Homemade Nudeln

Nudelfans aufgepasst: Philips Pastamaker HR2355/12 im Test

Nudeln selbst herstellen – nichts für Anfänger. Oder doch? Der Pastamaker HR2355/12 von Philips produziert frische Nudeln, recht einfach und schnell. ekitchen-Autor Gerald Sinschek hat für Sie den Test gemacht.

Datum:
Philips Nudelmaschine

Nudeln auf Knopfdruck: Der Pastamaker HR2355/12 von Philips ist ein sehr hilfreicher DIY-Apparat!

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Für Nudelfans, die gern auf Fertigprodukte verzichten und generell möglichst viele ihrer Lebensmittel selbst herstellen, ist der Philips Pastamaker HR2355/12 ein sehr gutes Arbeitsgerät – auch wenn der Preis für Gerät und Zutaten über dem von Supermarktware liegt. Wer sich ganz genau an die Rezepte hält, bekommt sehr schmackhafte Nudeln mit guter Konsistenz auf den Teller, und das in kürzester Zeit. Das Gerät wirkt robust, lässt sich einfach handhaben und kommt mit praktischen technischen Details daher, wie einer Aufbewahrungsschublade für die Nudelformen. Einzig die etwas schmalen Schlitze für die Flüssigkeitszufuhr im Deckel nerven etwas.

Pro

  • Gute bis sehr gute Ergebnisse
  • Schnelle Herstellung
  • Geringer Stromverbrauch
  • Sehr leise
  • Viele verschiedene Pastaformen

Kontra

  • Recht voluminös
  • Sehr akkurates Arbeiten erforderlich
  • Etwas schmale Füll-Schlitze im Deckel

Philips Pastamaker HR2355/12

Wie wäre ein Leben ohne Pasta?! Unvorstellbar. Nichts gegen die alternativen Sättigungsbeilagen Reis oder Kartoffeln. Aber ohne Nudeln in ihren unzähligen Formen, Farben und Zubereitungsarten wäre die Küchenwelt ziemlich arm. Danke China, danke Marco Polo und danke Italien! In den Regalen der Supermärkte türmen sich die Pasta-Verpackungen, und das zu Spottpreisen – verlockend. Trotzdem bietet Philips mit dem Pastamaker HR2355/12 (Premium Collection, UVP 219,99 Euro) ein Gerät, das eigene Spaghetti, Penne oder Lasagneblätter herstellen lässt. Ist das nicht furchtbar aufwendig? Und lohnt sich die Anschaffung wirklich? Mal sehen.

Philips Pastamaker HR2355/12: So sieht er aus

In der kleinen Küche einer Ein-Zimmer-Wohnung findet der Pastamaker wohl keinen Platz. Ein wenig Stauraum benötigt er mit seinen 34 x 22 x 30 Zentimetern – etwa die Größe eines Kaffeevollautomaten – durchaus. Das Kabel fällt mit gut 100 Zentimetern übrigens ebenfalls ordentlich dimensioniert aus. Hinzu kommen 7,5 Kilogramm Gewicht. Jetzt zur genaueren Betrachtung – erst aus der Vogelperspektive: Auf der Oberseite ist ein verständlich gestaltetes Display mit vier Bedienknöpfen für Ein/Aus, Start/Pause, Portionsgröße und Programme. Davor liegt die Knetkammer mit Deckel und Knethaken, an deren Front der Scheibenhalter mitsamt Formaufsätzen und Abdeckplatte verschraubt ist. Die Teile passen gut und nur auf eine Art zusammen, Rätsel gibt es keine. Das vordere untere Gehäuseteil birgt eine Schublade, in der sich Formaufsätze sowie Reinigungswerkzeuge verstauen lassen – praktisch, so fliegen keine Teile in der Küche herum. Schließlich noch zur Unterseite: Vier Gummifüße halten den Pastamaker sicher, auch auf glatten Flächen.

Und so funktioniert er

Zwei Portionsgrößen lassen sich mit dem Gerät herstellen: entweder rund 300 oder 600 Gramm Nudeln – das entspricht etwa zwei bis vier guten Portionen. Dabei verbraucht die Maschine maximal 200 Watt. Für die Nudelproduktion legt Philips vier Formen in den Karton, plus einen Messbecher für Flüssigkeiten und Mehl sowie einen kombiniertes Teigschaber-Reinigungs-Werkzeug. Weiteres Zubehör wie z. B. Keksformen ist separat erhältlich. Eine genaue, reichlich bebilderte und viersprachige Anleitung gibt vor, wie Nudeln zu machen sind. Was nur zehn Minuten dauern soll, vom Beginn des Teigrührens bis zur fertig gepressten Nudelportion. Jetzt also zur Sache – gedenk der guten Tipps für die Pasta-Eigenproduktion.

