Schritt für Schritt

Guided Cooking: Der Bosch AutoCook Pro im Test

Kochmaschinen wie der Bosch AutoCook Pro, die den Nutzer Schritt für Schritt durch die Zubereitung verschiedenster Garmethoden leiten, sind insbesondere für Anfänger eine große Hilfe. Aber auch für Fortgeschrittene ist das praktisch. eKitchen hat den Test gemacht.

Datum:
Bosch AutoCook Pro

Mit 50 Kochprogrammen führt die Induktionskkochmaschine Bosch AutoCook Pro durch alle Zubereitungsarten.

Einschätzung
der Redaktion

Fazit: Das müssen Sie wissen

Die angebotenen Kochprogramme lassen keine Wünsche offen, zumal sich Parameter wie Gardauer und Temperatur individuell justieren lassen. Das Gerät macht einen soliden Eindruck, das Zubehör ist umfangreich und sinnvollt. Gut gefallen mir auch das für Einsteiger recht gut bestückte Rezeptbuch und die genauen Schritt-für-Schritt-Bedienungserläuterungen hier wie auch im Manual. Natürlich kann ich auch mit dem Bosch AutoCook Pro in der Küche nicht auf Handrührer, Backofen und Kochfeld verzichten. Aber die Ergebnisse aus diesem gut kombinierten All-in-One-Gerät lassen sich sehen, wenn es auch in manchen Rezepten leichte Schwächen hinsichtlich der Gardauer oder Würzung gibt. Mit diesem Apparat können auch weniger Erfahrene kochen – da hat der Hersteller recht.

Pro

  • Viele Funktionen
  • Sinnvolles Zubehör
  • Viel Volumen
  • Gute Rezeptauswahl
  • Verständliche Handhabung

Kontra

  • Ergebnis mancher Rezepte durchwachsen
  • Recht groß

Bosch AutoCook Pro MUC88B68DE

Zugegeben – manchmal ist der Job am Herd nicht ganz einfach. Fußangeln finden sich nicht nur bei der korrekten Gardauer und -temperatur: Schnell ist das Gemüse, dass eigentlich knackig-heiß werden sollte, weich gekocht oder das Steak in die zu kalte Pfanne geraten und partout nicht gebräunt. Dabei ist doch alles so einfach. Behauptet jedenfalls ein Hersteller: „Jeder kann kochen. Versprochen!“ Gelingen soll das mit dem Bosch AutoCook Pro Induktion (UVP 469 Euro).

So soll das Versprechen gelingen

Im antihaftbeschichteten Edelstahl-Topf mit gut vier Liter Volumen lässt sich Braten, Schmoren, Dünsten, Frittieren, Dämpfen und Kochen (sogar mit Überdruck!). Die Topfgröße passt also auch für die Familienrunde. Insgesamt 16 Zubereitungsarten mit verschiedenen Parametern ergeben 50 unterschiedliche Kochprogramme. Die lassen sich auf dem großen aber recht klein beschrifteten Display im Deckel einstellen, 9 Funktionsknöpfe (darunter auch einer zur Einstellung der Startzeitverzögerung) sind um das Feld angesiedelt. Darüber erhebt sich der Verriegelungsknebel mit integriertem Ventil für die Dampfdruckfunktion. Am Deckelscharnier fängt ein kleiner Behälter Kondenswasser von der Innenseite auf wenn dieser aufgeklappt wird. Aufgeheizt wird der Topf per Induktion mit bis zu 1.200 Watt.

Cool Touch

Am unteren Teil des „cool touch“-Gehäuses, das sich auch bei hohen Innentemperaturen gut anfassen lässt, ist der Tragegriff angeschlagen sowie die Öffnungstaste integriert. Das mit 145 Zentimeter sehr lange Kabel kann vollständig vom Gerät abgezogen werden.

Zubehör

Außerdem hat Bosch neben der großen Kochschüssel einen Frittiereinsatz und einen Dünstseinsatz mit zwei Etagen in den Karton gelegt. Ein Spatel, ein Schöpflöffel und ein kleiner Messbecher sowie ein gut bebildertes und ansprechend gestaltetes Kochbuch (ca. 100 Rezepte) komplettieren die Ausstattung. Eine Rezepte-App ist zudem erhältlich.

Galerie: Guided Cooking: Der Bosch AutoCook Pro im Test

Der Praxis-Test

Sechs Rezepte aus dem Kochbuch klingen verlockend. Außerdem kenne ich die Speisen teilweise sehr gut und kann so das Resultat aus dem AutoCook Pro vergleichen.

