Regionale Produkte

Nachhaltig einkaufen: Was stammt aus meiner Region?

Äpfel aus Neuseeland, Fleisch aus Brasilien, Weintrauben aus Namibia – nachhaltig einkaufen sieht anders aus. Das erfordert allerdings deutliche Kompromissbereitschaft. Regoinale Produkte sind ein erster Schritt.

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Regionale Produkte

Wer ein wenig sucht, findet bei vielen Discountern und Bio-Supermärkten Lebensmittel und Produkte aus der Region - und kann auf diese Art nachhaltig einkaufen.

Nachhaltig einkaufen – klingt gut, aber was bedeutet das konkret? Eigentlich ist der Begriff der Nachhaltigkeit eng mit Bioprodukten verbunden: keine Schädigung der Böden und des Grundwassers durch zu viel und/oder chemische Düngemittel. Es entstehen auch keine Monokulturen, die zu wenig oder keinen Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt zulassen und den Boden einseitig auslaugen. Nachhaltigkeit bedeutet im Zusammenhang mit Lebensmitteln aber auch eine korrekte Ökobilanz hinsichtlich der Transportwege. Ein Joghurt aus Südtirol, der in einer Flensburger Kühltheke steht, darf sich kaum mit dem Begriff „Nachhaltigkeit“ schmücken. Das Gegenmittel: Regionale Produkte! Wer beim Einkauf von Obst-, Gemüse-, Milch- und Fleischprodukten auf Nachhaltigkeit achten will, sollte aber flexibel- und zu Abstrichen im Speiseplan bereit sein. Schließlich sind nicht immer alle Lebensmittel zu jeder Jahreszeit verfügbar.

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Nachhaltig einkaufen mit regionalen Produkten

Und da stellt sich als nächstes die Frage: Was heißt „Region“? Dürfen Lebensmittel mit dieser Bezeichnung aus 200 Kilometern Entfernung zum Supermarkt stammen – oder nur aus 100 oder gar aus 50? Oder ist „Region“ das jeweilige Bundesland? Schwierig. Bei einer Herkunftsbegrenzung auf das Bundesland bzw. einen engen Kilometer-Radius hätten die Stadtstaaten Berlin, Hamburg oder Bremen eventuell schlechte Karten. Also scheint eine etwas weitere Definition sinnvoll, obwohl etwa die Rewe-Gruppe auf ihrer Homepage schreibt: „Das Sortiment umfasst je nach Saison 10 bis 30 Artikel, die in aller Regel aus einem Umkreis von 50 Kilometer stammen.“

Regionale Produkte in internationalen Lebensmittelkonzernen

Rewe-Pressesprecher Andreas Krämer konkretisiert: „Rewe unterteilt grundsätzlich zwei Konzepte: regionale Lebensmittel (Eigenmarke „Rewe Regional") und lokale Lebensmittel (Produkte von Erzeugern oder Lebensmittelhandwerksbetrieben aus der Nähe und Verkauf unter deren Label). Das Sortiment von Rewe-Regional umfasst inzwischen rund 100 Artikel von regionalen Erzeugern aus Deutschland, die das Unternehmen im Supermarkt der jeweiligen Region oder unmittelbar angrenzenden Gebieten (z.B. Schleswig Holstein in Hamburg) verkauft. Und auch die Kette Edeka wirbt mit Slogans wie „Bestes aus unserer Region", Fast wie Einkaufen auf dem Bauernhof“ und „Edeka ist der landesweit größte Anbieter regionaler Produkte“. Sieben Edeka-Großhandelsgesellschaften, die jeweils regionale Markenprogramme für frische Lebensmittel führen unterstützen die rund 4.000 mittelständischen Kaufleute. Beispielsweise „Unsere Heimat - echt & gut", „Bauers Beste" und „Bauerngut", „Mein Land", „Unser Hof" oder „Mein Bayern".

Label Regionalfenster e.V. zertifiziert regionale Produkte

Die Rewe-Gruppe lässt nach Angaben des Pressesprechers Produkte aus dem Umkreis der jeweiligen Märkte mit dem Label des „Regionalfenster e.V.“ zertifizieren. Auf den blauen Labels des Vereins, lässt sich der Verarbeitungsort und die Herkunft der Hauptzutaten der regionalen Produkte ablesen. Darunter befinden sich knapp 500 Bioprodukte. Die Hauptgruppen nach „Obst und Gemüse“ sind „Fleisch und Wurstwaren“ sowie „Milch- und Molkereiprodukte“.

Regionale Produkte: Genau hinsehen und fragen

Auf jeden Fall sollte man bei derartigen Artikeln das Kleingedruckte lesen und bei Unklarheiten auch Fragen an die Angestellten der Supermärkte nicht scheuen. Ähnlich wie die großen Discounter- und Supermarktketten bieten auch Bio-Supermärkte wie zum Beispiel Alnatura oder Denn’s Ware von lokalen Erzeugern an. Denn’s schreibt auf seiner Homepage: „Viele Produkte aus dem Obst- und Gemüsesortiment sowie Molkereiprodukte und Backwaren stammen aus der Region des jeweiligen Markt-Standorts.“ Letztlich findet man die größte Auswahl an saisonalen Lebensmitteln aus der Region, zumindest unter dem Gesichtspunkt relativ kurzer Transportwege, auf dem Wochenmarkt. Wer den Nachhaltigkeitsgedanken dann noch weiter ausdehnen will, steuert den nächsten Bio-Wochenmarkt an.
Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.