Smarter Ofen?

Mikrowelle Samsung MC32J7035D Smart Oven im Test

Eine Mikrowelle, die nur Milch oder das Abendessen vom Vortag erwärmen kann, ist nicht gerade der Burner. Die Samsung MC32J7035D kommt dagegen mit einer Vielzahl an Spezialprogrammen. eKitchen hat sich im Test durchgeklickt.

Datum:
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Große Mikrowelle mit großem Funktionsumfang: Samsungs Smart Oven MC32 im Test.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die große Mikrowelle Samsung MC32J7035D ist ein Multitalent, das viele verschiedene Garvorgänge erledigt. Mit diesem schicken Gerät kann das Backrohr häufig kalt bleiben. Bis allerdings die zwangsläufig sehr umfangreiche Bedienungsanleitung studiert ist, dauert es. Und obwohl viele Lebensmittel und Zubereitungsarten darin abgehakt sind, muss man für weitere Gerichte und Gar-Kombinationen kreativ sein. Wie schon immer im Umgang mit einer Mikrowelle. Die Bedienung ist dennoch übersichtlich und gut nachvollziehbar, wenn auch manche Formulierungen bzw. Anweisungen eindeutiger sein könnten.

Pro

  • Funktionsumfang
  • Bedienung
  • Größe Garraum
  • Reinigung

Kontra

  • Formulierungen im Handbuch könnten eindeutiger sein

Mikrowelle Samsung MC32J7035D Smart Oven

Mikrowellengeräte sind heute mehr, als nur die übergroßen Schnellwärm-Maschinen für seltene Gelegenheiten: Große Kombigeräte wie der hier getestete Smart Oven Samsung MC32J7035D (UVP 359,00 Euro) verfügen über zahlreiche Programme, die speziell auf verschiedene Lebensmittel abgestimmt sind und mehrere Funktionen kombinieren. In diesem Fall stehen neben der Grundfunktion auch ein Grill (1500 Watt) sowie Heißluft (2100 Watt) zur Verfügung.

Ausstattung der Mikrowelle Samsung MC32J7035D

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Drehring und -teller, hoher und niedriger Rost sowie eine Tellerwärmschüssel und die Backunterlage gehören zum Lieferumfang der Mikrowelle Samsung MC32J7035D.

15 schonende Automatikprogramme für Reis, Gemüse oder Fisch stehen allein im Menü „Gesundes Garen“ zur Verfügung, fünf im Bereich „Teig/Joghurt“. Außerdem finden sich im Bedienfeld auf der rechten Seite der Gerätefront verschiedene Auftaueinstellungen sowie Automatikprogramme zum Garen und wieder Erwärmen. Mit drei Knöpfen lassen sich Heißluft, Grill und die Mikrowelle separat steuern, dann gibt es noch Schalter für die Kombifunktionen (z.B. Grill + Mikrowelle), Warmhaltemodus oder Geruchsbeseitigung. Die jeweilige Auswahlfunktion passiert mit einem Drehwahlrad, neben dem sich auch Knöpfe für die Kindersicherung und Drehteller Ein/Aus befinden. Darunter liegen die Start-/Stopp-Schalter.
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Bedient wird die Samsung Mikrowelle mit 14 Knöpfen und einem Funktionswahlschalter.

Der beleuchtete, 32 Liter fassende und mit Keramik versiegelte Garraum ist mit den Abmessungen 37,3 x 23,3 x 37 Zentimeter sogar groß genug für ein ganzes Huhn oder natürlich eine Standard-Tiefkühlpizza. Die große Ofenklappe öffnet sich nach unten, das Kabel misst 100 cm. Hinter der Gerätetür findet sich eine Kurzanleitung für die wichtigsten Funktionen, das sehr umfangreiche Manual sollte man aber wegen der Vielzahl an Programmen und Garvorschlägen besser nicht verlegen. Das Design des Gerätes ist sehr elegant und aufgeräumt.
Sechs Versuche wollen wir mit der Samsung-Mikrowelle durchführen, so können wir uns einen Überblick verschaffen.

Huhn mit Pommes in Heißluft

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Das Hühnerbein und die Pommes Frites lassen sich in 24 Minuten bei 200°C gleichzeitig mit dem Programm Heißluft knusprig garen.

Heißluft ist eine klassische Backofen-Funktion, in Mikrowellen hingegen noch nicht Standard. Das macht das Gerät interessant. Da für diese spezielle Lebensmittel- und Garkombination eine klare Anweisung nicht zu finden ist, greifen wir auf Erfahrungswerte zurück: Die Pommes benötigen im Ofen bei 200°C etwa 25 Minuten, dem Hühnerbein sollte das ebenfalls genügen. Knopf gedrückt, Wahlschalter gedreht, Start. Die Lüftung scheint nicht permanent zu laufen, das Geräuschniveau hält sich in Grenzen. Nach Ablauf der Zeit sind die Pommes kross und das Hühnerbein hat 70°C am Knochen. Perfekt. Sieht gut aus und schmeckt auch so.

