Exotische Superfoods

Natto – die gesunde Sojaspeise aus Japan

Die fermentierte Sojaspeise Natto ist trotz ihrer eigentümlichen Konsistenz ein beliebtes Superfood. Kein Wunder: Natto ist gesund und beugt altersbedingten Krankheiten vor.

Datum:
Natto selber machen

Natto ist eine gesunde, japanische Spezialität und lässt sich ganz einfach selber machen.

Natto hat in Japan eine lange Tradition und hat dort seit über 1.000 Jahren einen wichtigen Stellenwert in der gesunden Ernährung. Für den westlichen Gaumen ist der gesunde Sojaschleim dagegen eine Herausforderung. Klebrig und bräunlich sieht es nicht gerade appetitlich aus. Hergestellt aus kleinen, getrockneten Sojabohnen, eingewickelt in Reisstroh entsteht der eigentümliche, umamireiche Geschmack von Natto durch Fermentation – ähnlich wie bei der Milchsäuregärung. Auslöser für die Gärung ist dabei der natürlich im Reisstroh vorkommende Bacillus Subtilis. Die Sojabohnen ziehen schleimige Fäden und zeichnen sich durch einen charakteristisch-kräftigen Geruch aus, der neben der Konsistenz nicht jedermanns Sache ist. Doch japanische Feinschmecker schwören auf das Superfood. Deshalb lohnt es sich, den fermentierten Sojabohnen auch bei uns eine Chance zu geben.

Warum ist Natto so gesund?

Natto hat nachweislich eine gesundheitsfördernde Wirkung. Die Inhaltsstoffe von Natto sind gut für die Herztätigkeit und beeinflussen die Verdauung positiv. Insbesondere Menschen mit Reizdarmsyndrom profitieren vom regelmäßigen Verzehr. Folgene Vitamine und Mineralstoffe sind in Natto enthalten:
  • Vitamin C
  • Vitamin K
  • Pantothensäure
  • Folsäure
  • Riboflavin
  • Vitamin B6
  • Thiamin
  • Zink
  • Magnesium
  • Kupfer
  • Eisen
  • Mangan
  • Phosphor
  • Selen
  • Calcium
Außerdem enthält Natto ein besonderes Enzym: Nattokinase. Es ist für den hohen Gehalt an Vitamin K verantwortlich, welches die Knochenbildung anregt und dabei hilft, Krankheiten wie Osteoporose vorzubeugen. Ob Natto auch Heilwirkungen gegen Alzheimer und Krebs entwickelt, daran forschen Wissenschaftler gerade.

Wie isst man Natto?

Die Japaner servieren Natto traditionell zimmerwarm auf gekochtem Reis. Diese Kombination gibt es so auch als Fertiggericht in jedem japanischen Supermarkt. Dazu passen Sojasauce und frische Frühlingszwiebeln. Echte Nattofans geben auch noch ein rohes Ei dazu und würzen mit Senf. Auch als Sushi Zutat gewinnt Natto an Bedeutung, außerhalb Japans insbesondere bei Vegetariern und Leuten, die generell keinen Fisch mögen.

Alternative Serviervorschläge für Natto zum ausprobieren

  • Natto als Einlage in der japanischen Miso Suppe oder Ramen
  • Als cremiger Aufstrich beim Abendbrot
  • Als Topping auf Spaghetti zusammen mit fein geschnittenem Nori Seetang

Galerie: Die beliebtesten Reiskocher

Natto fertig kaufen oder zuhause selbst herstellen

Sie finden Natto bisher nur in ausgewählten Supermärkten oder im Reformhaus. Wenn Sie Natto regelmäßig essen, stellen Sie es aus einer kleinen Menge verzehrfertigem Natto einfach selbst her.

Zutaten für ein Kilogramm Natto

  • 500 g getrockneten Sojabohnen
  • 15 g fertiges Natto

Zubereitung

  1. Weichen Sie die getrockneten Sojabohnen etwa 24 Stunden ein.
  2. Dämpfen sie die Bohnen anschließend etwa drei Stunden lang.
  3. Bereiten Sie in der Zwischenzeit eine größere flache Schale oder ein Backblech vor (Der Behälter sollte peinlich sauber sein).
  4. Lösen Sie das fertige Natto in etwas warmem Wasser auf.
  5. Vermischen Sie die Flüssigkeit gründlich mit den fertig gegarten Sojabohnen.
  6. Verteilen Sie die Masse nun auf dem Backblech oder in der Schale und decken Sie das Ganze mit Frischhaltefolie ab. Da die Fermentation etwas Sauerstoff benötigt, pieksen Sie kleine Löcher in die Folie.
  7. Stellen Sie das Ganze nun über Nacht oder besser für 24 Stunden in den Ofen – Sie brauchen nur das Licht anmachen, Hitze ist nicht nötig.
Nachdem Sie so viel Geduld hatten ist ihr selbstgemachtes Natto nun endlich fertig! Bei baldigem Verzehr bewahren Sie das Natto einfach im Kühlschrank auf, ansonsten ab ins Gefrierfach.

Galerie: Was ist gesund? Verbreitete Ernährungstipps im Check

Tipp: Wer sich mit dem speziellen Geschmack von Natto nicht anfreundet, aber trotzdem an die gesundheitlichen Vorteile der Nattokinase kommen möchte, nimmt einfach ein Nattopräparat in Tablettenform ein.
Julia Pidoll

von

Julia Pidoll ist Weltenbummlerin und leidenschaftliche Genießerin. Auf eKitchen berichtet sie über Exotisches, Neues und auch Altbewährtes, rund um Genuss aus der Küche.