Macht die Strahlung krank?

Vergessen Sie diese Mikrowellen-Mythen!

In Deutschland steht in drei von vier Haushalten eine Mikrowelle. Aber zerstört das Gerät wirklich die Nährstoffe oder macht die Strahlung womöglich sogar krank? Die Mikrowellen-Mythen im Check.

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Wann fängt die Mikrowelle Feuer?

Die meisten Mikrowellen-Mythen sind Mumpitz. Metall ist in den Geräten unter Umständen aber wirklich gefährlich.

Die Mikrowelle ist extrem populär. Sie wärmt Speisen unkompliziert auf, hilft bei der Zubereitung ganzer Gerichte und entpuppt sich mit kleinen Küchen-Hacks als wahres Multitalent. Aber steht dieser Klassiker überhaupt zu Recht in so vielen Küchen? Seitdem Mikrowellenherde in den 60er Jahren immer beliebter wurden, traten auch regelmäßig Zweifler auf die Bildfläche. Immer häufiger machen auch in den sozialen Netzwerken entsprechende Berichte die Runde. Macht Mikrowellenstrahlung in Lebensmitteln krank? Verlieren Gerichte durch die Erwärmung in der Mikrowelle die Vitamine? Wir klären die wichtigsten Mikrowellen-Mythen.

Mythos 1: Verursachen Mikrowellenstrahlen Krebs?

Das steckt dahinter: Mikrowellengeräte arbeiten mit Hochfrequenzstrahlung. Diese unschädliche Art der Strahlung umgibt Menschen Tag und Nacht – wenn auch in niedrigerer Konzentration, als im Gerät selbst. Allgegenwärtige Quellen sind beispielsweise die Sonne, WLAN- und Radiowellen. Im Alltag ist Strahlung in dieser Konzentration unschädlich. Solange Sie Ihr Gerät sachgemäß verwenden, besteht also keine Gefahr, dass die Mikrowellen Krankheiten auslösen – auch wenn Sie dicht vor der Maschine sitzen. Selbst bei alten oder sehr günstigen Geräten tritt so gut wie keine Strahlung aus. Übrigens: Die häufigsten Verletzungen in Verbindung mit Mikrowellengeräten sind Verbrennungen.

Mythos 2: Lebensmittel schmecken schlechter aus der Mikrowelle

Das steckt dahinter: Gemüse wird in der Mikrowelle gedünstet oft sogar knackier als im klassischen Kochtopf. Gerade bei Fleisch oder überbackenem Käse merken Sie schnell einen negativen Unterschied: In Mikrowellen entstehen keine Röstaromen, die erreichten Temperaturen sind schlichtweg zu niedrig. Selbst bei Fertiggerichten, die sowohl ofen- als auch mikrowellengeeignet sind, entfalten sich in der Ofenvariante intensivere Aromen. Dennoch lassen sich zahlreiche leckere Rezepte in der Mikrowelle zubereiten.

Galerie: Leckere Rezepte für die Mikrowelle

Mythos 3: Zerstört die Mikrowelle Nährstoffe?

Das steckt dahinter: Das wahrscheinlich hartnäckigste Gerücht zum Thema Mikrowelle – und das nicht ganz zu Unrecht. Denn tatsächlich: Im Vergleich zu rohen Lebensmitteln enthalten Gerichte, die in einem Mikrowellenherd erwärmt wurden, weniger Vitamine. Aber Vorsicht: Das liegt ausdrücklich nicht an der Mikrowellenstrahlung an sich. Dass die Wellen den Nährstoffgehalt von Lebensmitteln direkt verringern ist weitestgehend unbelegt. Bestimmte Vitalstoffe, wie Vitamin C vertragen schlichtweg keine Hitze. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Lebensmittel in Wasser kochen, frittieren oder eben in der Mikrowelle erwärmen. Der Abbau von Nährstoffen bergründet sich nur in der Hitzeentwicklung, nicht in der Art der Erwärmung. In Harvard ist man sich sogar sicher: Durch die niedrige Belastung und vergleichsweise rasche Form der Erwärmung schont das Dünsten in der Mikrowelle Gemüse im Vergleich zu anderen Garungsmethoden.

Mythos 4: Metall darf nicht in die Mikrowelle

Geschirr mit Goldrand darf nicht in die Mikrowelle! Alu-Folie ist ebenfalls in den meisten Fällen tabu. Durch leitfähige Stoffe fließen im Mikrowellenherd Ströme von bis zu 20 Ampere. Durch die entstehende Hitze können Goldverzierungen & Co. sogar schmilzen. Wenn Sie zu dicht am Rand der Maschine positioniert sind, schlagen Sie die bekannten Funken. Sobald die metallenen Objekte aber etwas dicker sind, beispielsweise in Form eines Löffels, werden sie lediglich heiß – das ist beim Aufwärmen von Getränken sogar ein zusätzlicher Pluspunkt. Weitere Tricks finden Sie in der Bildergalerie!

Galerie: Ihre Mikrowelle ist ein echtes Multitalent

Mythos 5: Strahlung bleibt in Lebensmitteln

Das steckt dahinter: Mikrowellenstrahlung ist nicht radioaktiv. Die Wellen durchdringen die Lebensmittel und bringen dort asymmetrische Moleküle, beispielsweise in wasserhaltigen Bestandteilen, zum schwingen. Diese Bewegung und Reibung der Teilchen ist für die Entstehung der Wärme verantwortlich. Mehr steckt nicht dahinter. Sobald man die Mikrowellenbestrahlung beendet, kühlen die Lebensmittel wieder ab, es gibt keine Rückstände der Strahlung in Lebensmitteln. Falls sie bislang aus gesundheitlichen Gründen auf eine Mikrowelle verzichtetet haben – greifen Sie zu. Der Produktfinder ist eine hilfreiche Stütze bei der Auswahl.

Mikrowellen

Erik J. Schulze

von

Fast Food und gesunde Ernährung sind nicht miteinander vereinbar? Mit etwas Kreativität und den richtigen Gadgets können auch Freunde der schnellen Küche mit einem guten Gefühl im Bauch zuschlagen.