Multifunktionales Gerät mit Grill und Heißluft

Im Test: Mikrowelle Chef Plus MW 49 von Bauknecht

Die Mikrowelle Bauknecht Chef Plus MW 49 will fast alles können. Da ist also kein Ofenrohr mehr erforderlich und die Kochmulde kommt auch gleich weg ... oder? ekitchen-Autor Gerald Sinschek hat das Teil durchprobiert.

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Hinter der dezenten Fassade steckt eine ganze Palette an Funktionen. Das macht die Mikrowelle Bauknecht Chef Plus MW 49 zu einem großen Küchenhelfer.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die Mikrowelle Bauknecht Chef Plus MW 49 ist mit ihrem großen Funktionsumfang und Fassungsvermögen ein echtes Plus in der Küche. Die Bedienung ist dank der guten Kurzanleitung einfach, die Automatikrezepte helfen auch weniger erfahrenen Nutzern sehr gut weiter und das Gerät hat sich bei allen Kochversuchen wirklich gut geschlagen – bis auf die Grillerei. Weiterhin braucht der Apparat üppig Stellplatz. Die übrigen paar Kleinigkeiten – wie die sich nur knapp öffnende Tür, die etwas zierliche Greifzange und die mitunter fummelige Zentrierung der Crisp-Platte – trüben den Gesamteindruck allerdings nur wenig.

Pro

  • zahlreiche Automatikprogramme
  • Funktionsumfang
  • Volumen
  • Bedienung und Design

Kontra

  • Tür mit kleinem Öffnungswinkel
  • etwas zierliche Greifzange
  • knifflige Zentrierung der Crisp-Platte

Bauknecht Chef Plus MW 49

Eine Mikrowelle führt in vielen Haushalten ein ziemliches Nischendasein – auf sie verzichten möchte aber kaum jemand. Mal schnell Essen vom Vortag aufzuwärmen oder Milch zum Aufschäumen für den Milchkaffee zu erhitzen, gehört zumindest in meiner Küche zu den häufigsten Einsatzgebieten des Geräts. Wenn aber eine Mikrowelle wie die Bauknecht Chef Plus MW 49 (UVP 329 Euro) angeblich auch Reis kocht, Pizza aufbäckt und Pommes oder Chicken Wings knusprig röstet, dann macht mich das hellhörig. Denn bei aller Liebe zu Backofen und Kochmulde, zu Töpfen und Pfannen und zur gleichzeitigen Wuselei auf allen verfügbaren Platten: Manchmal findet in meiner Küche auch Fastfood statt, für das ich bisher den zeitraubenden Backofen genutzt habe.

Fünf Funktionen in einem Gerät

Die Chef Plus soll neben dem Auftauen, Garen, Backen und Grillen von Speisen auch das Frittieren meistern, dank integriertem Grill und Heißluftsystem – und dank der Crisp-Funktion. Diese ermöglicht laut Hersteller verschiedene Kochtechniken und basiert auf dem sogenannten Dual Emission System: Ein Sender verteilt die Mikrowellen gleichmäßig im Garraum, während ein anderer die Wellen auf die spezielle Crisp-Platte richtet. Das System soll für gegarte und gebräunte Speisen sorgen. Mit Hilfe der Crisp-Fry-Rezepte bereiten Sie angeblich knusprige Pommes und Fischstäbchen zu, ohne die Zugabe von Öl. 20 Rezepte, mit denen die Gerichte gelingen sollen, sind bereits in der Mikrowelle gespeichert.

Bedienung über Touchfeld

Die Bedienung der Mikrowelle erfolgt über ein Touch-Bedienfeld – sprich ohne Knöpfe oder Schalter. Darüber lassen sich alle Funktionen, Extras und Justieroptionen erreichen. Das Display mit blauer Anzeige fällt zwar nicht riesig aus, ist aber ausreichend groß und durchaus gut ablesbar. Gut 18 Kilogramm wiegt der Brocken übrigens und maximal 1.900 Watt zieht er bei der Arbeit: Die Mikrowelle genehmigt sich bis zu 800 Watt, der Grill 900 Watt und die Höchstleistung ergibt sich im Heißluftbetrieb. Ein paar dieser Funktionen wollen wir ausprobieren und so greife ich im Supermarkt tief in die Gefriertruhe: Aufbackpizza, Pommes Frites und Chicken Wings liegen danach im Korb und an der Fleischtheke kommt noch ein dickes Dry-Aged-Kotelett dazu. Nur Reis muss ich nicht kaufen, der steht immer zuhause im Schrank.

