Berühmte Rezepte

Rossini, Sacher & Co. – Prominente als Namensgeber

Kennen Sie den Maler Carpaccio, den Earl of Sandwich, den Komponist Rossini oder Königin Margherita? Nach diesen und weiteren Berühmtheiten wurden Rezeptklassiker benannt. Begleiten Sie uns auf eine kleine Promi-Reise durch die internationale Küche.

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Carpaccio mit Rucola

Starke Farben und eine köstliche Marinade – das sind die Merkmale eines Carpaccios aus Rinderfilet.

Machen Sie doch mal ein Berühmtheiten-Menü – vielleicht für Ihre Familie oder Ihre Freunde. Folgende Speisefolge bietet sich für ein fünfgängiges Menü an: vorneweg kleine Stücke Pizza Margherita, dann als Vorspeise ein schönes Carpaccio, gern auch aus Roter Bete oder aus Schwertfisch, gefolgt von Tournedos Rossini oder einem herrlichen Filet Wellington. Zum Dessert gehen Sie in die Vollen und bieten einen Kaiserschmarrn an. Und wenn dann noch Platz ist, gibt’s Sachertorte zum Kaffee. Die Gerichte kennen Sie, aber die Persönlichkeiten dazu fallen Ihnen gerade nicht ein? Das macht nichts, denn wir stellen die besten Rezept-Celebrities vor.

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Carpaccio – bunt wie ein Gemälde

Wer einmal in Venedig in der Accademia war, kennt die farbenprächtigen Bilder des berühmten venezianischen Malers (1465-1525/26). Die Vorspeise Carpaccio entstand ebenfalls in Venedig, aber es war der Inhaber von Harry’s Bar, Giuseppe Cipriano, der das Gericht aus hauchdünn geschnittenem rohen Rinderfilet kreierte. Er nannte es Carpaccio – wegen der kräftigen Farben, die der berühmte Maler verwendete. Heute wird Carpaccio auch aus rohem Fisch oder knackigem Gemüse zubereitet, eine Marinade gehört immer dazu.

Caesar Salad – Idee eines italienischen Auswanderers

Cesare Cardini, genannt Caesar (1896-1956), wurde am Lago Maggiore geboren und wanderte später in die USA und Mexiko aus. Der Restaurant- und spätere Hotelinhaber soll den Salat zur Zeit der Prohibition erfunden haben, als Gäste aus Kalifornien sein mexikanisches Lokal an der amerikanischen Grenze stürmten. In Mexiko war Alkohol nämlich nicht verboten. Caesar Salad besteht aus Römersalat, Croutons und einer selbst zubereiteten Knoblauch-Mayonnaise sowie Parmesan. Nach Belieben kommen Anchovis und Hähnchenstreifen hinzu.

Kaiserschmarrn – zu Ehren von Franz Joseph I.

Der in der Pfanne gerupfte Pfannkuchen stammt aus dem Kernland der Mehlspeisen und wurde nach Franz Joseph I., Kaiser von Österreich benannt. Seine Namensgebung verdankt der Kaiserschmarrn der Tatsache, dass die Palatschinken dem Kaiser besonders gut schmeckten – während Kaiserin Sissi, berühmt für ihre Wespentaille, das vom Hofpatissier kreierte Gericht schlankweg ablehnte.

Tournedos Rossini – schlemmen statt Kunst

Gioachino Rossini (1792-1868) dürfte der einzige Komponist weltweit sein, der das Komponieren von Opern zugunsten der Küche und des guten Lebens aufgab. Der Schöpfer von herrlichen Belcanto-Opern wie Der Barbier von Sevilla oder Die Italienerin von Algier interessierte sich sehr für die feine Küche, wovon die nach ihm benannten Tournedos Rossini zeugen. Die Medaillons vom Rinderfilet werden rund gebunden, kurz gebraten oder gegrillt und mit einer Scheibe Foie gras sowie Trüffelspänen bedeckt.

Sandwich – Snack beim Kartenspiel

Der vierte Earl of Sandwich und Mitglied der Royal Navy, John Montagu (1718-1792), war ein leidenschaftlicher Kartenspieler und ließ sich während des Spiels eine Scheibe gekochten Rindfleisches zwischen zwei Weißbrotscheiben legen. Sein Biograph merkt an, dass der Earl so viel arbeiten musste und daher das Brot im Dienst aß. Da er sich auch in seiner Dienstzeit öfter mal verzockte – dürfte beides stimmen. Das Sandwich wurde als Imbiss in Form von zwei Brotscheiben mit einem Belag dazwischen in ganz England schick – und heute kennt zwar keiner mehr den Earl, aber sein Sandwich ist in aller Munde.

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Filet Wellington – Mahlzeit für den Sieger

Der 1. Duke of Wellington, Sir Arthur Wellesley (1769-1852), besiegte mit Blücher bei Waterloo Napoleon. Gleich nach der Schlacht, so die Legende, habe er sich ein in Blätterteig gewickeltes Rinderfilet servieren lassen. Aus dem Landadligen wurde der Duke of Wellington und aus dem Fleischgericht das berühmte Filet Wellington. Zwischen Filet und Blätterteigmantel kommt noch eine würzige Farce aus Pilzen.

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Pizza Margherita – im Namen der Königin

Die Erfindung der berühmten Pizza Margherita fand in Neapel statt, und zwar im Lokal Brandi, das bis heute besteht. Der Pizzabäcker hatte sie eigens für die Königin in den Nationalfarben belegt: mit grünem Basilikum, weißer Mozzarella und roten Tomaten. Margarethe von Italien (1851-1926) war die Frau von Umberto I. Die nach ihr benannte Pizza Margherita ist längst berühmter als sie selbst.

Sachertorte – die Erfindung eines Küchenmeisters

Der österreichische Koch Franz Sacher hat sie erfunden. Sein Sohn Eduard Sacher, der spätere Hotelier, hat sie für den k.u.k. Hofzuckerbäcker Demel perfektioniert. Die Sachertorte ist bis heute nicht als Marke geschützt. Das hat für viel Streit gesorgt, aber dem grandiosen Geschmack der Torte keinen Abbruch getan. Sie besteht aus einer sehr eihaltigen Schokomasse und wird mit ein oder zwei Schichten Marillenmarmelade versehen, bevor sie mit einem Schokoladenguss überzogen wird.

Backofen