Statt Chia & Co.

Wildkräuter: Vergessenes Superfood aus Deutschland

Goji- und Acaibeeren oder Chia-Samen: Sogenannte Superfoods sind wortwörtlich in aller Munde. Doch nicht nur exotische Produkte liefern hohe Mengen an Eisen, Vitamin C oder Calcium: Viele Wildkräuter aus Deutschland sind mindestens genauso gesund.

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Brennnesseln sind das geheime Superfood

Lokal und gesund: Brennnesseln sind der Star unter den Wildkräutern – und ein richtiges Superfood.

Superfoods wie Chia-Samen gelten als lecker, sehr gesund und vor allem: teuer. Auch die Nachhaltigkeit der oftmals importierten Lebensmitteln bleibt fraglich. Zwar kann man viele beliebte Superfoods selbst anbauen, doch das kostet Zeit und Kraft. Trotzdem müssen Ernährungsbegeisterte, die gern zu lokalen Produkten greifen, nicht verzagen: Viele Superfoods sind vollkommen kostenlos – und wachsen direkt vor unserer Nase.

Vitalität durch Wildkräuter

Frische, junge Wildkräuter verfeinern jedes Gericht mit ihren markanten und intensiven Aromen. Ob als Zutat für grüne Smoothies oder als entgiftender Tee – wilde Pflanzen sind leicht zu verarbeiten und eine wahre Wunderwaffe für mehr Vitalität. Das ist nicht überraschend: Vitamine, Aminosäuren und Antioxidantien sind in hoher Konzentration in diesen lokalen Superfoods vertreten. Als Unkraut verschrieene Gewächse wie Giersch, Löwenzahn oder Gänseblümchen sind schnell gepflückt und machen auf dem Teller auch optisch einiges her. Der geheime Star unter den wilden Leckerbissen ist die Brennnessel: Sie vereint als wahres Superfood gleich mehrere positive Eigenschaften.

Superfood Brennnessel

Vitamin C

Calcium

Eisen

Magnesium

Protein

Nährwerte pro 100 g

333 mg

713 mg

4,1 mg

 

80 mg

7,4 g

Zum Vergleich: Die Brennnessel liefert sechsmal so viel Calcium wie Kuhmilch, mehr als das Sechsfache an Vitamin C im Vergleich zu Orangen und hat einen höheren Eisengehalt als Spinat. Und keine Angst vor den brennenden Giftstoffen der Pflanze – nach der Verarbeitung sind sie unschädlich und harmlos. Nur beim Pflücken ist Vorsicht geboten.

Unbelastet aus der Natur

In Parks, am Wegrand oder an unkultivierten Stellen im Garten: Wildkräuter sprießen da, wo es andere Pflanzen schwer haben. Um eine Belastung durch Abgase oder chemische Unkrautvernichtungsmittel zu vermeiden, sollte man allerdings abseits von Feldern oder Straßen nach dem gesunden Grünzeug suchen. Wenn das gewünschte Kraut entdeckt ist, hilft immer das Vertrauen in die eigene Sensorik: Beim Sehen, Fühlen, Riechen und Schmecken geht man sicher, dass keine unangenehme Überraschung in der Küche droht. Im Zweifelsfall hilft einer der zahlreichen Ratgeber zum Thema.

Galerie: Die beliebtesten essbaren Blüten

Wildkräuter

Erik J. Schulze

von

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