Kochhelfer mit Profi-Ambitionen

Kenwood Cooking Chef KM096: Test der Oberliga-Küchenmaschine

Diese Küchenmaschine will arbeiten: Der „Cooking Chef“ von Kenwood beeindruckt nicht nur mit seinen Maßen. eKitchen hat den Küchenchef auf die Probe gestellt.

Datum:
Kenwood_Cooking Chef 096 mit Speisen

Es gibt kaum etwas, was die Küchenmaschine „Cooking Chef“ von Kenwood nicht kann. Gekocht wird hier sogar mit Induktion.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Kenwood hat mit dem „Cooking Chef“ in der Major-Ausstattung eine beeindruckende Küchenmaschine gebaut, die ihre Arbeit sehr gut erledigt. Das Zubehör lässt keine Wünsche offen, für jede Anforderung ist das passende Gerät da. Außerdem lässt sich der Apparat noch durch viele weitere Auf- und Ansätze ergänzen. Das Gewicht erschwert das Handling allerdings etwas und nicht jede Küche bietet genug Platz für den Kenwood samt Zubehör. Für Gelegenheits-Köche und Mini-Haushalte wurde die wertige Maschine nicht gebaut, der „Cooking Chef“ richtet sich eindeutig an sehr ambitionierte Küchenfans mit Raum zum Arbeiten, die auch vor großen Portionen nicht zurückschrecken. Die finden in dem Boliden einen vielseitigen Koch- und Küchengehilfen, der zudem richtig gut aussieht.

Pro

  • Hochwertig
  • Vielseitig
  • Umfangreiches Zubehör
  • Meistert auch große Portionen

Kontra

  • Braucht viel Platz und ist kaum mobil
  • Für kleine Portionen überdimensioniert
  • Lautes Lüftergeräusch

Kennwood Cooking Chef KM096

Als der Paketmann klingelt, stutze ich kurz: Anstatt mir einen Karton in die Hand zu drücken, fragt er, ob er mit dem Hubwagen direkt bis vor die Haustür fahren kann. Wenige Minuten später liefert er eine Minipalette mit dem Aufdruck „30 kg!“. Wow! Damit macht die Küchenmaschine „Cooking Chef“ von Kenwood in der Major-Ausstattung für satte 1.500 Euro unmissverständlich klar, dass sie kein klappriges Spielzeug ist. Falls Sie eine Küchenmaschine gesucht haben, die noch teurer ist als Vorwerks Thermomix TM5: gefunden.

Das bringt der „Cooking Chef KM096“ von Kenwood mit

Von dem üppigen Gesamtgewicht entfallen sage und schreibe 13,6 Kilogramm auf die Maschine samt Edelstahlschüssel und sogenanntem K-Haken. So ein Gerät fordert seinen eigenen Dauer-Platz auf der Arbeitsplatte. Für den kleinen Ein-Personen-Haushalt ist dieser Apparat nicht geeignet. Vier verschiedene Antriebe hat Kenwood in den „Cooking Chef“ integriert: Neben dem Planeten-Getriebe über der Schüssel für fünf Rühr- und Knet-Besen, -Haken und -Paddel findet sich an der Vorderseite ein Anschluss für den Fleischwolf oder die Pastapresse. Auf der Oberseite liegen unter einer schweren Abdeckung ein Hochgeschwindigkeits-Anschluss für den Blender sowie ein Antrieb für den Multi-Zerkleinerer. 1.500 Watt stellt der Motor für diese Arbeiten zur Verfügung. Der Maschinenkopf lässt sich nach dem Umlegen eines kleinen Hebels hochklappen und sicher arretieren. Gesteuert wird die gewaltige Küchenmaschine über einen Drehknopf zur Regulierung der Induktions-Temperatur (max. 1.100 Watt), fünf kleine Tasten für den Timer, die Pulse- und Unterhebe-Funktion sowie einen großen Drehknopf für die Geschwindigkeitsregulierung mit verschiedenen Programmen. Ein kleines Display zeigt die Betriebsinfos an.

Die Menge macht’s

Nicht nur mit dem Gewicht kann der „Cooking Chef“ protzen, auch mit Volumina: Der Blender fasst bis zu 1,6 Liter Flüssigkeit, die Rührschüssel lässt sich mit bis zu 6,7 Litern befüllen. Ein Kuchenteig darf insgesamt 5 kg wiegen, ein Knetteig immerhin noch 3 kg. 16 Eiklar schlägt die Maschine auf einmal steif. Für die kleine Portion Pfannkuchenteig aus 125 g Mehl und 2 Eiern ist der Apparat nicht wirklich gemacht. Da greift man besser mal schnell zum Handrührgerät.

Galerie: Kenwood Cooking Chef KM096 – Testdetails

Kneten, Schlagen, Mixen, Kochen – der „Cooking Chef“ kann alles

Kneten, kneten und nochmals kneten – das ist das Geheimnis fluffiger Hefeteige. Mit einem Hefe-Ölteig für Bagels will ich den Knethaken und das Können der Maschine in dieser Disziplin testen: Nach neun Minuten intensiver Arbeit auf Stufe 1 liegt ein geschmeidiger und weicher Hefeteig in der riesigen Rührschüssel und nach diversen Ruhe- und Geh-Zeiten nehme ich duftende, weiche und zugleich schön zähe Bagels aus dem Ofen. Gut geknetet, Küchenchef! Die Geräuschentwicklung bei dieser Arbeit hielt sich in Grenzen, störende Neugerät-Gerüche gab es keine.
Für ein Mousse-au-Chocolat-Rezept aus dem mitgelieferten Johann-Lafer-Kochbuch justiere ich zuerst den Schneebesen in der Schüssel auf die richtige Höhe, damit er nicht weit über den Zutaten seine Runden dreht. Dafür drehe ich mit dem beiliegenden Maulschlüssel eine Stellschraube am Schaft des Schneebesens, bis sich ein Blatt Papier noch soeben zwischen Schüsselboden und Rühreinsatz hindurchziehen lässt, ohne zu zerreißen. Nach kurzer Zeit bei höchster Geschwindigkeit ist der Eischnee schnittfest. Jetzt sollen die Eigelbe mit Zucker und etwas Wasser bei bis zu 95°C schaumig gerührt werden. Schrittweise erhöhe ich die Temperatur des Induktionskochers und der systemtypische Kühler heult laut los. Das stört etwas, aber die fertige Mousse schmeckt super!
Jetzt teste ich noch die Kochfunktion und den Blender mit einem Rezept für Vitello Tonnato, ebenfalls aus dem Lafer-Kochbuch. Nach kurzem Aufkochen soll das Kalbfleisch ein Stunde lang bei 70°C pochieren, also gar ziehen. Jetzt ist das laute Lüftergeräusch in der Küche, die nahtlos in den Wohnbereich übergeht, störend. Das kann mein Herd lautlos. Bei dieser Architektur muss man also kompromissbereit sein. Egal. Das Fleisch ist nach der angegebenen Zeit auf den Punkt gegart, die Sauce im Blender perfekt gemixt und zerkleinert.
Den Multi-Zerkleinerer habe ich nicht ausprobiert.

Galerie: Thermo-Küchenmaschinen in der Übersicht

Kennwood Cooking Chef KM096

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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