Gar nicht oldschool

Besser einkaufen auf dem Wochenmarkt

Die Themen Regionalität und nachhaltig einkaufen sind für einen bewussten Lebensstil immer präsent. Doch was ist für Sie tatsächlich an individueller Förderung der Nachhaltigkeit möglich? eKitchen klärt auf, warum der Einkauf auf dem Wochenmarkt für viele selbstverständlich sein kann und sollte.

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buntes Gemüse

Nachhaltig einzukaufen ist dank frischem regionalem Gemüse auf dem Wochenmarkt kein Problem.

Wer in der Großstadt lebt, hat nicht immer die Möglichkeit, zum nächsten Bio-Bauern zu fahren. Auch weil ein Großteil bewusst lebender Verbraucher mittlerweile auf das Auto verzichtet und Wege mit dem Fahrrad oder Nahverkehr zurücklegt. Wenn Sie allerdings mehr als eine Stunde zum Hofladen des regionalen Bauern brauchen, nur um drei frische Bio-Tomaten zu kaufen, lohnt sich der Weg nicht. Eine innerstädtische Alternative bieten Bio-Märkte, die oftmals Obst, Gemüse und Backwaren regionaler Landwirte und Produzenten verkaufen. Ein ganz besonderes Erlebnis sind jedoch Wochenmärkte. Sie sind in jeder größeren Stadt zu finden, haben auch in kleineren Städten und Dörfern längst Tradition. Lesen Sie, warum Sie es unbedingt einmal ausprobieren sollten, aber auch welche kleinen Schummeleien sich auf den Märkten verstecken.

Nachhaltig und regional einkaufen

Große Städte wie Köln, Hamburg, Dresden, Freiburg und viele andere bieten gesund lebenden Verbrauchern mehrere Märkte pro Woche. Sie sind in regelmäßigen Abständen über die unterschiedlichen Stadtteile verteilt. So muss niemand auf den Genuss regionaler Köstlichkeiten aus dem Umland verzichten. Und genau da liegt einer der großen Vorteile der Wochenmärkte. Zwar werben Supermärkte vermehrt mit der Förderung regionaler Produzenten, wer aber genau hinsieht, könnte ins Zweifeln geraten. Ein Sechserpack regionaler Äpfel im Norden oder Süden Deutschlands gekauft, kommt oftmals aus Brandenburg. Das ist noch immer deutsche Ware, die gesund und unter besten Bedingungen gewachsen ist. Aber so richtig heimisch und regional dann doch nicht. Hundertprozentige Regionalität bieten Wochenmärkte, denn hier steht der Landwirt, Metzger oder Bäcker selbst am Stand und weiß ganz genau, was er verkauft.

Galerie: So lecker ist einkaufen auf dem Wochenmarkt

Das Gespräch mit dem Profi

Auf dem Wochenmarkt nachhaltig einkaufen bedeutet nicht nur, Regionalität zu fördern und Produzenten aus der nahezu direkten Nachbarschaft zu unterstützen. Auf dem Wochenmarkt schätzen Verkäufer und Produzenten Sie persönlich. Zum einem, weil Sie sich ganz bewusst dazu entschieden haben, regionale Ware zu kaufen. Zum anderen, weil sie so mit Ihnen ins Gespräch kommen. Für den Kunden und Käufer bedeutet dies eine ungemeine Sicherheit beim Kauf und fachlich kompetente Beratung, die Sie im Supermarkt nicht bekommen. Selbst, wenn Sie nicht genau wissen, was Sie brauchen, helfen Ihnen die Verkäufer gern weiter. Sie haben ein Rezept für Apfelkuchen und wissen nicht, welcher Apfel der am besten geeignete ist? Fragen Sie einfach. Vielleicht entdecken Sie aber auch ein altes Gemüse neu, möchten es verarbeiten. Dann gibt es Rezepttipps aus der heimischen Küche. Selbstverständlich gibt es nicht nur Obst und Gemüse auf den Wochenmärkten. Auch Wurst- und Fleischwaren sowie nicht industriell gebackenes Brot, frischer Fisch und Blumen sind zu finden. Sie dürfen nur nicht vergessen, dass diese hohe Qualität auch einen fairen Preis hat, den Supermarktangebote oft unterbieten.

Vorsicht Importware – so funktioniert der Wochenmarktstand

Einen kleinen Knacks bekommt die Nachhaltigkeit, wenn es um Exoten geht. Früchte, die in unseren Breitengraden nicht gedeihen, zaubert auch ein Wochenmarktverkäufer nicht aus dem eigenen Garten. Bevor frühmorgens die Stände auf den Marktplätzen aufgebaut werden, machen einige Verkäufer noch Abstecher zu den Großmärkten. Hier bekommen sie Südfrüchte, frischen Fisch und auch Gemüse, das keine Saison mehr hat oder im Lager des Produzenten nicht mehr zu finden ist. Bis auf frischen Fisch, den Sie auf Wochenmärkten an Häfen und Küsten kaufen können, haben also einige Produkte einen recht langen Transportweg hinter sich. Dieser dürfte manch einem nicht schmecken, wenn die Frage auftaucht: Wie nachhaltig ist meine Mango, wenn sie schon 15 Flugstunden Treibstoff verbraucht hat? Entscheiden müssen also Sie, kaufen Sie den verführerisch aussehenden Exoten oder bleiben Sie bei dem, was in Ihrer Nachbarschaft gerade Saison hat?

Bücher zum Thema regionale Landwirtschaft

Katharina Mittag

von

Als wasch­ech­te mä­kel­bor­ger Diern, die schon als klei­ner Schie­ter mit bei­den Bei­nen im Mist stand und früh­mor­gens die Eier aus Ömings Hüh­ner­stall ge­sam­melt hat, weiß ich gute Küche und die Herkunft der Produkte zu schät­zen. Das heißt: Sel­ber ma­chen geht über sel­ber kau­fen – egal, ob Fleisch oder Ge­mü­se!

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