Keine Bienen, keine Auswahl

Penny leert Regale für einen guten Zweck

Penny in Aktion: Der Discounter leert eine Filiale und zeigt eindrucksvoll wie Supermärkte ohne Bienen aussehen würden.

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Penny Bienensterben

Mehr als nur Obst und Gemüse: Penny zeigt die Auswirkungen des Bienensterbens.

Über die Hälfte seiner 2.500 Artikel räumte eine Penny-Filiale in Hannover Langenhagen aus seinen Regalen. Mit diesem leergeräumten Supermarkt möchte die Discounterkette verdeutlichen, was das Bienensterben wirklich für uns bedeutet. Dafür verschwanden nicht nur Obst und Gemüse von der Ladenfläche, auch Kakao, Senf und sogar Kosmetikprodukte und verarbeitete Lebensmittel mussten dran glauben. Organisiert hat Penny das Ganze mithilfe des Naturschutzbundes (NABU) und des Umweltministeriums.

Penny warnt vor Bienensterben

Spätestens seitdem ein EU-Ausschuss vor wenigen Wochen weitere Insektizide verbot, um dem Bienensterben entgegenzuwirken, sollten die meisten wissen, dass es sich beim Insektensterben um ein ernstes Problem handelt. Doch nur die wenigsten wissen wie gravierend die Auswirkungen tatsächlich sind. Discounterkette Penny beschloss daher, gemeinsam mit Umweltminister Olaf Lies und Bundesgeschäftsführer des NABU Leif Miller alle Produkte aus den Regalen zu nehmen, die es in ihrer bekannten Form ohne Bienen nicht gäbe. Betroffen sind um die 60 Prozent des Sortiments. Darunter viele Obstsorten, Kakao, Gewürze, Senf, Raps- und Sonnenblumenöl und viele Produkte, die diese Lebensmittel enthalten. Doch auch Kosmetikartikel müssen dran glauben, da in vielen Shampoos, Cremes und Duschgels auch von Pflanzen gewonnene Extrakte zu finden sind. Auch Produkte aus Baumwolle (Wattepads, Wattestäbchen und Tampons) sind betroffen. Von Schokolade und Süßigkeiten bliebe im Falle eines Insektensterbens ebenfalls nicht viel übrig.

Drastisches Bienennsterben

Das Problem ist nicht nur, dass die Insekten sterben, sondern dass sie sehr schnell sterben. Zwischen 2006 und 2017 lag die jährliche Verlustrate in den USA bei durchschnittlich 30 Prozent. In Europa sieht das nicht großartig anders aus. Von etwa 550 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten sind viele bereits ausgestorben und mehr als die Hälfte weiterhin vom Aussterben bedroht. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig bekannt. Es gibt mehrere problematische Faktoren, die zusammenkommen: Parasiten, Pestizide, Klimawandel und landwirtschaftliche Monokulturen, die Lebensraum und Nahrungsvielfalt, vor allem von Wildbienen gefährden.

Insektensterben – Was tun?

Penny ist nicht die einzige Supermarktkette, die auf das Bienenthema aufmerksam machen will. Auch Unternehmen wie Aldi, Edeka, Lidl und Rewe haben Produkte aus bienenfreundlichem Anbau in ihr Sortiment aufgenommen. Wer privat etwas gegen das Bienensterben tun möchte, sollte größtenteils auf Bio-Produkte setzen, auf Insektizide verzichten und – wenn möglich – seinen Garten oder Balkon bienen- und insektenfreundlicher gestalten. Dafür eignen sich beispielsweise Insektenhotels und das Pflanzen von Wildblumen.

Bio-Honig

Sabine Stanek

von

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