Alternativlos für Veganer?

Sojamilch: Was Sie Sie mit dem Trendgetränk anfangen können

Rund 15 % der Deutschen leiden an einer Milchzuckerunverträglichkeit. Als beliebte Alternative zur Kuhmilch hat sich in den vergangenen Jahren die Sojamilch etabliert, die mittlerweile längst nicht mehr nur von laktoseintoleranten Genießern konsumiert wird.

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Sojamilch und Tofu

Aus Soja wird neben dem bekannten Tofu auch Milch hergestellt.

Das Getränk auf Basis der Sojabohne ist heute eine alltägliche Erfrischung. Doch was genau steckt darin und wo besteht der Vorteil zu vergleichbaren Getränken wie etwa Kuhmilch? Wir haben das Trendgetränk unter die Lupe genommen. Im Gegensatz zu herkömmlicher Milch kommt Sojamilch als solche nicht in der Natur vor, sondern ist das Ergebnis eines komplizierten Herstellungsverfahrens. Dazu werden die Sojabohnen zunächst gekocht, um verdauungshemmende Giftstoffe zu entfernen. Anschließend werden sie eingeweicht und püriert, bis der flüssige Extrakt übrig bleibt, der, mit Wasser aufgefüllt, die uns bekannte Sojamilch ergibt.
Sojamilch vs. Kuhmilch
Sowohl für Menschen mit einer Laktoseintoleranz, als auch im Falle einer veganen Lebensweise hat sich die Sojamilch als gängige Alternative zu tierischer Milch entwickelt. Beide Produkte enthalten die so wichtigen Bestandteile wie Kalzium, Vitamine und Eiweiß, wobei sie jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt sind. In Sachen Kalzium liegt die Kuhmilch als Kalziumlieferant Nummer eins klar vorne, doch gerade Veganer beziehen einen Großteil dieses Stoffes durch die überdurchschnittlich hohe Aufnahme von Gemüse. Dennoch werden viele Sojadrinks heutzutage zusätzlich mit Kalzium angereichert, um diesen Schwachpunkt auszugleichen. Im Falle der Vitamine ist das nicht so leicht möglich. Zwar kann Sojamilch von Natur aus mit einem höheren Vitamingehalt aufwarten als Kuhmilch, doch der für den Körper so wichtige Baustein Vitamin B12 ist ausschließlich in tierischen Produkten enthalten. Zwar kann dieses mittlerweile auch in einem synthetischen Verfahren hergestellt werden, doch der Konsument ist selbst dazu angehalten, sein Getränk auf den Vitamin-B12-Gehalt zu überprüfen. Nicht jedes Getränk auf Sojabasis wird automatisch damit angereichert, daher ist es gerade für Veganer wichtig, auf die Aufnahme von Vitamin B12 zu achten. In puncto Fettgehalt liegen Soja-, und Kuhmilch hingegen auf einer Wellenlänge. Sojamilch kommt im Durchschnitt auf zwei, fettarme Kuhmilch auf 1,5 % Fett.
Reispudding

Für vegane Ernährung ist Sojamilch ein wichtiger Bestandteil.

Sojamilch als gesunde Alternative?
Trotz einiger kleiner Nachteile, die Sojamilch im Vergleich zu Kuhmilch durchaus haben kann, ist das Getränk aus der Sojabohne ihrem tierischen Pendant jedoch durchaus überlegen. So enthält Sojamilch keinerlei Cholesterin, keine Laktose und besitzt wichtige, ungesättigte Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Darüber hinaus sagt man Sojamilch heilende Attribute nach. Das Getränk enthält nachweislich Isoflavone, die eine hormonähnliche Wirkung auf den Körper ausüben und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und bestimmte Krebsarten hemmen sollen. Dadurch ist Sojamilch wiederum nicht als Kindernahrung geeignet, da sich Isoflavone negativ auf das kleinkindliche Wachstum auswirken können. Langzeitstudien zum übermäßigen Konsum von Sojaprodukten gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.
Wo gibt es Sojamilch?
Während die einen auf Sojamilch in ihrer reinen Form schwören, ist das Getränk auch eine wichtige Zutat der veganen Küche. Hier wird sie ähnlich verwendet wie ihr tierisches Pendant und kann kalt, warm, in Form von Soßen oder als Verdickungsmittel verwendet werden. Aufgrund ihres leichten Getreidegeschmacks ist sie allerdings nicht für jedes Gericht geeignet. Es bedarf eigens auf die Sojabohne abgestimmter Rezepte, um am Ende keine böse Überraschung zu erleben. Um sich dem europäischen Massengeschmack anzugleichen, gibt es mittlerweile auch schon Sojadrinks in eigenen Geschmacksrichtungen wie Vanille oder Schokolade.

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