Der kocht, mixt und häckselt

KitchenAid Cook Processor: Universeller Küchenhelfer im Test

Mit dem Cook Processor hat KitchenAid eine vollständig ausgestattete Thermo-Küchenmaschine im Programm, die keine Funktion vermissen lässt. eKitchen-Autor Gerald Sinschek hat sie für sich arbeiten lassen.

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KitchenAid_Artisan_Cook_Processor geschlossen mit Deckel

Der Thermokoch-Mixer „Cook Processor“ von KitchenAid-Gerät stammt unverkennbar aus der Serie Artisan.

Wie bei allen Geräten aus der Artisan-Serie des Herstellers KitchenAid sind auch für die Thermo-Küchenmaschine „Cook Processor“ eine große Küche, kräftige Arme und ein gut gefülltes Portemonnaie erforderlich. Immerhin schlägt der recht schwere aber auch schicke Küchenhelfer je nach Farbausführung mit mindestens 999 Euro zu Buche.

Cook Processor: Multifunktional

Dafür hat die große Küchenmaschine eine Menge Zubehör und Funktionen: 14 verschiedene Bedienelemente verteilen sich über die Oberseite und Front des Apparates. Sie sind für die manuelle Einstellung von Zeit und Kochtemperatur, Impuls- und Schnellmixen, Start-Stopp, die Geschwindigkeitswahl sowie die sechs Automatikprogramme zuständig. Dazu gesellt sich zentral ein großer Drehregler. Die mit 4,5 Litern voluminöse, aber nur mit maximal 2,5 Litern befüllbare Edelstahlschüssel schließt mit einem Deckel, in den ein kleiner Messbecher integriert ist. Fünf verschiedene Messer und Rührer sowie eine Minischüssel für sehr kleine Mengen und drei unterschiedlich große Dämpfeinsätze lassen sich nutzen. Dafür stehen 25 automatische Kochmodi für Braten, Kochen, Schmoren, Dämpfen, Pürieren und Teig kneten zur Verfügung. Das Thermoelement heizt mit bis zu 1.050 Watt, der Rührmotor kann mit 450 Watt arbeiten. Ein ansprechend aufgemachtes, etwas knappes aber damit auch übersichtliches Kochbuch ist auch als App erhältlich. Mit rund 110 Zentimeter ist das Kabel nicht zu lang, aber für die meisten Küchen wohl ok.

Galerie: Details zum Küchenhelfer: KitchenAid Cook Processor

Als erstes: Rührei mit Speck!

Frühstückszeit: 2 Minuten bei 130 °C sollen mit dem „Stir“-Rührer und dem Bratprogramm „P3“ in Programmschritt 1 auf Geschwindigkeitsstufe 1-2 für das Anbraten des Specks genügen, dann folgt der zweite Schritt mit 1:30 Minuten, bei dem die Eier hinzu gegeben werden. Nach zwei Minuten sind die 125 Gramm feingewürfelten Schinkenspecks nicht ansatzweise angebraten und nach Schritt zwei sind die drei Eier (Größe S) fast komplett flüssig. Ich starte das Programm erneut und halte das Rührei anschließend noch in der Automatikfunktion für sieben Minuten bei 65°C warm. Die Konsistenz ist ungewöhnlich cremig, am Boden hat sich etwas Ei leicht gebräunt angesetzt, was aber vielleicht an meinem Doppelprogramm lag. Hm – das hat mich noch nicht so richtig überzeugt.

Und wie klappt die Suppe?

Ich muss improvisieren: Das Kochbuch, das eigentlich im Lieferumfang enthalten ist, ist beim Paketdienst hängengeblieben. Zuerst brate ich Zwiebeln an für eine kräftige Note mit dem Programm P1 und dem Allzweckmesser. Dann gebe ich die weiteren grob zerkleinerten Zutaten wie Frühlingszwiebeln, Ingwer und Karotten hinzu und schalte um auf das Kochprogramm Kochen P1, dass in 20 Minuten eine leckere Suppe zaubern will. Das Messer rührt permanent und der Apparat gibt ein gelegentlich ein hohes Fiepen von sich. Dabei arbeitet sich das Messer sichtbar angestrengt durch die nur grob zerteilten Möhren. Gegen Ende püriere ich kurz: die Suppe schmeckt und sieht gut aus obwohl die Reihenfolge der Arbeitsschritte laut nachgeliefertem Kochbuch eine andere gewesen wäre…

So funktioniert Dämpfen und Rühren

Drei sehr große Kartoffeln will ich jetzt in dem größeren der beiden Aufsätze dämpfen. Als Temperatur wähle ich 120 °C und schätze, dass die Erdäpfel nach ca. 25 Minuten gar sein werden. Obwohl die knapp 700ml Wasser schon deutlich hörbar im Topf kochen, zeigt das Display immer noch „Vorwärmen“ an. Das irritiert etwas. Nach 11 Minuten klingelt es dreimal, „Vorwärmen“ blinkt und erlischt dann. Die Restzeit beträgt 14 Minuten, was für die großen Kartoffeln natürlich nicht genügen wird. Die Temperatur reguliere ich auf 105°C herunter. Nach Ablauf der Zeit sind die Kartoffeln wie vermutet nicht fertig: Zwei mal 10 Minuten muss ich addieren. Das dauert mit insgesamt 45 Minuten zu lange, Kartoffel lassen sich besser kochen als Dämpfen. Bei so langen Dämpfvorgängen sinkt zudem der Wasserstand bis auf null: Achtung – rechtzeitig nachfüllen.
Im manuellen Modus mit Teigmesser auf Geschwindigkeitsstufe 5 gelingt der Rührteig mit häufigem Einsatz des Teigschabers ganz ordentlich. Wenn auch die Konsistenz der Teigmasse nicht ganz so fluffig ist, wie ich es bei diesem Rezept von der Arbeit mit dem Handrührgerät kenne. Die Öffnung im Deckel ist zu klein, um größere Mengen Mehl hinein zu geben. Hier muss man den Deckel kurz öffnen, wenn nicht alles danebengehen soll.

Fazit

Gut aussehen tut er, der Cook Processor von KitchenAid und die Verarbeitung macht einen gewohnt ordentlichen Eindruck. Die getesteten Programme und Funktionen überzeugen mich allerdings nicht vollständig und in dem doppelwandigen Deckel sammelt sich Spülwasser vom Abwasch, das dann verzögert heraustropft. Sehr angenehm ist, dass während längerer Kochphasen kein Lüfter ein störendes Dauergeräusch von sich gibt und die gebotene Funktionsvielfalt lässt nichts vermissen.
Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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