Einsteigergerät mit Schwächen

Stylisches Sous-Vide-Gerät: Der Severin SV 2447 im Test

Die Auswahl an Sous-Vide-Geräten für den Privatgebrauch ist überschaubar. Severin bietet ein preisgünstiges Einsteigermodell. Was es kann, zeigt der Test.

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Sever

Ein echter Hingucker: der Severin SV 2447.

Zu einem Preis von knapp 160 Euro bringt Severin ein vergleichsweise günstiges Sous-Vide-Gerät auf den Markt. Der SV 2447 sieht richtig schick aus und ist mit Maßen von 44x29 Zentimetern kompakt gebaut. Im Gegensatz zum Steba Sous Vide SV100 Professional ist das Severin-Gerät keine Einhängepumpe, die man nur mit einem großen Behälter nutzen kann. Der Severin SV 2447 bietet alles in einem: Wasserbehälter und Wärmepumpe.

Das kann der Severin SV 2447

Bei Küchengeräten zählt für mich normalerweise nicht der erste Eindruck – die Ausnahme dieser Regel heißt SV 2447: Das Gehäuse aus gebürstetem Edelstahl passt wunderbar in eine moderne Küche. Das Gerät sieht toll aus – viel weniger nach Labor und Versuchsküche als beispielsweise die Sous-Vide-Einhängepumpen von Steba. Nicht nur von außen hat der Severin SV 2447 etwas zu bieten. Im Inneren sitzt ein herausnehmbarer antihaft-beschichteter Wasserbehälter. Ein kleines, aber praktisches Feature: Ein Deckel verhindert Verdunstung. Da der transparent ist, habe ich mein Gargut immer im Blick – auch wenn ich beim Sous-Vide-Garen ohnehin eher die Uhr im Auge behalte, da man am eingeschweißten Fleisch kaum etwas erkennt.
Sous-vide

Steak eingeschweißt – gleich kann die Sous-Vide-Zubereitung beginnen.

Hier schwächelt der Severin SV 2447

Dass der Severin SV 2447 Sous-Vide-Garer kompakt ist, ist Vor- und Nachteil zugleich. Mehr als eine Familie mit drei oder vier Personen könnte ich mit dem kleinen 6-Liter-Behälter nicht bekochen. Auf die Kommastelle genau hält der Garer die Temperatur leider auch nicht. Als ich mein digitales Küchenthermometer ins Wasser halte, stelle ich Schwankungen von etwa einem Grad fest. Andere Geräte arbeiten genauer – auch wenn diese Temperaturschwankung für den Hausgebrauch gerade noch vertretbar ist. Viel ärgerlicher ist die rudimentäre Bedienung. Stellt man Zeit und Temperatur ein, startet die Uhr sofort, ohne zuvor zu prüfen, ob die Zieltemperatur bereits erreicht ist. Auch eine Anzeige der aktuellen Temperatur besitzt das Gerät nicht. Die Folge: Will ich mit dem Garer wirklich auf den Punkt genau kochen, brauche ich ein extra Thermometer und eine Küchenuhr.

Fazit

Der Severin SV 2447 sieht toll aus, aber seine Technik hinkt ein wenig hinterher. Für den Einstieg ist das Gerät trotzdem ordentlich, wenn man sich mit seinen Tücken einmal vertraut gemacht hat. Ich vertraue allerdings eher auf das Sprichwort „Wer billig kauft, kauft zweimal“. Wenn Sie zu den Köchen gehören, die genauso denken wie ich, sollten Sie lieber gleich zu einem hochwertigeren Gerät wie dem Steba SV 100 Professional greifen.
Philipp Weber

von

Freischaffender Journalist aus Hamburg. Mit Vorliebe für gutes Essen und clevere Technik. Tätig unter anderem für eKitchen und den Stern.

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