Schinken-Käse-Quiche

Eine Quiche mit Schinken und Käse kann ein zwar gehaltvoller aber sehr köstlicher Snack sein, mit einem Salat serviert ergibt das sogar eine vollständige Mahlzeit. Laut Rezeptbuch soll ich Blätterteig nehmen – ungewöhnlich aber bestimmt auch gut. Der Fertigteig wird passend zur Topfgröße rund ausgeschnitten und mit Backpapier eingelegt. Die Ränder stehen dabei etwas hoch damit die flüssige Masse aus Ei, Sahne und Käse nicht überläuft. Wegen des gewölbten Topfbodens sammelt sich die Masse etwas in der Mitte. Hoffentlich verteilt sie sich noch gleichmäßig! Deckel zu, Backen/lang/Start wählen, die Uhr zeigt eine Stunde an. Nach Ablauf der Backphase ertönt ein Signal: Fertig! Allerdings sind der Teig und die Füllung noch sehr blass, ein paar Minuten mehr hätten nicht geschadet obwohl auch dann die Oberfläche wohl kaum gebräunt wäre. Bei diesem System mit reiner Unterhitze und ohne heiße Luftbewegung wie in einem Backofen kann die Oberfläche kaum bräunen. Zudem fehlt die Angabe zu Salz und Pfeffer im Rezept. Das Ergebnis ist etwas fad aber die Masse hat sich gleichmäßig verteilt.

Porridge/Haferbrei

Viele hassen ihn, ich mag Haferbrei in fast allen Variationen. Nach 15 Minuten will der Porridge mit Milch und Wasser zu gleichen Teilen gar und ausreichend gequollen sein, dann fehlen noch Butter und Honig. Als Programm wähle ich Milchspeise/kurz/Start. Als das Signal ertönt und ich die Butter unterheben will, lösen sich kräftig gebräunte, angesetzte Placken vom Boden. Die schmecken zwar zum Glück noch nicht durch, aber einmal umrühren während der Gardauer hätte nicht geschadet.

Rouladen

In diesem Rezept wird zuerst heiß angebraten und dann sanft geschmort, die Zubereitung teilt sich also in zwei Phasen. Nach dem Anbraten wähle ich die Dampfdruckfunktion und nach nur einer Stunde und 20 Minuten (da die Rouladen recht groß ausgefallen sind musste ich je 2 Stück nacheinander braten) sind die Rouladen fertig und schmackhaft.

Spanischer Zitronenkuchen

Ich mache einen Abstecher in den Dessertbereich des Kochbuches und stoße auf einen spanischen Zitronenkuchen mit reichlich süßer Kondensmilch. Kenne ich nicht, probiere ich aus! Die mit einem Handrührer verquirlte, recht dünne Masse gieße ich in den üppig gebutterten Topf. Wenn das Programm Backen/mittel/Start abgelaufen ist, soll ich den Kuchen aus dem tiefen Topf auf ein Gitter stürzen. Ob das gutgeht? Nach 40 Minuten Backzeit gibt der Apparat Signal. Die Oberfläche des Kuchens ist blass und recht beweglich, als ich den Topf aus dem Gehäuse hebe. Jetzt das Gitter drauf und eine beherzte Drehung vollführen: Aus dem offensichtlich noch nicht vollständig gegarten Zentrum des Kuchens klatscht ein ordentlicher Teigklecks durch das Gitter auf den Fußboden. Die Garzeit war zu kurz. Mit seiner buttergebräunten Oberseite schmeckt der Kuchen trotz des kleinen Malheurs sehr gut!

Sous Vide-Steak

Wer beim Steak auf Nummer sicher gehen will, gart das Fleischstück Sous-Vide gewürzt im Plastikbeutel und unter Luftabschluss im Wasserbad vor. Anschließend braucht das Steak nur noch eine kurze, heiße Bräunung und fertig ist es. Nach 30 Minuten mit dem Programm Sous-Vide/mittel/Start gieße ich das Wasser aus dem Topf, gebe eine Mischung aus Butter und Öl hinein und wähle nach Anleitung Anbraten/kurz/manuell 160°C/Start. Nach zwei Minuten pro Seite nehme ich das Steak aus dem Topf, lösche den Bratensatz mit Rotwein und gebe noch Flüssigkeit (beim Garen im Wasserbad entstanden) aus dem Plastikbeutel dazu: Sehr gut!

Joghurt

Zum Frühstück passt ein Joghurt mit etwas selbstgekochter Marmelade gut. Wenn auch noch der Joghurt aus Eigenherstellung ist, schmeckt es nochmal so gut! Ich kaufe einen Liter frische Biomilch mit 3,5% Fett und ebensolchen Joghurt (50 Gramm) als Basis und starte das Programm Joghurt/kurz. Als der eigentliche Countdown startet (jetzt hat die Milch die erforderlichen 40°C erreicht), soll ich abbrechen und den Joghurt mit etwas warmer Milch vermengt unterrühren. Dann wähle ich wieder Joghurt/kurz/Start. 8 Stunden braucht der Apparat jetzt (am besten über Nacht), bis das Signal „fertig“ vermeldet. Das Ergebnis ist mir viel zu dünn, der Joghurt-Geschmack zu dezent. Das war nix, kann aber auch an den Zutaten gelegen haben. Denn die Herstellung von Joghurt ist nicht ganz trivial.

Bosch AutoCook Pro MUC88B68DE

Gerald Sinschek

von

Kochen, Braten, Backen – meine Küche ist mein liebster Hobby- und Arbeitsraum. Dabei gilt: lieber Kuchen als Kekse, lieber Steak als Tofu, lieber Nouvelle Cuisine als molekulares Brimborium. Gegen deftige Hausmannskost spricht überhaupt nichts und „Gourmand“ begreife ich nicht als Schimpfwort.

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