Vakuumgarer im Check

Steba SV 100 Professional: Sous-vide-Garer im Praxis-Test

Kaum eine andere Garmethode schont das Fleisch so sehr wie Sous vide. Doch dazu braucht man das richtige Küchengerät: Der Steba SV 100 Professional ist eines der innovativsten. eKitchen-Autor Philipp Weber hat es einem Praxis-Test unterzogen.

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Steba SV 100 Professional

Der Test des Steba SV 100 Professional zeigt Stärken und Schwächen des Sous-vide-Garers.

„Sous vide“ ist schon eine kleine Philosophie für sich. Der Koch vakuumiert Fleisch, Fisch oder Gemüse, legt es in einen Wasserbehälter bei einer bestimmten Temperatur für eine gewisse Zeit, brät es anschließend kurz an – und das Ergebnis soll fabelhaft schmecken.
So viel sei verraten: So skurril diese Garmethode auf den ersten Blick auch klingen mag, das Ergebnis beeindruckt immer wieder aufs Neue – bei Enten- oder Hähnchenbrust noch stärker als bei einem Steak, wie ich finde. Steba hat mit dem SV 100 Professional eine innovative Lösung auf den Markt gebracht, die einerseits platzsparend ist, andererseits bis zu 120 Portionen gleichzeitig zubereitet – perfekt für Feierlichkeiten mit vielen Gästen!

Der Aufbau des Steba Sous-vide-Garers SV 100 Professional

Beim ersten Blick auf das Gerät drängt sich ein Gedanke auf: Diese Lieferung muss falsch sein. Das ist kein Küchengerät, eher etwas für das Chemielabor. Die meisten Sous-vide-Garer für den Hausgebrauch erinnern optisch an Brotbackautomaten – Boxen, in deren Inneren das Wasser samt Gargut auf einer bestimmten Temperatur gehalten wird. Der Steba SV 100 ist anders: Er ist wie eine Einhängepumpe aufgebaut, die das Wasser umwälzt und so auf Temperatur hält. Wo man sie hineinhängt, spielt dabei keine Rolle.

Sous vide ist nichts für Ungeduldige

Ist das passende Gefäß gefunden, kann es losgehen. Fast. An der Bedienung scheitert es nicht, die ist – trotz dürftigem Benutzerhandbuch – sehr einfach. Was der Vakuum-Koch braucht, ist Geduld. Füllt er kaltes Wasser ein, können gut und gerne 30 Minuten vergehen, bis der SV 100 auf Temperatur kommt – der Garer ist vom technischen Aufbau eben kein Wasserkocher, sondern eine Umwälzpumpe. Ein Nachteil, den Sie leicht umschiffen können: Füllen Sie vorgewärmtes Wasser ein. Die eigentliche Garzeit dürfen Sie natürlich nicht beschleunigen.

Sous-vide-Vorteil: Flexibilität

Das Innovative am SV 100 ist seine Bauform. Der große Vorteil besteht darin, dass sich die Wassermenge durch die Wahl der Wanne individuell bestimmen lässt. Ohne Probleme hält das Steba-Gerät auch große Wassermengen auf Temperatur. Wer ein opulentes Festmahl kochen will, stößt hier nicht an Kapazitätsgrenzen. Ohnehin lässt sich die Sous-vide-Technik wunderbar mit einem herkömmlichen Grill für eine Grillparty kombinieren. Die Bauweise birgt einen weiteren Vorteil: Das Gerät ist so kompakt, dass es sich in einem kleinen Schuhkarton verstauen lässt.

Der Nachteil der Bauweise

Zwar lässt sich die Pumpe durch eine Feststellschraube einfach und sicher an der Wand des Wasserbehälters befestigen, trotzdem hat die Bauweise Schwächen: Das Gerät sieht nicht sonderlich stylish aus – eher improvisiert. Und trotz guter Befestigungsmöglichkeiten ist meine Empfehlung: Wer sich einen SV 100 zulegt, sollte an einem stabilen Gefäß nicht sparen – so vermeiden Sie, dass beim Sous-vide-Garen ein Wasserschaden entsteht.

Fazit: Ein Gerät für ambitionierte Hobbyköche

Sous vide kam vor rund 30 Jahren in Frankreich auf. In der Spitzengastronomie etablierte sich die Technik rasch. Für den Privatgebrauch blieb Sous vide bis heute weitgehend unbekannt. Der Steba SV 100 ist ein Grund, warum sich das bald ändern könnte: Ambitionierte Hobbyköche dürften am Vakuumgarer ihre Freude haben, auch wenn der Preis von rund 300 Euro recht deftig ist.
Philipp Weber

von

Freischaffender Journalist aus Hamburg. Mit Vorliebe für gutes Essen und clevere Technik. Tätig unter anderem für eKitchen und den Stern.

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