Gaaaanz langsam!

Punktgenau gegart mit der Sous-Vide-Methode: Der Steba SV2 im Test

Langsam garen im Wasserbad ist für anspruchsvolle Lebensmittel wie Fisch oder manche Steaks eine gute Methode, den perfekten Garpunkt sicher zu treffen. Ob auch der Sous-Vide-Garer Steba SV2 das beherrscht, hat eKitchen-Autor Gerald Sinschek ausprobiert.

Datum:
Steba Sv2 Sous-Vide mit Lebensmitteln

Von Gemüse über Fisch, Geflügel und Fleisch lässt sich im Sous-Vide-Gerät Steba SV2 alles punktgenau garen.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Das etwas schlicht verarbeitete und dabei nicht zu günstige Einsteiger-Gerät stellt für den Sous-Vide-Neuling eine von vielen Möglichkeiten dar, diese Garmethode auszuprobieren. Der Steba SV2 lässt sich einfach bedienen und gut reinigen, die gewählte Temperatur hält er weitgehend ein. Lediglich in den Aufwärmphasen steigt sie marginal über den gewählten Wert. Das Betriebsgeräusch der gelegentlich anspringenden Pumpe ist nicht störend. Einzig der Signalton bei Erreichen des Gar-Endes dürfte etwas kräftiger ausfallen und auch ein Signal nach Ende der Aufwärmphase wäre praktisch.

Pro

  • Leises Betriebsgeräusch
  • Einfach zu bedienen
  • Hält die Temperatur recht gut konstant

Kontra

  • Schwacher Signalton
  • Einfache Verarbeitung
„Sous-Vide“, langsam in Vakuumtüten gegarte Lebensmittel, sind der perfekte Tipp für Hobbyköche, die in der Küche Neues ausprobieren möchten. Dabei werden gewürzte oder marinierte Zutaten wie Fleisch oder Gemüse mithilfe eines Vakuumiergerätes luftdicht versiegelt und in einem permanent umgewälzten Warm- oder Heißwasserbad bis zur idealen Kerntemperatur gebracht. In diesem Zustand verbringen sie dann je nach Lebensmittel und Größe einige Minuten oder viele Stunden. Gemüse oder Geflügel sind dann je nach Gusto direkt verzehrfertig, Steaks brauchen noch wenige Minuten ordentlich Hitze in der Pfanne oder auf dem Grill. Der Sous-Vide-Garer Steba SV2 (UVP 219,99 Euro) soll dabei helfen, dass weder Fleisch noch Gemüse im Eifer des Küchengefechtes weder zu gar werden noch zu roh bleiben.

Die Ausstattung des Steba SV2

Maximal 10 Liter Gesamtvolumen fasst der Steba SV2 in dem beschichteten Garraum inklusive Lebensmittel. Die werden nach dem luftdichten Verpacken in einen horizontalen Rost mit vier Fächern platziert, so kann die integrierte Wasserpumpe alles gleichmäßig umspülen. Das ausreichend große, blaue LCD-Display gibt Auskunft über die tatsächliche und gewählte Temperatur sowie die verbleibende Zeit und die Umwälz- und Aufheizfunktion. Programmieren lässt sich das Gerät nahezu intuitiv mit vier Tasten. Bis zu 99 °C kann der SV2 mit 800 Watt justiert werden, die maximale Abweichung soll lediglich 0,5 °C betragen. Das Gerätegehäuse ist mit dünnem Edelstahl verkleidet, das Kabel mit 90 Zentimetern ausreichend lang. Mit 3,5 Kilo Gewicht und den Abmessungen 22x38x25 Zentimeter ist der Steba SV2 noch recht handlich.

Galerie: Der Sous-Vide-Garer Steba SV2 im Test

Gemüse und Steak im Sous-Vide-Garer

Ein recht mageres Rinder-Hüftsteak auf den Punkt zu garen, ohne dass es zäh wird, ist nicht so ganz einfach. Das gute Stück scheint also der optimale Proband für den Gerätetest zu sein. Mit etwas Olivenöl, Knoblauch und Rosmarin schweiße ich das Rind luftdicht ein und fülle den Garraum mit etwa 25 °C warmem Wasser aus der Leitung. Laut Tabelle braucht das Steak etwa 60 Minuten bei 58 °C. Die Aufheizphase bis zur gewählten Temperatur dauert 25 Minuten, die ich also zur Garzeit addieren muss. Das Fleisch darf dabei ruhig schon im Wasser liegen. Jetzt heißt es warten. Oder weitere Zutaten vorbereiten. Das ist einer der großen Vorteile dieser Geräte – während eine Sache perfekt gart, kann ich ohne Eile in der Küche weiterarbeiten. Wird nämlich die gewählte Garzeit bis zu einem gewissen Zeitraum überschritten, macht das gar nichts aus. Übergaren ist fast nicht möglich.
Während die Wasserpumpe leise umwälzt, werfe ich einen Blick auf die Temperaturanzeige: Kurzzeitig reicht die Anzeige bis 58,9 °C. Das ist zwar etwas mehr Toleranz, als der Hersteller angibt, aber nicht wirklich dramatisch. Endlich ist der Timer abgelaufen, der Signalton ist etwas zart, ein wenig Fleischsaft ausgetreten. Jetzt lege ich das Steak für je eine Minute auf den sehr heißen Rost des Tischgrills. Das Ergebnis: sehr zart und köstlich!

Etwas Gemüse dazu?

85 °C soll das Wasser im Behälter zum Garen von Möhren und Zucchini haben. Da nehme ich den Wasserkocher zu Hilfe, sonst dauert es zu lang, bis die Temperatur erreicht ist. Als die Temperatur passt, lege ich die beiden Gemüse-Päckchen in den Rost. Auch hier gibt es eine Abweichung von der vorgegebenen Temperatur bis zu einem Grad Celsius. 45 Minuten später bin ich sehr gespannt auf das Ergebnis: Die Möhren sind heiß und noch etwas bissfest, die Zucchini-Streifen etwas zu weich. Man muss also darauf achten, dass die Zutaten von der Dicke und der Konsistenz her gut zusammen passen.
Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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