Bis zum letzten Tropfen?

Ausgequetscht! Der Entsafter Panasonic MJ L500 im Test

Feiner als ein Smoothie, aber wahrscheinlich genau so gesund: Entsafter bringen die Essenz von Obst und Gemüse ins Glas. Ob auch der Panasonic MJ L500 alles herausquetscht, hat eKitchen-Autor Gerald Sinschek getestet.

Datum:
Entsafter Panasonic

Obst oder Gemüse, frisch oder angefroren – der Entsafter Panasonic MJ L500 soll für alles geeignet sein.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Der Entsafter Panasonic MJ L500 arbeitet gemächlich, aber sehr gründlich. Dabei steht das Gerät sicher auf der Arbeitsfläche. Obst und Gemüse werden effektiv ausgepresst, die trockenen Tresterabfälle sprechen für sich. Das sehr feine Sieb verhindert größere Feststoffe in den Säften, das steigert den Genuss. Der geringe Platzbedarf und das einfache Handling sind weitere Pluspunkte. Wenn die Schale des Einfüllstutzens etwa größer und stärker geneigt wäre und Panasonic wenigstens ein kleines Rezeptbuch beilegen würde, wäre das Angebot perfekt.

Pro

  • Stabile Ausführung
  • Sehr funktionell
  • Sehr ergiebig
  • Einfacher Zusammenbau

Kontra

  • Etwas kleiner und flacher Einfüllstutzen

Panasonic MJ L500

Ein Entsafter für Freunde feiner und selbst gemachter Frucht- und Obstsäfte ist ein praktisches Gerät. Im Gegensatz zu Smoothie-Makern werden hier Schalen, Kerne und Gehäuse nicht mit Highspeed ultraklein geschreddert, sondern bei relativ niedriger Geschwindigkeit möglichst vollständig ausgepresst. Das erfordert allerdings etwas mehr Vorarbeit, weil besonders harte Bestandteile bei Obst und Gemüse vor dem Pressen entfernt werden müssen. Auch sind sehr ölhaltige, getrocknete und besonders harte Zutaten wie etwa ungegarter Kürbis zumindest für den Panasonic MJ L500 (UVP 229 Euro) nicht geeignet.

Ausstattungsmerkmale des Entsafters Panasonic MJ L500

Mit der kompakten Abmessung 43,2x18,5x17,6 Zentimeter beansprucht der hohe und schmale, mit Kunststoff verkleidete Turm wenig Platz in der Küche. Der Motor (inkl. Überlastungsschutz) arbeitet mit 150 Watt, die Drehzahl der Press-Schnecke ist mit 45 Runden pro Minute angegeben. Die geringe Drehzahl soll nach Herstellerangaben eine Wärmeentwicklung verhindern und so Inhaltsstoffe wie Vitamine besonders schonen. Über einen Einfüllstutzen samt Stößel gelangen die Zutaten an diese Schnecke, deren unterer Teil aus abriebfestem Edelstahl besteht. Sie zermahlt Obst und Gemüse und presst beides durch ein feines Edelstahlsieb. An der Außenseite dieses Siebes streifen Gummilippen den entstehenden Saft ab und leiten ihn über einen verschließbaren Auslass in den Saftbehälter. Der Trester, also die ausgequetschten und jetzt weitgehend trockenen Feststoffe, wird unterhalb der Schnecke in einen Auffangbehälter geleitet. Trester- und Saftbehälter fassen ein Volumen von respektive 1,3 Liter und 0,98 Liter. Mit einem speziellen Einsatz (blau) lassen sich auch gefrorene Zutaten etwa zu einem Sorbet verarbeiten. Die vier Kilogramm schwere Maschine steht auf vier kleinen Gummifüßen, das Stromkabel ist mit 105 Zentimetern Länge sehr gut bemessen. Im Handbuch sind alle Schritte für Zusammenbau und Demontage gut erklärt, sechs Rezepte (tabellarisch ohne Bilder) angehängt.

Galerie: Ausgequetscht! Test des Entsafters Panasonic MJ L500

So presst die Maschine Säfte und Sorbet

Drei Säfte aus sehr unterschiedlichem Obst und Gemüse sowie ein Sorbet soll uns der Apparat zubereiten. Jetzt heißt es: Schälen, schnipseln, schneiden!
Als Tomaten, Möhren, Orange und etwas Zitrone für den ersten Drink in Würfel mit etwa 2 Zentimeter Kantenlänge geschnitten sind, gebe ich Power und fülle die Zutaten in den Einfüllstutzen. Der dürfte gerne etwas größer sein und mehr Gefälle haben. Mit leisem Grummeln geht der Apparat an die Arbeit, Trester-Streifen schieben sich langsam aus der Tülle und gleichzeitig rinnt der Saft in seinen Behälter. Nach wenigen Minuten sind die Zutaten vollständig zermalmt, zwischen Schnecke und Saftfilter bleibt kaum Masse zurück. Der Trester ist sehr trocken, also nahezu perfekt ausgequetscht, der Saft gleichmäßig gefärbt, größere Schwebstoffe nicht erkennbar.
Für die Zwischenreinigung ist der Entsafter schnell zerlegt, durchgespült und wieder zusammengebaut. Der beigelegte Pinsel mit spitzem Ende ist dabei unerlässlich. Per Hand lassen sich die sehr feinen Öffnungen im Saftfilter allerdings kaum vollständig reinigen. Das Teil ist aber spülmaschinenfest. Pfeilmarkierungen an den Bauteilen und verständliche Piktogramme im Manual lassen keine Fragen offen.
Jetzt wird es fruchtiger! Aus Melone, Äpfeln, Bananen und Zitrone lasse ich den zweiten Drink pressen. Das geschmackliche Ergebnis ist köstlich, beim Zuführen der Zutaten sollte man allerdings eine bestimmte Reihenfolge beachten: Nach dem Entsaften hängt sehr viel Bananenmasse an der Innenseite des Siebes, wurde also nur unzureichend durchgedrückt. Das lässt sich weitgehend vermeiden, indem nach der weichen Banane andere, härtere Zutaten wie etwa die Äpfel zugeführt werden. Sie drücken die weiche Bananenmasse durch das Sieb.
Test drei – der Wake-up-Call: Apfel, Gurke und Minzblättchen? Klingt speziell! Solche sehr wasserhaltigen Zutaten sind besonders ergiebig. Aus rund 770 Gramm geschälten Zutaten presst der Entsafter etwa 500 Gramm oder einen knappen halben Liter Saft. Der Drink schmeckt sehr frisch und fruchtig, ein wirklich guter Start in den Tag!
Endlich Sommer! Gut, dass sich mit dem Entsafter und dem blauen Spezialeinsatz auch Sorbets oder Frozen Yoghurt herstellen lassen. Ich probiere es mit etwa fünf Stunden lang angefrorenen Kiwi- und Pfirsichstücken. Beim Einfrieren sollte das Obst möglichst frei liegen und keinen allzu engen Kontakt haben, sonst muss man die Stücke wieder mühsam mit dem Eispickel voneinander trennen. Als das passiert ist, presst der Apparat eine gründlich durchmengte, eiskalte und schmackhafte Sorbet-Schlange aus dem Saftauslass.

Panasonic MJ L500

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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