Hochleistungs-Mixgerät im Check

Praxis-Test: Gastroback Mixer Advanced Professional

Mit 2.200 Watt und bis zu 32.000 Umdrehungen pro Minute soll der Design Mixer Advanced Professional von Gastroback alles zerkleinern, was ihm zwischen die Klingen kommt. Wie der Hochleistungsmixer sich in der Küche macht, hat eKitchen-Autor Christian Lanzerath im Praxis-Test herausgefunden.

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Gastroback Mixer Advanced Professional

Mixt fast alles klitzeklein: der Design Mixer Advanced Professional mit 2.200 Watt und sechs Edelstahlklingen.

Vor einigen Jahren habe ich mir einen Standmixer vom Lebensmittel-Discounter zugelegt. Für rund 20 Euro bekam ich ein Gerät mit 400 Watt. Bananenmilch herzustellen, war damit kein Problem. Doch härteres Obst, Eiswürfel oder Mandeln zerkleinern? Bis auf ein paar Schrammen und Kratzer blieben die Zutaten nahezu am Stück. Das aktuelle Testgerät, der Design Mixer Advanced Professional von Gastroback, spielt in einer anderen Liga: Mehr als die fünffache Leistung und ein Edelstahlmesser mit sechs Klingen am Boden häckseln ganze Äpfel, Nüsse und Eiswürfel binnen Sekunden.

Obst und Gemüse: Perfekt für grüne Smoothies

Auch faserige Gemüsesorten wie Spinat, Sellerie oder Karotten sind kein Problem. Hier haben gerade Mixer mit schwachem Motor Schwierigkeiten – nicht so der Gastroback. Für Freunde von Smoothies und grünen Smoothies ist die hohe Drehzahl bestens geeignet, alle Zutaten zu Brei zu verarbeiten. Alles, was ich an Obst und Gemüse hineingeworfen habe, kam völlig unkenntlich wieder heraus. Gemischt mit etwas Milch wurden daraus wunderbare Vitaminbomben ohne Zusatzstoffe, Extrazucker oder was man eben bekommt, wenn man im Laden einen Smoothie kauft. Für beide Sorten – normale und grüne Smoothies – bringt der Mixer jeweils ein eigenes Programm mit, das den Inhalt des zwei Liter fassenden Behälters mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten mixt.

Problemzonen: Suppe und Eis

Programme gibt es ebenfalls für gefrorene Desserts und Suppen. Letzteres ist relativ simpel: Es mixt die Zutaten sechs Minuten lang auf voller Drehzahl, sodass diese nicht nur verflüssigt und gut durchmischt, sondern auch erhitzt werden. Allerdings hat der Hersteller hier für meinen Geschmack etwas zu viel versprochen, denn wirklich heiß war meine Brokkoli-Käse-Suppe nicht – eher etwas mehr als lauwarm, sodass ich sie noch einmal kurz in die Mikrowelle stellen musste. Immerhin: Lecker war sie.

Galerie: Test: Gastroback Mixer Advanced Professional

Mit Eiswürfeln habe ich ebenfalls durchwachsene Erfahrungen gemacht: Wirklich gutes Crushed Ice ließ sich nicht herstellen. Dafür sieht Gastroback die Pulsfunktion vor, die die Messer alle zwei Sekunden für eine Sekunde auf Hochtouren laufen lässt. Das Ergebnis war eine Mischung aus viel zu großen Eisstücken und feinem Eispulver – am Ende hatte ich nur noch Schnee.
Für Speisen und Getränke wie Sorbets oder eine Frozen Margarita ist das hingegen perfekt. Kleiner Tipp dafür am Rande: zuerst das Eis in den Behälter füllen, kurz zerkleinern und dann die restlichen Zutaten hinzugeben. Ansonsten können die Messer die dicken Eiswürfel nicht immer gut greifen.

Zubehör: Übersichtlich, aber zweckmäßig

Die Bedienung ist sehr einfach. Nutzt man nicht eines der Programme, dreht man über den großen Knopf die Drehzahl individuell hoch. Einen Timer gibt es ebenfalls. Zum Lieferumfang gehören neben dem Mixer inklusive Deckel noch ein Spatel, die Bedienungsanleitung sowie ein Rezeptbuch mit vielen Zubereitungsvorschlägen, die teilweise aber auf sehr exotischen Zutaten basieren. Die Suche nach Macadamia-Öl und Chiasamen im Supermarkt habe ich jedenfalls abgebrochen. Und auch Kaffir-Limetten-Blätter oder Mandelmilch hat nicht jeder im Haus – zumindest lässt sich Letztere relativ einfach mit dem Design Mixer Advanced Professional selbst zubereiten.
Der Erfolg der Selbstreinigungsfunktion hängt immer stark vom Inhalt ab. Nachdem ich ein Zitronensorbet zubereitet hatte, strahlte der Mixbehälter wieder blitzsauber. Keine Chance hatte ich nach der Herstellung von Mandelbutter – auch grüne Smoothies sind kritisch. Hier hilft letztlich nur der Spülschwamm oder die Spülmaschine (Behälter und Deckel sind spülmaschinenfest).

Fazit: Power-Mixer und akustische Herausforderung

Mit 550 Euro (UVP) ist der Design Mixer Advanced Professional kein Schnäppchen, aber auch nicht besonders teuer, wenn man sich die Preise von gleichwertigen Konkurrenten anschaut. Bis auf Kleinigkeiten wie der lauwarmen Suppe und dem nicht ganz perfekten Crushed Ice war ich mit dem Standmixer von Gastroback sehr zufrieden. Spielen Sie mit dem Gedanken, sich dieses oder ein anderes Hochleistungsgerät anzuschaffen, sollten Sie sich über eines im Klaren sein: Den Mixer in einem Mehrfamilienhaus nach 22 Uhr laufen zu lassen, könnte Ärger mit den Nachbarn bringen. Denn 2.200 Watt verursachen einen höllischen Lärm.
Christian Lanzerath

von

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und darf täglich über die Technik in der IT-Welt und die Technik in der modernen Küche schreiben.

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