Mikrogramm des Giftes errechnet. Gesetzliche Grenzwerte gibt es nicht. Im Tee wiesen die Wissenschaftler einen deutlich höheren Wert nach: Mit zu 1,7 Mikrogramm Pyrrolizidinalkaloide pro Liter wären die gesundheitlich unbedenklichen Grenzwerte schon nach dem Trinken einer großen Tasse Tee überschritten.

Diese Marken überschreiten die Grenzwerte

  • Rewe Pfefferminztee: Dieser Tee kommt auf 0,67 Mikrogramm des Giftes und überschreitet den errechneten Grenzwert um 57 Prozent.
  • Edeka Kräutertee: Schon zwei Tassen am Tag dieses Tees reichen aus, um langfristig mit gesundheitlichen Folgen rechnen zu müssen.
  • Meßmer Kräutertee: Hier wurden geringe aber dennoch nicht unbedenkliche Mengen der Pyrrolizidinalkaloide nachgewiesen.
  • Aldi Pfefferminztee: Auch hier fand man (vergleichsweise geringe) Spuren des Pflanzengifts.
Unbedenklich sind der Teekanne Pfefferminztee und der Lord Nelson Kräutertee. Hier wurden keine Pflanzengifte nachgewiesen.

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Wieso ist Gift in Kräuter- und Kamillentees?

Bei den krebserregenden Inhaltsstoffen handelt es sich um Gifte, die bereits in der Natur vorkommen. Bestimmte Pflanzenarten entwickeln diese Stoffe um beispielsweise Fraßfeinde abzuwehren. Aber wie kommen diese Pflanzen in Tees? Die wahrscheinlichste Erklärung sind Patzer bei der Ernte: Wachsen zwischen den Teepflanzen auch ungewollte Wildkräuter, ist es möglich, dass diese mit im finalen Produkt landen. Und mit ihnen die giftigen Stoffe.

So reagieren die Hersteller der giftigen Teesorten

Die betroffenen Unternehmen reagieren auf die Enthüllungen zurückhaltend. Ohne gesetzlichen Grenzwert sehen einige Hersteller keinen Anlass, die Produktionsabläufe zu verändern. Andere sehen hingegen Grund zum Eingreifen: Rewe beispielsweise würde bereits Maßnahmen ergreifen, um die Belastung zu minimieren.
Erik J. Schulze

von

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