Nach einem Jahr ist Schluss

Noch im Dezember: Kaufland stellt Online-Lieferdienst ein

Es hat sich einfach nicht gelohnt: Kaufland schließt seinen Online-Shop. Aktuelle Bestellungen liefere man aber noch aus.

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Kaufland Onlineshop

Am 23. Dezember ist Schluss: Kaufland stellt den hauseigenen Online-Lieferdienst ein.

Mit Rewe und Amazon Fresh streiten sich zwei starke Gegener um die Marktführerposition im deutschen Lebensmittel-Versand. Vor etwa einem Jahr ging auch Kaufland mit einem eigenen Angebot ins Rennen. Offenbar erfolglos: Zum 23. Dezember schließt der Supermarkt seine virtuellen Türen. Schon heute sind keine Bestellungen mehr in dem Online-Shop möglich. Bestehende Aufträge wolle man nach eigenen Angaben aber noch erfüllen. Kaufland erklärt das Ende des Projekts mit diesen Worten: „Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit sehen wir allerdings, dass sich ein Lieferservice im Lebensmittelbereich auf Sicht nicht kostendeckend betreiben lässt.” Nach Angaben der Lebensmittelzeitung seien etwa 300 Mitarbeiter aus der Logistik und der Auslieferung von diesem Schritt betroffen.

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Investitionen in Erneuerung aller 655 Filialen

Kaufland kämpft seit längerer Zeit mit rückläufigen Zahlen. Zuletzt konnte der Supermarkt-Riese den Abwärtstrend offenbar bremsen, das Ende des Online-Shops sendet aber kein positives Signal. Allerdings betrifft dieser radikal anmutende Schritt nur Berlin: die bisherigen Ambitionen wurden lediglich in der Hauptstadt als Pilotprojekt umgesetzt – für den größten Teil der Deutschen dürfte sich die Einstellung des Lieferdienstes also gar nicht auswirken. Um wieder einen Aufwärtstrend zu starten, hat Kaufland starke Investitionen angekündigt: Gut eine Milliarde Euro sollen fließen, um insgesamt 655 Filialen zu erneuern – rechnerisch also über 1,5 Mio. Euro pro Filiale. Bis Mitte 2018 sollen die Häuser in neuem Glanz erstrahlen.

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