Galerie: Nudelmaschine im Praxistest: Philips Pastamaker HR2355/12

Erster Versuch: Spaghetti

Für Weizenpasta ohne Ei soll ich 250 Gramm „Haushaltsmehl“ (gemeint ist 405er-Mehl) sowie 90 Gramm Wasser abmessen. Das ergibt laut Rezeptbuch etwa 300 Gramm Nudeln. Doch müssten es nicht eigentlich 340 Gramm sein? Hm, abwarten. Ich setze also die Spaghetti-Form ein, fülle die Mehlmischung in die Knetkammer, schließe den Deckel und starte das 300-Gramm-Programm. Sobald sich der Knethaken dreht, gebe ich die Flüssigkeit über die Schlitze im Deckel langsam zum Mehl hinzu. Leise und gleichmäßig dreht sich der Haken – und ändert nach etwa sieben Minuten die Richtung, um Mehl und Wasser möglichst gründlich miteinander zu vermengen. Nach erneutem Richtungswechsel presst die Schnecke, die am vorderen Ende des Knethakens sitzt, den recht bröseligen Teig mit viel Druck durch den Formaufsatz. Die ersten paar Zentimeter sehen etwas porös aus, dann aber kommen schön gleichmäßige Nudeln aus dem Apparat. Die schneidet man auf Wunschlänge ab, entweder mit einem Messer oder mit dem gelieferten Teigschaber. Wenige Minuten später liegt ein ansehnliches Spaghetti-Gewusel auf der Arbeitsplatte. Schön biegsam, ohne Verkleben. Nach fünf Minuten im kochenden Wasser sind die Nudeln viel zu gar; drei Minuten sind deutlich besser und ergeben leckere Spaghetti! (Hätte ich mal bloß vorher die Tipps zum Nudelnkochen gelesen.) Am Knethaken, in der Spirale und in der Knetkammer verbleibt leider ein nicht zu kleiner Teigrest. Das ist also die Differenz zwischen Ausgangs- und fertiger Nudelmenge …
Nach Reinigung der Teile (per Hand) wechsle ich die Einsatzform. Jetzt gibt es …

Fettuccine: Nudeln mit Ei

Mehltyp und -menge sind gleich, die Flüssigkeitsmenge setzt sich hier aber aus einem Ei und Wasser zusammen (insgesamt 95 Gramm). Das Prozedere läuft ab wie gehabt: Mehl rein, Programm starten, Flüssigkeit dazu … Oh: Die Ei-Wasser-Mischung habe ich wohl nicht sorgfältig genug verquirlt, denn sie läuft kaum durch die schmalen Schlitze im Deckel. Nur mithilfe von Nachstochern gelangt das Nass komplett in die Knetkammer. Es folgt Rühren, Richtungswechsel, Rühren, Richtungswechsel, Nudelausgabe. Das Ergebnis ist wieder sehr gut: Die Eiernudeln sind etwas weicher und flexibler als im Versuch zuvor. Das Ergebnis schmeckt nach dem Kochen natürlich etwas anders.

Rote Penne: Farbe auf dem Teller

Ich probiere feines, italienisches Mehl mit dem Typ 00 aus. Das soll man laut Rezeptbuch für gute Teigkonsistenz mit einem Ei vermengen, wegen seines vergleichsweise geringen Proteingehaltes. Außerdem gehört ein Esslöffel Tomatenmark dazu, für die Farbe. Auch hier will die Flüssigkeitsmischung wieder nur mit Nachdruck durch die Füllschlitze laufen, das Ergebnis aber ist erneut in Ordnung.

Ravioli: Teigblätter sind (eigentlich) möglich

Diesen Teig improvisiere ich, da ich das im Rezept geforderte Hartweizenmehl (Typ 1600) in mehreren großen Supermärkten nicht bekommen habe. Also verwende ich anstatt des Rezeptvorschlags mit Ei eine Mischung aus 50 Gramm feingemahlenem Hartweizengrieß, 405er-Mehl und Wasser. Das Ergebnis ist eine Vollpleite: Der Teig kommt nicht in zusammenhängenden Platten aus der Maschine, sondern als wüstes Gefädel. Also ein neuer Versuch, jetzt nach Anleitung. Ich erhalte einen etwas zähen, weichen Teig. Die Blätter schneide ich passend zu, lege Häufchen aus Ricotta, Spinat, geriebenem Parmesan und gerösteten Pinienkernen darauf (Idee aus dem Rezeptbuch), lege jeweils ein zweite Platte darüber und drücke die Ränder mit einer Gabel fest aufeinander. Mit Salbeibutter schmecken diese gefüllten Nudeln köstlich!

Philips Pastamaker HR2355/12

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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