Achtung: Schimmel, Hefe und Bakterien

Lebensmittel-Haltbarkeit: Tipps für länger frisches Essen

Von Schimmel oder gefährlichen Bakterien befallene, abgelaufene Lebensmittel können der Gesundheit massiv schaden. Die Haltbarkeit von Lebensmitteln ist für eine hygienische Küche enorm wichtig. Das ist zu beachten.

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Abgelaufene Lebensmittel

Abgelaufene Lebensmittel in der Vorratskammer – hier läuft etwas falsch. Dabei kann man die Haltbarkeit von Lebensmitteln leicht verlängern.

Erst wird das Brot hart und trocken. Dann wächst der Schimmel. Lebensmittel verderben – egal ob Brot, Obst, Milchprodukte oder Fleisch und Fisch. Pflanzliche und tierische Lebensmittel sind nicht tot. Ohne dass wir etwas davon mitbekommen, laufen oftmals unerwünschte Vorgänge in ihrem Inneren ab. Im schlimmsten Falle ist das gesundheitsschädlich. Schulen Sie daher Ihr Verständnis zur Haltbarkeit von Lebensmitteln.

Warum die Haltbarkeit von Lebensmitteln nicht unerschöpflich ist

Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen und Schimmelpilze verursachen meist den Verfall von Lebensmitteln. Zur Ausbreitung mögen die in aller Regel eine schwach saure bis neutrale Umgebung, also einen pH-Wert zwischen 4,5 und 7. Das Problem: Diese Umgebung gibt es reichlich, beispielsweise in Milch, Fleisch, Geflügel, Fisch, Möhren und Kartoffeln.
Manche Hefen und Schimmelpilze wachsen sogar bei Minusgraden, wärmeliebende wie Milchsäurebakterien dagegen bei Temperaturen zwischen 40 und 65 Grad. Besonders hinterlistig: Botulinus-Bazillen benötigen nicht einmal Sauerstoff zum Überleben. Haben die Mikroorganismen erst einmal ihre optimalen Bedingungen gefunden, kann ihre Ausbreitung sehr schnell vonstatten gehen. Coli-Bakterien teilen sich beispielsweise in nur 20 Minuten.
Lebensmittelhaltbarkeit

Schnittbrot hält sich maximal 3-5 Tage.

Zusammengefasst: Es gibt keine Universalmethode, um Lebensmittel gleichermaßen haltbar zu machen. Bakterien, Hefen und Schimmelpilze sind vielseitig und vor allem hartnäckig im Überlebenskampf, was zur Folge hat, dass die Haltbarkeit von Lebensmitteln nicht unerschöpflich ist. Bakterien lieben insbesondere eiweißreiche, tierische Lebensmittel. Hefen wachsen vor allem auf Obst und Gemüse, Schimmelpilze auf fast allen Lebensmitteln.

Abgelaufene Lebensmittel: Mindesthaltbarkeitsdatum und Verzehrdatum

Auf allen verpackten Lebensmitteln ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder das Verbrauchsdatum angegeben. Diese Angaben dürfen jedoch nicht in einen Topf geworfen werden. Ist auf einem Produkt „zu verzehren bis“ zu lesen, ist dies wörtlich zu nehmen. Dieses Verbrauchsdatum steht auf leicht verderblichen Produkten wie Fleisch und Fisch. Nach diesem Datum dürfen Lebensmittel weder verkauft noch gegessen werden, sonst besteht eine Gefahr für die Gesundheit. Auch einfrieren darf man solche Produkte dann nicht mehr.
Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist ein Produkt dagegen nicht zwangsläufig verdorben. Der Hersteller garantiert, dass ein Produkt bis zu diesem Zeitpunkt in Ordnung ist – das gilt jedoch nur für verschlossene Verpackungen. Genauso gut kann es sein, dass ein eigentlich abgelaufenes Produkt noch genießbar ist. Bei abgelaufenen Lebensmitteln sollten Sie trotzdem vorsichtig sein, es nach Geruch und Aussehen sorgfältig begutachten.

Die gängigsten Konservierungsmethoden

Um Lebensmittel lange haltbar zu machen, werden sie meist konserviert. Das sind die Möglichkeiten:
  • Einfrieren ist die gängigste Methode, Lebensmittel haltbarer zu machen, denn fast alles lässt sich einfrieren. Immer eine geeignete Verpackung nutzen, die nicht brüchig, sondern luftdicht ist. Noch besser: Fisch und Fleisch einvakuumieren und dann einfrieren.
  • Einvakuumieren: Auch ohne den Gefrier-Turbo eine tolle Methode, Lebensmittel länger haltbar zu machen. Vakumiergeräte gibt es schon für weniger als 100 Euro. Einvakuumiertes Gemüse hält sich im Kühlschrank bis zu 20 Tage. Selbst Weintrinker könnten das Vakuumieren lieben lernen: Mit speziellen Aufsätzen lassen sich geöffnete Flaschen wieder unter Vakuum verschließen und halten – obwohl angebrochen – gut eine Woche.
  • Einkochen: Bei dieser Methode werden die Lebensmittel in ein Glas gefüllt. Dieses erhitzt man und lässt es unter Luftverschluss abkühlen. Durch das entstandene Vakuum hat man – beispielsweise an seinen selbst geernteten Früchten – ein ganzes Jahr Freude.
    Lebensmittelhaltbarkeit

    Hackfleisch sollte innerhalb eines Tages verarbeitet werden.

  • Weitere Verfahren des Konservierens sind beispielsweise das Räuchern oder das Pökeln.

Tipps für den Alltag

Wer diese Grundregeln im Umgang mit Lebensmitteln beachtet, hat mehr davon:
  • Oberstes Gebot: Sauberkeit. Vor allem Handtücher, Küchengeräte und Schneidebretter sind häufig Überträger von Keimen.
  • Waschen hilft bei roh verzehrtem Obst und Gemüse. Allerdings lassen sich Mikroorganismen so nicht restlos beseitigen.
  • Kühl lagern bei geringer Luftfeuchtigkeit hilft den allermeisten Produkten, lange haltbar zu bleiben.
  • Grundsätzlich gibt es beim Verzehr von rohem Fleisch, Fisch und Muscheln immer ein Restrisiko, dessen man sich bewusst sein sollte.
  • Rohes Geflügel nicht mit gebratenem in Berührung bringen. Rohes Geflügel kann nämlich mit Salmonellen infiziert sein, die durch das Braten allerdings abgetötet werden.
  • Tropfwasser beim Auftauen von Gefrierkost kann ein idealer Nährboden für Krankheitserreger sein.
  • Bei wasserreichen Früchten wie Pfirsichen, Tomaten und Birnen genügt es nicht, befallene Stellen herauszuschneiden, da sich der Befall oft bereits im ganzen Fruchtfleisch ausgebreitet hat. Sind Fleischwaren, Getreideprodukte und Nüsse mit Schimmel befallen, sind diese nicht mehr zum Verzehr geeignet.
Philipp Weber

von

Freischaffender Journalist aus Hamburg. Mit Vorliebe für gutes Essen und clevere Technik. Tätig unter anderem für eKitchen und den Stern.

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