Nektar, Direktsaft oder Konzentrat?

Genau hingeschaut: Was steckt im Fruchtsaft?

Nichts geht über ein Glas frisch gepressten Orangensaft zum Frühstück. Doch nicht jeder hat Zeit und Lust, sich morgens an die Saftpresse zu stellen. Wer lieber auf fertigen Saft zurückgreift, sollte genau hinschauen, was er da trinkt.

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Orangensaft

Aufgepasst: Begriffe wie "Orangensaftgetränk" oder "Nektar" deuten an, dass mehr als pure Frucht enthalten ist.

Wer sich im Supermarkt eine Flasche Saft kaufen möchte, steht einem riesigen Angebot gegenüber. Aber nicht überall ist 100 Prozent Frucht drin. Wenn Sie nicht das Kleingedruckte lesen möchten, hilft die Orientierung an drei Begriffen: Fruchtsaftgetränk, Fruchtsaftkonzentrat und Nektar.

Fruchtsaft: Direktsaft und Fruchtsaftkonzentrat

Nur Getränke, die zu 100 Prozent aus purem Fruchtsaft bestehen, dürfen mit dem Begriff „Fruchtsaft“ werben. Im Einzelhandel werden solche Säfte als Direktsaft oder Fruchtsaftkonzentrat angeboten. Unter „Direktsaft“ versteht man einen Saft, den der Hersteller beim Pressen der Frucht direkt Flaschen abfüllt. Die günstigere Variante ist das Fruchtsaftkonzentrat – hier entzieht man dem Saft im Ernteland zuerst einen Teil Flüssigkeit, um beim anschließenden Transport Kosten zu sparen. Am Zielland angekommen füllt der Hersteller das Konzentrat wieder mit Wasser auf.

Galerie: Kleine Obstkunde

Nektar: Der optimierte Fruchtsaft

Im Falle von Nektar haben wir es mit einer „optimierten“ Form des reinen Fruchtsafts zu tun. Nektar findet sich vor allem bei Fruchtsäften, deren Obstsorten pur nicht als Saft genießbar wären. Etwa bei säuerliche schmeckenden Johannisbeeren oder Sauerkirschen sowie im Fall von Bananen oder Pfirsichen, wo unbehandelte Säfte zu viel Fruchtfleisch enthalten würden. Würde man einen reinen Fruchtsaft aus diesen Früchten pressen, ließe sich dieser aufgrund des Geschmacks oder der Konsistenz nicht gut verkaufen. Deshalb werden je nach Obstsorte mit 50 bis 60 Prozent Wasser beigemischt und ergeben so den Nektar. Da so ein Obst-Wasser-Gemisch ohne weitere Behandlung nur wenig nach Frucht schmecken würde, ist es der Industrie erlaubt, dem Getränk nach individuellem Ermessen bis zu 20 Prozent Zucker zuzusetzen. Das soll den natürlichen Fruchtgeschmack unterstützen und den Nektar süßer machen. Da Nektar unserem persönlichen Empfinden für einen optimalen Geschmack für Saft besonders nahe kommt, wirkt Nektar auf uns nicht selten wie purer Fruchtsaft. Da wir dadurch jedoch unbemerkt jede Menge Zucker aufnehmen, sollte Nektar in Maßen genossen werden.

Fruchtsaftgetränk: Die Mogelpackung

Auch wenn es der Begriff „Fruchtsaftgetränk“ anders andeutet, haben diese Getränke nur noch wenig mit echten Fruchtsäften gemeinsam. Je nach Sorte ist es den Herstellern erlaubt, nur noch zwischen 6 und 30 Prozent Saft in ihren Getränken zu verwenden. Der Rest wird mit Wasser, Zucker, Vitaminen und Fruchtsäuren aufgefüllt. Auch der Zusatz von Geschmacksverstärkern und künstlichen Aromastoffen ist die Regel, damit dieses künstliche Gemisch am Ende auch nach Frucht schmeckt. Damit sind Fruchtsaftgetränke in der Regel ungesünder als Nektar und reiner Fruchtsaft. Besonders tückisch: Derartige Getränke richten sich in der Werbung gern an Kinder. Tipp: Da gerade kleinere Kinder oft nur wenig mit dem unverfälschten Geschmack puren Obstsafts anfangen können, empfiehlt es sich, den 100 prozentigen Fruchtsaft zu ein bis zwei Dritteln mit Wasser zu verdünnen. Das ist allemal gesünder als die „gepanschten“ Fruchtsaftgetränke und man spart dabei spart noch Geld.

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