Galerie: Bauknecht Chef Plus MW 49 in der Praxis

Test 1: Chicken Wings mit Pommes

Chicken Wings mit Pommes sind oft eine sehr schmackhafte Kombination. Ob die Mikrowelle die beiden Sachen trotz verschiedener Programmempfehlungen auch gemeinsam hinbekommt? Einfach ausprobieren. Der Kurzanleitung gemäß wähle ich das Programm Nr. 13 für Huhn und gebe das Gewicht (zusammen 600 Gramm) über die Tastatur ein. Es ist kaum möglich, dass bei der Bedienung etwas schiefgeht: Die Programme sind nachvollziehbar und die Touchfelder eindeutig beschriftet. Ich stelle die befüllte Crisp-Platte auf den hohen Rost und beides zusammen in den Garraum. Die Tür dürfte sich ein paar Grad mehr als nur rechtwinklig zum Gehäuse öffnen lassen – das würde den Bedienkomfort erhöhen. Weiterhin kommt die etwas zierliche Greifzange mit der beladenen Crisp-Platte an ihre Grenzen; viel mehr dürfte auf dem Teller wohl nicht liegen.
Nach etwa 9 Minuten fordert mich das Gerät auf, die Chicken Wings (und Pommes) zu wenden; danach schaltet sich der Grill hinzu. Nach weiteren 5 Minuten signalisiert ein Ton „fertig“. Doch das Experiment, Wings und Pommes gleichzeitig zuzubereiten, ist nicht ganz geglückt: Die Flügelchen sind zwar gut, aber die Fritten noch etwas schlapp. Ich addiere 4 Minuten Pommes-Programm (Nr. 9) – und danach passt alles, sieht appetitlich aus und schmeckt zudem. Allerdings: Nach dem Wenden habe ich offenbar die Crisp-Platte nicht exakt auf dem Rost zentriert. Als das Teil wieder anläuft, bleibt der gummierte Crisp-Plattenrand samt Rost an der Wand des Garraumes hängen und der Glasteller dreht sich unten alleine weiter. Diese Verbindung ließe sich besser gestalten.

Test 2: Pizza und Steak

Eine 400 Gramm schwere Aufbackpizza ist nach 7:17 Minuten auf der Crisp-Platte gar und schön gebräunt. Schmecken tut sie nicht, doch das liegt weniger am Gerät. Im Backofen hätte das deutlich länger gedauert. Von daher: Prima! Jetzt der Dry-Aged-Klopper – dafür gibt es leider kein Programm. Ich lege das leicht eingeölte Kotelett auf den hohen Rost dicht unter den Grill. Wie heiß der wohl wird? Keine Ahnung. Also wähle ich erst einmal nur 4 Minuten pro Seite. Das reicht aber nicht ansatzweise und ich addiere je vier Minuten. Jetzt ist das Fleisch innen zart-rosa, doch eine Kruste suche ich auf der Oberfläche vergeblich. Damit ist der Grill also überfordert.

Test 3: Reis

Vorletzte Übung: Reis kochen. In dem Dampfgarbehälter befinden sich Markierungen für die Füllhöhe; die Schnellanleitung gibt für 200 Gramm die Programmkombination P2/L2 vor. Nach 11 Minuten ist der Reis gar. Auch das geht mal wieder schneller als auf dem Herd, weil die Dauer bis zum Kochen des Wassers entfällt.

Finaler Test: Reinigung

Nach der Fettspritzerei durch den Grillversuch und etwas übergekochtem Reiswasser ist der Garraum nicht übermäßig, aber deutlich sichtbar verschmutzt. Jetzt muss sich das Reinigungsprogramm beweisen. Dafür füllt man den unteren Teil des Dampfgarbehälters mit Wasser (bitte exakt 235 ml, laut Anleitung ...?!) und platziert ihn mittig auf dem Drehteller. Jetzt sorgt die Mikrowelle für reichlich heißen Dampf, der Verschmutzungen anlösen soll. Das funktioniert passabel: Die Reiskrusten lassen sich nach Programmende gut wegwischen, aber für eine gründliche Reinigung der Fettrückstände ist trotzdem Spülmittel erforderlich.

Bauknecht Chef Plus MW 49

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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