Langsame Press-Schnecke vs. schnelle Zentrifuge

Vergleichs-Test: Welcher Entsafter quetscht mehr raus?

Bei der Gerätegröße, der Entsaftungsgeschwindigkeit und anderen Aspekten gibt es deutliche Unterschiede zwischen Zentrifugen- und Schneckenentsaftern. eKitchen zeigt, worauf sie bei der Kaufentscheidung achten sollten.

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Panasonic Entsafter

Zentrifugenentsafter und Schneckenentsafter gewinnen den Saft durch unterschiedliche Methoden.

Slow-Juicer oder High-Speed-Entsafter – das ist hier die Frage. Allerdings greift der Vergleich der Geschwindigkeiten allein viel zu kurz. Denn schließlich geht es nicht nur darum, wie schnell das Saftglas voll ist. Stromverbrauch, Geräuschentwicklung, Aussehen und Geschmack der Säfte und nicht zuletzt die Systemeffizienz sind mindestens ebenso wichtig bei der Entscheidung: Zentrifugen- oder Schneckenentsafter? Nach diversen Tests und Erfahrungen mit beiden Gerätearten finden Sie hier eine Zusammenfassung der spezifischen Vor- und Nachteile, die Ihnen die Wahl beim Kauf erleichtern soll.

Kandidat 1: Zentrifugenentsafter

Gastroback Design Multi Juicer 40127

Der Zentrifugenentsafter Gastroback Design Multi Juicer 40127 kostet bei Amazon um 200 Euro.

Beim Zentrifugenentsafter von Gastroback (Test) beispielsweise werden Obst und Gemüse über einen recht großen Füllschacht in ein trichterförmiges Sieb mit raspelartigem Boden gedrückt und fein zerkleinert. Durch die vergleichsweise hohe Drehzahl des Siebes (bei diesem Gerät immerhin bis zu 13.000 Umdrehungen/Minute!) schleudert das fein geraspelte Grünzeug im Sieb nach oben und wird auf dem Weg dahin so gut es geht entsaftet. Die Flüssigkeit läuft durch einen tiefgelegenen Ausguss in den Becher, die festen Reststoffe, der Trester, durch einen hochgelegenen Auswurf in die Auffangschale.

Kandidat 2: Schneckenentsafter

Panasonic MJ L500

Gut, das Glas passt nicht, aber der Schneckenentsafter Panasonic MJ L500 macht auch Sorbet aus gefrorenen Früchten. Das Gerät gibt es für knapp 150 Euro bei Amazon.

Wesentlich langsamer arbeitet beispielsweise der Schneckenentsafter von Panasonic (Test). Auch hier können relativ große Stücke verarbeitet werden, übermäßig viel Schnipselei ist vorher nicht erforderlich. Durch den Füllschacht gelangen Obst und Gemüse an das gewindeähnliche Oberteil der Pressschnecke, die die Zutaten bei nur 45 Runden pro Minute an den unteren Teil der Schnecke leitet. Hier wird das Grünzeug jetzt regelrecht ausgequetscht und leergepresst. Auch hier wandern die Feststoffe in den einen, der Saft in einen anderen Behälter. Die beiden Auslässe befinden sich aber nahezu auf einer Ebene.

Galerie: Vergleichstest: Welcher Entsafter quetscht mehr raus?

Stromverbrauch und Preis

Wo der Zentrifugenentsafter bei Höchstdrehzahl und Maximalleistung bis zu 1.300 Watt verbraucht, arbeitet der Schneckenapparat gemächlich vor sich hin und braucht nur 150 Watt, also lediglich etwa ein Achtel so viel Strom. Aber selbst bei täglichem Einsatz und Saftproduktion für eine vielköpfige Familie macht das bei einer Betriebsszeit von einer Minute jeden Tag gerade mal zwei Euro Unterschied pro Jahr aus. Auch bei der Anschaffung sparen Sie (in diesem Fall) mit dem Schneckenentsafter von Panasonic. Der Panasonic MJ L500 kostet knapp 150 Euro, der Gastroback Design Multi Juicer 40127 kostet rund 200 Euro.

Laut oder leise?

Viel Motorleistung und hohe Drehzahlen bringen immer eine entsprechende Geräuschkulisse mit sich. Egal ob bei der Küchenmaschine, dem Handrührgerät oder eben dem Zentrifugenentsafter. Hier entsteht ein ordentlicher Sound, der insbesondere in den frühen Morgenstunden sehr störend sein kann. Im Gegensatz dazu brummelt der Schneckenentsafter langsam und recht leise vor sich hin.

Größenunterschied

In unserem Vergleich ist der Zentrifugenentsafter locker doppelt so groß wie der Schneckendreher, beim Gewicht nehmen sich beide Apparate allerdings nicht viel. Wer also nicht über endlos viel Platz in der Küche verfügt, sollte auch diesen Aspekt in die Kaufentscheidung mit einbeziehen.

Wer entsaftet schneller?

Keine Frage: Die Zentrifuge arbeitet schneller. Auch weil die Befüllung nicht so klein geschnitten werden muss wie bei dem anderen Gerät. Allerdings liegt der Unterschied jetzt auch nicht im zweistelligen Minutenbereich. Und der Schneckendreher kann auf andere Art und Weise Punkte gutmachen …

Welches Gerät ist gründlicher?

… hier ist die eher langsame Schneckenpresse klar vorne. Wo der Trester, also die festen Reststoffe von Obst und Gemüse, sich bei dem Zentrifugenapparat fast noch per Hand ausdrücken lassen, schiebt sich aus dem langsamen Gegenspieler ein sehr trockener Strang Reststoffe. Hier wird praktisch nichts verschwendet, von den oben eingefüllten Zutaten erzielt man eine sehr ordentliche Menge Saft. Bei der Effizienz also schlägt das langsame das schnelle Gerät.

Wie schmeckt das Ergebnis?

Bei diesen zwei Probanden schmecken die Ergebnisse des langsamen Schneckenentsafters eindeutig besser. Die Säfte sind feiner, die Schwebstoffe deutlich kleiner und sie trennen sich deutlich langsamer in wässrige und schwebstoffhaltige Schichten im Glas. Der Zentrifugenapparat produziert eher dünnes Frucht- oder Obstwasser mit einer ordentlichen Schaumschicht oben drauf. Mit dem Löffel verrührt lässt sich zwar auch das trinken, ist aber im Mund weniger angenehm. Außerdem sollen Vitamine bei der langsamen Zubereitung geschont werden, da sie sich nicht erwärmen und zersetzen.

Fazit: 6:1 für den Schneckenentsafter

Im diesem Vergleichstest gewinnt der Schneckenentsafter von Panasonic eindeutig. Er ist leiser, kompakter, verbraucht weniger Strom und kostet weniger in der Anschaffung. Noch wichtiger: Auch die Punkte für Gründlichkeit und Geschmack gehen an den Schneckenentsafter. Der Zentrifugenentsafter von Gastroback bleibt nur ein Pünktchen in der Geschwindigkeitswertung.

Panasonic MJ L500

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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