Bald auch offline?

Eröffnet Amazon eigene Supermärkte in Deutschland?

Vor einigen Wochen übernahm der Online-Versandgigant Amazon bereits die amerikanische Bio-Supermarktkette Whole Foods. Künftig will der E-Commerce-Riese auch in Deutschland und Europa Fuß fassen.

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Amazon Fresh

Ob „Amazon Fresh Pickup” auch nach Deutschland kommt, ist unklar. In Amerika lassen sich Kunden frische Lebensmittel direkt in das Auto liefern – wie beim Drive-In.

13,7 Milliarden Dollar steckte Amazon vor wenigen Wochen in die Übernahme der Bio-Kette Whole Foods. Der erfolgreichste Online-Händler macht ernst: Auch offline soll es verstärkt zur Sache gehen – und das auch in Europa. Nach Angaben der französischen Tageszeitung „Le Monde” ließ Amazon in Frankreich bereits Interesse an der Übernahme mehrerer Supermarktketten durchscheinen. Einen fertigen Deal gibt es noch nicht, es scheint aber nur eine Frage der Zeit, bis Amazon auch auf dieser Seite des Atlantiks stationär Lebensmittel verkauft. Auch in Deutschland ist die Lebensmittelindustrie in Aufruhr – schon die Einführung des Frische-Lieferdienstes Amazon Fresh stößt den alteingesessenen Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel wie Edeka und Rewe sauer auf.

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Amazon Supermärkte auch in Deutschland?

Es gilt unter Experten aber als sicher, dass Amazon künftig auch in Deutschland im Lebensmitteleinzelhandel eigene Sache machen möchte. Für den Lieferdienst Amazon Fresh und Amazon Now arbeitete das Unternehmen bislang mit nationalen Partnern zusammen (mit dabei: der Drogeriemarkt Rossmann). Die Platzhirsche der Supermarkt- und Discounterketten lehnten jegliche Formen der Kooperation aber ab. Zu groß ist die Gefahr, dass Amazon wertvolle Marktanteile an sich reißen könnte. Nach Medienberichten soll Amazon besonders Interesse an den Hausmarken der großen Konzerne gezeigt haben: Eigene Marken wie "Rewe beste Wahl", "ja!", "gut & günstig" oder "korrekt" machen inzwischen bis zu 25 % der Umsätze aus und tragen zu einer höheren Kundenbindung bei,

Es geht um Milliarden

2016 verkaufte der Lebensmittel Einzelhandel Waren im Wert von etwa 176 Milliarden Euro. Der Anteil des Internetverkaufs bleibt verschwindend gering: dieser machte nur knapp einen Prozent aus. Zwar ist hier ein positiver Trend zu erkennen, klassische Supermärkte wirken aber wie ein unantastbares Konzept. Kein Wunder, dass Amazon viel Geld in die Entwicklung von Supermarkt-Konzepten steckt. Mit Amazon Go soll beispielsweise das Anstehen im Supermarkt der Vergangenheit angehören.
Erik J. Schulze

von

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