Noch einmal Huhn …

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Zwei Hühnerbeine garen mit dem Programm Autocook 2-1 (Grill + Mikrowelle) in knapp 18 Minuten kross.

… jetzt garen wir die beiden Beine mit dem Autocook-Programm 2-1. Das bedeutet, dass Grill und Mikrowelle gemeinsam ihren Job erledigen. Hier muss die Portionsgröße vorher gewählt werden, die beiden zur Verfügung stehenden Mengen sind mit 1100 g – 1150 g und 1200 g – 1250 g dicht beisammen, für meine rund 600 g gibt es nichts Passendes. 35:30 Minuten zeigt der Timer, wahrscheinlich sind sie also nach der halben Zeit fertig. Die Schätzung liegt dicht am Ergebnis, nach 18 Minuten sind die Beine außen kross und innen mit 70°C am Knochen. Das Fleisch ist sehr zart und saftig, hier wurde nichts trocken oder mürbe gegart.

TK-Pizza mit derselben Gar-Kombi …

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Auch die TK-Pizza gart mit einem Kombiprogramm Grill + Mikrowelle. Jedoch nicht ganz ohne Probleme ...

… allerdings manuell gewählt, Funktion Cb-1: 600 Watt plus Grill, Backunterlage, hoher Rost. Der Hersteller empfiehlt auf Seite 31: „Die Backunterlage sollte direkt auf dem Drehteller vorgeheizt werden.” Sollte heißt nicht muss, und so stelle ich die Backunterlage zum Aufheizen gleich auf den Rost. Nach kurzer Zeit sorgen die Mikrowellen (wie befürchtet) am Metall des Rosts zum Übergang der Backunterlage blaue Funken und kleine „Schweißpunkte“. Man könnte das jetzt als Fehlbedienung auslegen oder als Appell an den Hersteller, die Formulierungen etwas deutlicher zu wählen. Schließlich steht auf Seite 39 zu dem Thema im Handbuch: „Verwenden Sie im Kombinationsmodus kein Geschirr aus Metall.” Was denn nun?!
Das Garergebnis nach elf Minuten ist ok, aber noch etwas blass.

Brot auftauen

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Zum Auftauen von Brot gibt es zwei Möglichkeiten: Das Programmm Power Defrost oder manuelle Einstellungen, für die wir uns entschieden haben.

Ginge automatisch oder manuell, ich wähle für 400 g gefrorenes Vollkornbrot händisch die Abtaufunktion mit den empfohlenen Parametern 180 Watt Mikrowellenleistung, acht Minuten, wenden nach halber Zeit. Das reicht nicht, selbst nach weiteren drei Minuten ist der Brotklotz innen noch kalt. Vielleicht hätte die Automatikfunktion mit Programm 4 das besser gekonnt …

Reis kochen

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250 g Reis garen mit der Mikrowelle bei voller Leistung (900 Watt) in 15 Minuten.

250 g Reis mit der doppelten Menge Wasser soll ich in eine ofenfeste und gut verschließbare Glasschüssel geben. 900 Watt Leistung und 15-16 Minuten Garzeit lauten die weiteren Vorgaben. In der Schüssel blubbert es kräftig, Wasser tritt unter dem wohl doch nicht so dicht schließenden Deckel hervor und bildet eine klebrige Pfütze auf dem Drehteller. Nach Ablauf der Zeit ist der Reis perfekt gegart, das übergelaufene Klebwasser lässt sich mühelos entfernen. Mit meiner herkömmlichen Methode auf dem Herd wäre das allerdings noch schneller gegangen.

Teller wärmen

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Fünf Teller lassen sich mit Hilfe der wassergefüllten Schüssel in zwei Stufen erwärmen.

Vorgewärmte Teller sind echter Luxus am Tisch, man kann sich schlicht mehr Zeit beim Essen lassen, Speisen kühlen nicht so schnell aus. Gart also gerade etwas auf dem Herd oder im Backofen, macht die Samsung den Vorwärme-Job. Bis zu fünf Essteller lassen sich in zwei Stufen erwärmen, dafür fülle ich die beigefügte Schüssel mit 200 ml kaltem Wasser und stelle sich auf den Teller-Turm. Knopf gedrückt, Stufe 2-1 (heiß) gewählt, Start. Nach sechs Minuten sind alle Teller gleichmäßig heiß und dabei knochentrocken. So schmeckt’s noch besser!

Mikrowelle Samsung MC32J7035D Smart Oven

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.