Leckeres Korn

Grünkernschrot – was Sie aus dem Superkorn alles machen

Grünkern ist eine Variante des Dinkels und schmeckt wie dieser weit aufregender als Weizen. Probieren Sie's aus!

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Grünkernschrot

Ob Suppe, Bratlinge oder Brotaufstrich – Grünkernschrot ist vielseitig verwendbar und so gesund.

Bevor der Weizen in Europa seinen Siegeszug antrat, war Dinkel in unseren Breiten ausgesprochen beliebt. Nichts anderes als ganz junger Dinkel ist Grünkern – nordbadische Bauern ernteten das Getreide mit der olivgrünen Farbe erstmals im 17. Jahrhundert. Vier Wochen vor der eigentlichen Ernte gingen sie damals zu Werke, um das Korn vor aufziehenden Regenunwettern zu schützen. Schnell stellten sie fest, dass Grünkern in getrocknetem Zustand vorzüglich schmeckte und gut zu verarbeiten war. Seither ist Grünkern, auch als Schrot, ein wertvoller Bestandteil der traditionellen Küche, vor allem in Franken und in der Schweiz.

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Powerpack an Nährstoffen

Weil der Reifeprozess bei der Ernte noch nicht ganz abgeschlossen ist, enthält Grünkern besonders viele Vitamine der B-Gruppe. Er ist ein toller Lieferant von Magnesium, Phosphor und Eisen, Stoffe also, die für den Bewegungsapparat von Vorteil sind - Sportler freuen sich darüber. Ein hoher Anteil an Eiweiß macht Grünkern zudem für Vegetarier interessant.
Ebenfalls gut zu wissen: Grünkern hat eine festere Schale als Weizenkörner, die durch Dreschen nicht verschwindet, sondern nur durch Gerben. Somit ist er, so lange er noch an der Ähre sitzt, bestens geschützt vor Vogelfraß und allen möglichen Schädlingen, weshalb er viel weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel benötigt als beispielsweise Weizen. Studieren Sie hier unseren Mehlratgeber und erfahren Sie mehr über Urgetreide.

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Grünkern als Schrot

Als Schrot, also grob gemahlen, hat Grünkern den Vorteil, dass er leichter für die verschiedensten Gerichte zu verarbeiten ist als das ganze Korn (dieses isst man wie Reis). Gleichzeitig behält der Schrot aber die kernige Konsistenz und das typisch nussige, kräftige Aroma von Grünkern.
Sie erhalten Grünkernschrot ganz normal im Supermarkt, im Bio-Markt, im Reformhaus oder auch online. Saison hat er immer. Da Grünkern getrocknetes Korn ist, ist es lange haltbar und steht das ganze Jahr zum Schroten zur Verfügung. Grünkernschrot ist jedoch viel weniger lange haltbar als das ganze Korn – dieses enthält Fett, das beim Schroten zutage tritt und leicht verdirbt. Wollen Sie größere Mengen zuhause aufbewahren, wählen Sie also lieber ganzen Grünkern und mahlen Sie ihn nach Bedarf zu Schrot. Das geht entweder im Reformhaus, wo oft eine Schrotmühle vorhanden ist und die Mitarbeiter gerne eine kleine Menge mahlen. Oder Sie schaffen eine eigene Getreide- oder Schrotmühle an.

Ein Korn, viele Rezepte

Im nordbadischen Bauernland hat Grünkern eine lange Tradition, hierher kommen auch viele Rezepte. Unter anderem stammt hierher die bekannte Fränkische Grünkernsuppe. Suchen Sie einfach im Internet, und Sie finden eine wahre Flut von Rezepten für Grünkernschrot!
Um ein paar Ideen zu nennen:
  • Vegetarische Bolognese mit Grünkern
  • Vegetarisches "Chili con Grünkern"
  • Grünkernbratlinge
  • Grünkernschrotsuppe
  • Grünkernschrot-Dinkel-Brot
  • Gefüllte Paprika mit Grünkern
  • Grünkern-Brotaufstrich mit Linsen (oder Kichererbsen, Champignons, Zwiebeln ...)
  • Süßer Grünkernauflauf
Es gibt so viele Möglichkeiten, wie Ihrer Fantasie entspringen. Guten Appetit!

Schrotmühle

Isabel Winklbauer

von

Kochen als Lieblingswissenschaft