Genießen mit Freunden und Fremden

Supper Club: Abendessen im Geheimen

Der Supper Club ist die Untergrund-Bewegung der Hobbyköche. Hier verabreden sich Fremde, um im privaten Wohnzimmer zu kochen und zu essen. eKitchen erklärt den neuen Trend.

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Essen mit Freunden

Abendessen bei einem Unbekannten: Der US-Trend "Supper Club" hat jetzt auch Deutschland erreicht.

Abendessen mit Freunden? Kenn ich schon. Ist Essen bei Fremden das neue Ausgehen? Manche machen direkt eine Art Dating-Spiel daraus.

Abendessen im unbekannten Wohnzimmer

In Berlin, aber auch in München, breitet sich der Trend zu den privaten Dinner-Veranstaltungen stetig aus. Vor allem Food-Blogger bieten auf ihren Internet-Seiten Verköstigungen an und locken die Besucher mit Drei- bis Vier-Gänge-Menüs in ihre Wohnzimmer. Hier gibt es nicht nur Klassiker der deutschen Küche, auch vegane Menüs, Detox-Dinner oder Grillabende bieten die Veranstalter an. Der Ursprung des Trends liegt vermutlich in den USA, wo zwei Brüder in der Nähe von San Francisco bereits Ende 2003 angefangen haben, kleine private Abendessen zu organisieren.

Mehr als 18 Gäste haben keinen Platz

Zwar mögen die geheimen Treffen an Feiern in den besetzten Häusern Berlins erinnern, doch Supper Clubs sind legal und jeder darf teilnehmen. Auf den Webseiten der Veranstalter kann man sich anmelden und seinen Platz reservieren. Allerdings ist ein Supper Club kein professionelles Restaurant. Hier lädt ein Hobbykoch zu einem gemeinsamen Essen ein. Einer der Berliner Supper Clubs spricht von mindestens sechs Teilnehmern. Mehr als 18 Gäste bewirtet Thyme aber nicht. Da auch der Gastgeber die Zutaten kaufen muss, gibt es zwei Möglichkeiten, den Koch für seine Arbeit zu entlohnen. Häufig legen die Veranstalter einen Unkostenbeitrag für das Essen fest – manchmal finanziert sich der Abend über Spenden, die nach dem Essen eingesammelt werden.

Die Suche nach der richtigen Türe

Gerade in einer neuen Stadt bieten sich Supper Clubs an, um neue Menschen kennenzulernen. Wer sich entschlossen hat, an einem der Untergrund-Dinner teilzunehmen, bekommt als Insider wenige Tage vor der Veranstaltung die Adresse mitgeteilt. Jetzt müssen die Gäste nur noch die richtige Türe finden, hinter der sich das Abendessen mit den Fremden versteckt.

Die Alternative: Dinner auf Umwegen

Ein ganz anderes Konzept verfolgt die Webseite jumpingdinner.de. Hier wechseln die Teilnehmer bei jedem der drei Gänge die Wohnung. Zu jedem Gang treffen sich vier Besucher bei zwei Gastgebern, in der nächsten Wohnung warten dann wieder neue Gäste und neue Gastgeber. Insgesamt zwölf Personen lernen die Teilnehmer des Jumping Dinners so während des Abends kennen. Jeder ist einmal Gastgeber in der eigenen Wohnung und darf bei zwei weiteren Gängen einfach nur das Essen genießen. Trotz allem erinnert die Idee eher an Speed-Dating als an einen ruhigen Abend, denn das Dinner hat einen straffen Zeitplan. 18 Uhr Vorspeise, 20 Uhr Hauptgang, 22 Uhr Dessert und zum Abschluss beginnt ab 23.30 Uhr die Abschlussparty, bei der alle 12 Teilnehmer dabei sind. Ob Jumping Dinner oder Supper Club ist wohl eine Typfrage.

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