Endlich eine Einigung

Edeka und Nestlé: Jetzt kommen die fehlenden Produkte zurück

Lange passierte bei den Preisverhandlungen von Edeka und Nestlé nichts. Jetzt kommen Nestlé-Produkte zurück zu Edeka.

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Edeka hat den Preiskampf gegen Nestlé verschärft – mit Erfolg.

Es gibt eine Einigung in den harten Preisverhandlungen bei Edeka und Nestlé. Beide Parteien bestätigten am Mittwoch, dass der Preiskampf beendet wurde. Edeka hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Produkte des schweizer Nahrungsmittelherstellers aus dem Sortiment genommen. Marken wie Maggi oder Nesquik wurden nicht mehr nachbestellt und konnten demnach nicht mehr gekauft werden. Details zur neuen Übereinkunft wurden allerdings nicht veröffentlicht, es gilt aber als wahrscheinlich, dass künftig größere Nestlé-Rabatt-Aktionen bei Edeka und seinen Partnern zu sehen sein werden. Auch wenn der Preiskampf nun beendet ist, bleibt außerdem unklar, wer als Sieger hervorgeht. Experten vermuten allerdings, dass die Zugeständnisse auf Seiten Nestlés deutlich größer sein dürften.

Hintergründe: Wie sich die Verhandlungen verschärften

Nachdem der Supermarktriese schon vor Monaten etliche Nestlé-Produkte aus seinem Sortiment entfernt hatte, standen zuletzt immer mehr Produkte auf der roten Liste. Es ging – natürlich – um Geld. Edeka und eine ganze Reihe von europäischen Partnern bestellten Produkte schlichtweg nicht mehr nach, um bessere Listenpreise bei Nestlé zu erzielen. Nach Angaben der Lebensmittelzeitung waren mehr als ein Drittel des Umsatzes beim Edeka-Bündnis Agecore von der Liste betroffen.

Edeka und Nestlé: Wegweisender Kampf um viel Geld

Auch wenn zwischenzeitliche Verzichte auf Nachbestellungen nichts ungewöhnliches in der Branche sind: dieses Ausmaß stellte ein absolutes Ausnahmeszenario dar. Der Hintergrund: Edeka und die Agecore-Partner mahnten an, dass andere Einkaufsverbünde auf europäischer Ebene bessere Konditionen bei Nestlé erzielen konnten. Der Stopp der Nachbestellungen und ein paralleles Verramschen der vorhandenen Produkte sollte also Druck auf Nestlé ausüben.

Listenpreise: So hart kämpfen Händler um Konditionen

Listenpreise sind die Preise, die Händler an die Anbieter bezahlen. Oftmals sind diese Preise aber in unrealistischen Höhen platziert, teils sogar über der unverbindlichen Preisempfehlung. Oft werden diese durch sogenannte Konditionen wieder ausgeglichen. Dahinter verbergen sich Kooperationen, spezielle Rabatte oder Werbeaktionen. Viele dieser Konditionen sind über Jahre gewachsen, verändert worden und inzwischen nicht mehr leicht durchschaubar.

Wer hat mehr macht? Der Handel oder Nestlé?

Tatsächlich dürfte der Ausgang dieses Preiskampfs von der Industrie genauestens beobachtet werden. Denn wenn sich selbst ein mächtiger Player wie Nestlé in dieser Auseinandersetzung geschlagen gibt, werden kleinere Akteure und Hersteller ebenso mit harten Preisverhandlungen rechnen müssen. Die Frage ist: Was hat der Kunde davon? Ob eventuell verbesserte Konditionen auch im Rahmen von Preisnachlässen an die Verbraucher weitergegeben werden, bleibt fraglich.
Erik J. Schulze

von

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